Windpark-Pläne bekräftigt

Von: Stephan Mohne
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Aachen/Roetgen. Den geplanten Windkraftanlagen im Münsterwald nahe der Himmelsleiter bläst schon ein Sturm des Widerstands entgegen, obwohl sie noch gar nicht beschlossen sind.

In Roetgen, an dessen Stadtgrenze die 160-Meter-Türme gebaut würden, haben sich die Gegner auf breiter Front formiert. Und auch im Aachener Süden trifft das Vorhaben auf Missbilligung - auch seitens der örtlichen CDU sowie der FDP. Auch in Roetgen gehört die CDU zu den Gegnern. Bürgerinitiativen sind dies- wie jenseits der Stadtgrenze in Gründung. Die städtische Ratsmehrheit aus CDU und Grünen hingegen hat am Freitag bekräftigt: „Die Standorte, bei denen Prüfverfahren und Gutachten positiv ausfallen und die für Windräder geeignet sind, werden realisiert”, so Harald Baal, Fraktionsvorsitzender der CDU.

„Strom für 56000 Haushalte”

Unter diesen Standorten ist möglicherweise eben auch der Münsterwald, es geht aber auch um Flächen im Aachener Norden. Insgesamt 14 Windräder könnten es werden, die laut Schwarz-Grün den durchschnittlichen Jahresbedarf von rund 56000 Haushalten und damit 23 Prozent der Aachener Bevölkerung decken könnten.

CDU und Grüne betonen aber auch, dass es bis zu einer endgültigen Entscheidung noch ziemlich lange dauere.

Derzeit würden an den potenziellen Standorten in umfangreichen Prüfverfahren die Auswirkungen auf den Menschen in Form von Lärm und Schlagschatten sowie die Belange des Naturschutzes untersucht. Im Mai 2012 sollen diese Prüfungen abgeschlossen sein. Erst dann werde man die Entscheidung für einen oder mehrere Standorte fällen, „und erst dann können Bauanträge für Windkraftanlagen gestellt werden”, so Baal.

„Bedenken ernst nehmen”

Michael Rau, Fraktionssprecher der Grünen, erklärt, man werde „die Bedenken und Ängste der Menschen sehr ernst nehmen und einen möglichen Eingriff in das Landschaftsbild und in die Natur sorgfältig abwägen”. Rau betont zudem, man wünsche sich „eine Versachlichung der Debatte”, und kritisiert „die sehr populistische Aussage, dass der gesamte Münsterwald bei einer Entscheidung für diesen Standort abgeholzt werden müsste”.

Diese Aussage sei falsch. „Lediglich zwei bis drei Prozent des Baumbestandes müssten den Windrädern weichen”, so Rau. Beachtet werden solle auch, „dass gerade beim Bau von Windrädern im Wald jenseits der Wohnbebauung eine mögliche Belastung für den Menschen am geringsten ist”.

CDU und Grüne sehen überdies Naturschutzverbände hinter sich, die die Pläne - auch im Münsterwald - unterstützten. Schließlich habe sich die Stadt verpflichtet, ihre Kohlendioxid-Emissionen um 40 Prozent zu reduzieren, „um langfristig die Lebensqualität der Aachener Bürger zu sichern”.
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