Nordeifel - Wintereinbruch für kommende Woche erwartet

Wintereinbruch für kommende Woche erwartet

Von: Nadine Preller
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Ein Bild aus vergangenen Tagen
Ein Bild aus vergangenen Tagen: Weißer Winter und Schneetreiben am Sommer- und Wintersportzentrum Rohren. Das ist seit diesem Januar in Hand von Manfred Stein. Foto: Peter Stollenwerk

Nordeifel. Wovon die einen zuviel haben, davon träumen die anderen. Da versinkt Österreich derzeit in kubikmeterweise Schnee, tausende Urlauber sitzen in der Alpenrepublik fest, vielerorts herrscht Lawinengefahr.

Bei uns hingegen zeigt sich das Wetter momentan von seiner „usseligen” Seite.

Treue Seelen

Wintersportler, die mit Schlitten, Skiausstattung und dickem Parka entlang aufgetürmter Schneeberge durch Eifels Straßen pilgern, sind längst Bilder vergangener Tage, vielmehr gesagt, des vergangenen Winters. Zwar bleibt so manch treue Seele auch bei diesem nass-kalten Klima der Region treu, wie Stefan Kesternich von der Rursee-Touristik bestätigt: „Unsere Stammgäste kommen zum Wandern in die Region. Natürlich ist das unter blauem Himmel und durch weiße Wälder etwas anderes, im Großen und Ganzen machen wir uns aber keine Gedanken um Einbrüche im Tourismus-Geschäft.” Dennoch bekommt hier zu Lande so manch einer die nachteiligen Auswirkungen des lauen Winter zu spüren.

Zum Beispiel Manfred Stein. Geführte Mountainbike-Touren gehörten bis dato zum Spezielgebiet des Mannes aus Rohren. Seit Beginn dieses Jahres hat er nun auch das örtliche Sommer- und Wintersportzentrum inne. Mit Ausnahme der anliegenden Blockhütte. „Die Gastronomie bleibt weiter in Familienhand”, bestätigt Diana Scheidt, deren Vater Rudi Hermanns vergangenes Jahr verstarb und über 30 Jahre das Zentrum unterhielt. „Alles so ganz aus der Hand geben, das brachte unsere Mutter nicht übers Herz”, sagt Scheidt. Da aber sie und ihre Geschwister eigene Berufe verfolgten, musste schnell Unterstützung her.

„Die fanden wir in Manfred Stein. Er hat sofort zugesagt, als wir ihn darauf ansprachen, ob er das Zentrum übernehmen wolle.” So bleibt der Betrieb, wenn auch nicht ganz in Familien-, so denn in vertrauensvoller Ortshand. Mutter und Kinder können von der Blockhütte weiter auf das blicken, was jahrelang so liebevoll geleitet wurde.

Geöffnet hat die Gastronomie auch jetzt an den Wochenenden, obschon kein Schnee liegt. Und so lassen die großen Besucherstürme auf sich warten. „Strom und Wasser müssen trotzdem bezahlt werden”, sagt Scheidt leicht bedrückt.

Manfred Stein hingegen prophezeit: „Den Bombenbetrieb erwarte ich erst wieder Ostern.” Der neue Betreiber des Winter- und Sommersportzentrums rechnet dieses Jahr nicht mehr mit dem ganz großen Schnee. Die kommenden Jahre im Übrigen auch nicht. „So ein Rekordwinter wie im letzten Jahr bleibt wohl die Ausnahme.” Das Hauptgeschäft sieht Stein künftig unter anderem in der 1251 Meter langen Bobbahn.

Und dennoch hat der Mann aus Rohren jüngst in eine neue Schneekatze investiert. Denn wenn es anfange zu schneien, dann wolle er auch schnell die Piste öffnen. So ganz abgetan hat er das Wintergeschäft dann nämlich doch nicht.

Prognose des Wetterfroschs

Da dürfte Stein die Prognose des Eifeler Wetterfroschs Bodo Friedrich freuen. Der spricht zwar gerade noch davon, dass über uns ein großes Hoch schwebt - „man mag es kaum glauben”. Das dadurch bedingte Nebel-Nass-Gemisch solle sich aber bereits zum Wochenende verabschieden. „Am Sonntag reißt die Wolkendecke auf, und Anfang nächster Woche strahlt die Sonne hoffentlich wieder.” Gepaart mit kalter Polarluft sei schließlich nicht nur nächtlicher Bodenfrost wahrscheinlich, sondern auch eine baldige „Einwinterung der Eifel”.

In diesem Fall kann auch Bruno Alzer, regionaler Betriebsdienstleiter der Straßenmeistereien, endlich seinem wahren Winter-Job nachgehen. Obwohl: „Wir sind momentan zwar nicht sichtbar, aber immer da”, spricht der Leiter schon fast stimmungsvoll.

Denn Winterdienst, das bedeutet auch morgens um halb drei Kontrolle fahren, auch wenns nicht schneit. Und immerhin seien von den 1500 Tonnen Salz für diesen Winter bereits 600 Tonnen auf den Straßen der Region gelandet.

„Das momentane Wetter ist viel gefährlicher, als manch einer glaubt”, erklärt Alzer. Wenn nächtlicher Regen das Restsalz wegspüle und so wie Dienstagmorgen die Wolken verschwinden, dann könne es binnen Sekunden spiegelglatt werden. „Das Schneegeschäft ist für uns um einiges routinierter und sicherer.”

Alpenchaos

Was also derzeit in den Alpenregionen für Chaos sorgt, danach sehnt sich in der Region tatsächlich der ein oder andere. Wenn vielleicht auch nicht in einem so ganz dramatischen Ausmaß.
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