Windpark Münsterwald: „Das Thema in die Stadt Aachen tragen”

Von: Jan Mönch
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Zu beiden Seiten der Himmelsleiter (B258), im Münsterwald, plant die Stadt Aachen einen Windpark. Die Aachener FDP schließt sich den Protesten aus der Gemeinde Roetgen und südlichen Aachener Stadtteilen an. Foto: Ernst Schneiders

Aachen/Roetgen. Rund um das Thema Energie, so scheint es, ist seit Fukushima nichts mehr so, wie es war. Und während zum Thema Atomkraft parteipolitisch plötzlich ein weitgehender Konsens Einzug gehalten hat, wollen insbesondere Grüngesinnte den deutschlandweiten Stimmungswandel nutzen, um auch den Ausbau von Windkraftanlagen voranzubringen.

Die Aachener FDP hingegen formulierte ihren Standpunkt bei einer Informationsveranstaltung im „Brander Stier” wie folgt: „Windkraft ja, aber bitte mit Sinn und Verstand” - und platzierte sich damit erneut hinter einer Roetgener Bürgerinitiative, die zehn Windkraftanlagen im Münsterwald, gelegen zu beiden Seiten der Himmelsleiter, verhindern möchte.

Während das Thema in der Nordeifel schon seit geraumer Zeit für mächtig Wirbel sorgt, wird es von der Öffentlichkeit dort, wo die Strippen gezogen werden, bislang eher weniger wahrgenommen: in Aachen.

Für das Treffen am Brander Marktplatz hatten die Freidemokraten aus Stadt und Kreis Aachen auch ihren Landesvorsitzenden Dr. Gerhard Papke eingeladen. Der wusste die Befürchtungen durch Beobachtungen aus anderen Regionen in NRW zu bestätigen: „Wenn die Anlagen erst einmal installiert sind, ist der Schrecken darüber oft grenzenlos.” Vielen sei nicht klar, dass nicht „von netten kleinen Windmühlen” sie Rede sei, sondern „von gewaltigen Industrieanlagen”.

Schaden nicht zu rechtfertigen

Der Schaden für den ländlichen Raum lasse sich nicht etwa durch den Nutzen der Windräder rechtfertigen: „Die Nennleistungen sind nicht zu verwechseln mit dem tatsächlichen Ertrag.” Soll heißen: Fernab der See weht schlicht ein zu laues Lüftchen, damit die Blätter so rotieren, wie es, bildlich gesprochen, bei den Mitgliedern der Bürgerinitiative umso mehr der Fall ist.

Für diese bedeutet das Vorhaben der Stadt Aachen nicht weniger als „das Todesurteil für unseren Münsterwald”. Denn, wo Masten weit über 100 Meter gen Himmel ragen sollen, muss vorher tief gegraben werden. Und auch die Einspeisung in das Stromnetz erledigt sich nicht ohne entsprechende Leitungen. Dass diese Argumente bislang weder der grüne noch der christdemokratische Teil der Aachener Ratsmehrheit haben hören wollen, sei wohl mit der „Profitgier einiger Aachener Ratspolitiker” zu begründen.

Der Casus Knacktus aus Sicht von Bürgerinitiative und FDP: Aachen kann im vorliegenden Fall entscheiden, was die Bürger in der Eifel betrifft. „Tragen Sie das Thema in die Stadt Aachen”, lautete daher der Rat von Gerhard Papke, „und zwar so lange, bis Schwarz-Grün es nicht mehr hören kann. Niemand darf denken, das Thema ließe sich einfach so aussitzen.” Er selbst würde das Anliegen im Düsseldorfer Landtag thematisieren.
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