Windpark Münsterwald: „Dimension der Anlage nicht tragbar”

Letzte Aktualisierung:
windpark10_bu
Sogar die Himmelsleiter hat, je nach Kameraperspektive, einen gewissen Charme. Sollte ein Windpark im Münsterwald entstehen, ist es auch damit vorbei. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Die Roetgener CDU-Fraktion ist der Meinung, „dass man die Gegner der Windkraftanlage am Münsterwald sehr ernst nehmen sollte und die Beweggründe der Bürger nicht damit abtun, das es hier nur um die Optik geht”, heißt es in einer Presserklärung zum Thema Windpark.

Darin schreibt Fraktionssprecher Michael Seidel weiter: „Die Einwohner-Fragestunde im Rat hat gezeigt, dass es hier viele Gründe gibt, die gegen eine solche Windkraftanlage im Münsterwald sprechen würden:

Die Emissionen dieser Windkraftanlagen schädigten die Gesundheit der Menschen und raubten auch den Tieren ihren Lebensraum. Es seien gesundheitliche Gefährdungen von Mensch und Tier in der Nähe dieser Anlagen durch ständige Beeinträchtigung des Umfelds zu erwarten.

Die Haus- und Grundstückswerte im Umfeld von Windkraftanlagen sänken preislich bis zu 40 Prozent. Als Quelle gibt Seidel den Verband Deutscher Makler an. Es entstehe eine Lärmbelästigung auf Grund der Größe der Anlage „Tag und Nacht” im Gemeindegebiet Roetgens.

Neben dem Schattenschlag trete ein Infraschall mit einer Frequenz unter 20 Hz auf, der außerhalb des menschlichen Hörbereichs liege. Als Körperschall könnten derartige Frequenzen jedoch als Schwingungen oder Erschütterungen wahrgenommen werden.

Die Vertreibung des heimischen Wildbestandes, der gestörte Dorffrieden, eine erhöhte Unfallgefahr bei Riesenrotoren und die Reduzierung der Jagdpachteinnahmen im Roetgener Teil des Münsterwaldes führt Seidel weiterhin als Gegenargumente ins Feld.

Als Ratsmitglieder der Gemeinde Roetgen „sind wir verpflichtet, Schaden von der Gemeinde und den Roetgener Bürgern abzuhalten. Hieran sollten SPD und Grüne denken, wenn sie sich für eine solche Anlage im Münsterwald aussprechen, diese Anlage bringt für die Gemeinde Roetgen, für unsere Bürger und für den Standort Münsterwald nur Nachteile mit sich”, heißt es weiter.

Die Taktik der Grünen und Onaschs sei, „mit „Totschlagargumenten” gegen die Gegner vorzugehen, nach dem Motto, dass ohne diese Windkraftanlage im Münsterwald die Energiekrise nicht mehr gelöst werden könne, „zeigt nur, dass es hier nicht um die Sache, sondern um eine ideologische Politik geht, die von den Öko-Fundis der Grünen (Herrn Priggen, Frau Nacken und Herrn Griese) vorangetrieben wird. Der Roetgener Bürger mit seinen Bedenken stört hier wohl nur.”

Neben den zahlreichen Argumenten, die bereits von den Bürgern gegen eine solche Anlage vorgetragen worden seien, gebe es auch aus Sicht des Gemeinderates noch einiges zu ergänzen.

Seidel: „Da die Gemeinde Roetgen seit Jahren versucht, das Gewerbegebiet in Richtung Münsterbildchen zu erweitern, stellt sich die Frage, ob eine Erweiterung in der Zukunft überhaupt noch aufgrund von Abstandsflächen zu der Windkraftanlage möglich ist oder ob sich aufgrund der Nähe zu dem Windpark überhaupt noch ein Gewerbebetrieb auf Roetgener Seite in Richtung Windpark ansiedeln möchte.

In den letzten Jahren wurden in Roetgen Millionen in den Tourismus (Eifelsteig, Ravel Route) und die Ausweisung neuer Baugebiete investiert. Roetgen gilt in der Städteregion als hochwertiger Wohnstandort mit guter Infrastruktur und einem hohen Tourismus- und Freizeitwert. Durch den Neubau eines Windparks in der geplanten Größenordnung vor den Toren Roetgens, wird es hier zwangsläufig zu einer negativen Entwicklung kommen, die man heute nicht abschließend einschätzen kann, die es aber zu berücksichtigen gilt.”

Man müsse hier die Belange der Bürger, des Naturschutzes, des Landschaftsbildes und der Notwendigkeit zur Errichtung von Windrädern zur Reduzierung von CO2 miteinander in Einklang bringen. Dies könne nur im Einvernehmen mit den Bürgern Roetgens geschehen, „und diese Bürger haben wir als Ratsmitglieder zu vertreten und nicht die Interessen der Stadt Aachen oder der Stawag.”

Eine wie hier geplante Anlage „geht aber weit über das hinaus, was akzeptabel ist. Die Dimension der Anlage und deren negative Beeinträchtigung für Mensch und Umwelt sind für uns nicht tragbar und wir lehnen daher die geplante Anlage am "Tor zu Eifel" ab.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert