Nordeifel - Wintereinbruch: Unfälle und Behinderungen im Berufsverkehr

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Wintereinbruch: Unfälle und Behinderungen im Berufsverkehr

Von: Heiner Schepp und Peter Stollenwerk
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Im dichten Schneetreiben musste die Feuerwehr den eingeklemmten Fahrer bergen, nachdem dieser mit seinem Wagen frontal gegen einen Lkw geprallt war. Foto: Polizei
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Erst im Laufe des Vormittags beruhigte sich die Lage auf den Straßen und gelang es dem Winterdienst, die Haupt- und Nebenstraßen zu räumen. Foto: Schepp
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Die schönen Seiten der Spätwinterrückkehr hatten viele Ausflügler am Sonntag im Venn. Foto: Stollenwerk

Nordeifel. Es war eine Rückkehr mit Ansage, und eigentlich ist der 23. Februar sowohl kalendarisch als auch meteorologisch immer noch Winter. Und doch hat der neuerliche Wintereinbruch in der Nordeifel pünktlich zu Wochenbeginn und Berufsverkehr viele überrascht.

Auf schneebedeckten Haupt- und Nebenstraßen führte der stundenlange Schneefall in der Nacht in Kombination mit starkem Wind und Schneeverwehungen am Montagmorgen zu erheblichen Behinderungen und mehreren Verkehrsunfällen.

Der schlimmste Unfall ereignete sich dabei bereits in der Nacht. Beim Zusammenprall zwischen einem belgischen Pkw und einem Lkw auf der Eupener Straße (L 214) in Mützenich wurde kurz nach 4 Uhr ein 43-jähriger Autofahrer lebensgefährlich verletzt.

„Zur Unfallzeit waren die Straßen in der Eifel teilweise mit einer 10 bis 15 cm dicken Schneedecke bedeckt, starke Schneeverwehungen machten mancherorts ein Fortkommen unmöglich“, berichtete die Polizei am Morgen. Nach ersten Erkenntnissen war der 43-jährige Pkw-Fahrer aus Gemmenich (Belgien) auf der ebenfalls stark schneebedeckten Eupener Straße aus Richtung Eupen unterwegs, als er vor einer Kurve aufgrund der Straßenverhältnisse die Kontrolle über seinen Wagen verlor und ungebremst gegen den schweren Sattelzug eines Transportunternehmens aus Kalterherberg schleuderte, der dorfaufwärts unterwegs war. Dessen Fahrer hatte bereits gesehen, dass der Pkw unkontrolliert auf ihn zuschleuderte und seinen Lkw angehalten. „Der Pkw prallte mit der B-Säule so unglücklich gegen die seitliche Front des Lkw, dass der Fahrer in seinem Fahrzeug eingeklemmt wurde“, berichtete Falk Claßen, Stadtbrandinspektor der Monschauer Feuerwehr, die um 4.14 Uhr alarmiert wurde. Der Lkw-Fahrer hatte Polizei und Rettungsdienste verständigt.

Notarzt versorgt Fahrer im Wrack

Da der Fahrer offensichtlich sehr schwer verletzt war, musste die Feuerwehr sehr vorsichtig bei der Bergung vorgehen, während der Notarzt den Mann von der weniger beschädigten Beifahrerseite aus gleichzeitig erstversorgte, schilderte Claßen die Einsatzlage im nächtlichen Schneegestöber. Nachdem die Feuerwehr mit Schere und Spreizer die Fahrerseite geöffnet hatte, konnte der Schwerverletzte geborgen und dem Rettungsdienst übergeben werden. Nach Polizeiangaben wurde der 43-Jährige in ein Krankenhaus gebracht und notoperiert. Der Pkw wurde sichergestellt, die Eupener Straße blieb wegen der Bergung der Fahrzeuge bis in den späten Vormittag gesperrt.

Auch anderenorts gab es im beginnenden Berufsverkehr zahlreiche Rutschpartien und kleinere Unfälle. Auf der Hatzevennstraße in Konzen rutschte ein schweres Waldfahrzeug von der Fahrbahn, auch im Bereich Buhlert und zwischen Kesternich und Einruhr sorgten Schneeverwehungen für Bergungseinsätze des Abschleppdienstes. Sozusagen Amtshilfe von der Simmerather Feuerwehr bekam ein Streifenwagen der Polizei, der sich, ebenfalls in einer Schneewehe, um 5.17 Uhr auf der Kranzbruchstraße in Simmerath festgefahren hatte. „Der Einsatz dauerte zwar nur wenige Minuten, war aber dennoch eine dankenswerte Hilfeleistung der Feuerwehrkollegen“, bedankte sich Polizeisprecher Paul Kemen bei den Brandbekämpfern.

Anrufe bei der Straßenmeisterei

Einen schweren Stand hatte beim plötzlichen Wintereinbruch auch das Team der Straßenmeisterei Simmerath. „Es war diesmal schon grenzwertig“, räumt Bruno Alzer, Betriebsleiter der Straßenmeisterei Simmerath ein. Es waren aber weniger die bis zu 15 Zentimeter Neuschnee in der Nordeifel, die am frühen Montagmorgen Probleme bereiteten, sondern vielmehr der kräftige Westwind, der auf den ungeschützten Streckenabschnitten immer wieder für Verwehungen sorgte. So blieb es nicht aus, dass bei der Straßenmeisterei am Montagmorgen mehrere Anrufe eingingen, die sich über den vermeintlich ausbleibenden Winterdienst beschwerten. Das habe man ja noch nie erlebt, dass selbst bis 9 Uhr die Straßen noch nicht geräumt worden seien, zitiert Alzer einige erboste Bürger. In der Tat, so Bruno Alzer, habe man den Eindruck gewinnen können, dass noch nicht geräumt worden sei, aber alle sieben Räumfahrzeuge der Straßenmeisterei Simmerath seien seit der Nacht unterwegs gewesen. „Leider war das Ergebnis durch anhaltende Schneeverwehungen nicht immer erkennbar.“

Verzögerungen gab es aber rund um Mützenich, wo der oben erwähnte Verkehrsunfall das Winterdienst-Fahrzeug zum Umkehren zwang und der Fahrer seine Tour neu planen musste.

Schon am Sonntagabend hatte sich eine Änderung der Wetterlage abgezeichnet, so dass am Sonntagabend die Straßen bereits komplett abgestreut wurden. Nachdem gegen 1 Uhr am frühen Montagmorgen der Schneefall einsetzte, rückten gegen 3.30 Uhr dann die Räumfahrzeuge aus. Bruno Alzer hat Verständnis für die Kritik der Bürger, „aber wir können nicht mehr als fahren“.

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