Windräder im Münsterwald: Initiativen ziehen an einem Strang

Von: Günther Sander
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Gegen Windkraft im Münsterwal
Gegen Windkraft im Münsterwald: Die Bürgerinitiative aus Roetgen will die geplanten Windräder stoppen. Foto: Archiv/Stollenwerk

Kornelimünster/Roetgen. Wenn es darum geht, die geplante Errichtung von sieben Windrädern im Münsterwald an der Himmelsleiter zu verhindern, ziehen die Mitglieder der Bürgerinitiativen Schmithof und Roetgen an einem Strang. Die Forderung ist eindeutig: Keine Windräder!

Bei der Sitzung der Bezirksvertretung Kornelimünster-Walheim am Mittwoch plädierte das Gremium mehrheitlich für die Absetzung des Tagesordnungspunktes, es bestünde noch Beratungsbedarf. Kein Wunder, denn die 1200 Seiten Verwaltungsvorlage müssen erst einmal gelesen und registriert werden.

Keinen Beratungsbedarf hatten die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger in der Fragestunde für Einwohner, sie stellten der Verwaltung gezielte Fragen und meldeten Bedenken an. Von wegen „Windstille”, Elmar Wiezorek von der Aachener Verwaltung hatte keinen leichten Stand. Dr. Thomas Schmeink von der Bürgerinitiative Schmithof ist unerklärlich, wieso die Verwaltung jetzt Dampf mache.

Für ihn ist das zweite Offenlegungsverfahren „formell ungültig”, sagte er unserer Zeitung, da zum Zeitpunkt des Verfahrens nicht alle bisher eingegangenen Bedenken offengelegt worden seien, auch wenn es sich um ein Wiederholungsverfahren handele. „Juristisch ist das Verfahren damit ungültig, diese Tatsache muss die Stadt Aachen berücksichtigen”, machte Schmeink deutlich.

Bei der Fragestellung nach dem Flächenverbrauch seien die bisherigen Angaben nicht nur widersprüchlich, sondern absichtlich „verschleiert”, so Dr. Schmeink. Die Angaben der Verwaltung von 0,25 bis 0,4 Hektar pro Anlage ohne Zu- und Abwege, der Gesamtverbrauch, „Restwald”, Ausgleichszonen wo? - „Das alles ist gleichzusetzen mit Zerstörung des Münsterwaldes mit Aufbau an anderer Stelle”, ärgert sich Schmeink. Auch die Fragestellung zum Naturschutz sei nicht beachtet worden. Schmeink sprach von validen Aussagen, die man jetzt verwerte, um das Verfahren ohne Komplikationen „durchzuziehen.”

Befürchtet wird von den Bürgern, dass die erforderliche Bautrasse durch Naturschutzgebiet führen werde und für Zerstörungen sorge. „Wir möchten den Münsterwald gerne behalten, denn niemand weiß, was wegkommt und was übrig bleibt”, hieß es. Das Erholungsgebiet stünde auf der Kippe. Die Verwaltung versuchte insofern zu beruhigen, dass noch Fragen ungeklärt seien, aber Eingriffe wolle man verhindern. „Es besteht kein Anlass zu Befürchtungen, wir werden nicht gegen den Naturschutz verstoßen”, sagte Elmar Wiezorek.

Eckart Müller (sachkundiger Bürger der FDP) sieht „Nebelkerzen über dem Münsterwald” ob so vieler widersprüchlicher Angaben der Stadt Aachen. Der Münsterwald werde grob durchlöchert, von einem geschlossenen Waldgebiet blieben nur noch spärliche Reste übrig.
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