Windpark: Kein Schwarzstorch in Sicht

Von: Karl-Heinz Hoffmann
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Keine artenschutzrechtlichen Bedenken bestehen für den geplanten Windpark Lammersdorf im Simmerather Wald. Foto: A. Hoffmann

Simmerath. Gute Ausdauer wurde den Mitgliedern des Simmerather Planungsausschusses am Donnerstagabend abverlangt, als dort zum geplanten Windpark Lammersdorf im Simmerather Wald mehrere Fachgutachten zum Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) vorgestellt wurden.

Zwei Stunden lang stellten die beauftragten Fachfirmen die Ergebnisse ihrer Untersuchungen im Terrain des geplanten Windparks vor und hatten dort von der Turteltaube über den Schwarzstorch und die Fledermaus bis hin zur Wildkatze jede Population in ihre Prüfung einbezogen, die den Windrädern entgegenstehen könnte. Fazit: Es bestehen keine artenschutzrechtlichen Bedenken, die Verwaltung kann ihre planungsrechtliche Stellungnahme gegenüber der Genehmigungsbehörde (Städteregion) abgeben.

Fakt ist auch, dass das „Schreckgespenst“ aller Windparkplaner und -betreiber, der Schwarzstorch, im Terrain des künftigen Windparks keine feste Brutstätte hat. Sichtungen des Vogels erfolgten nur außerhalb des Windparkareals, so dass sich keine Verbotsbestände ergaben.

Aus den Gutachten ging ferner hervor, dass zu den Zug-, Brut-, Greif- und Großvögeln sowie den Fledermauspopulationen umfangreiche Untersuchungen im Rahmen des Arten- und Habitatschutzes vorgenommen wurden. Auch hier lautete das für Windparkbefürworter erfreuliche Ergebnis: Es bestehen keine artenschutzrechtlichen Bedenken und es sind keine Konflikte zu erwarten.

Auch zur Problematik der jährlich stattfindenden Kranich-/Zugvögelzüge wurde Stellung genommen. Hier sei gegebenenfalls eine kurzzeitige Abschaltung der Windräder ins Auge zu fassen. Auf Nachfrage wurde zur Abschaltung mitgeteilt, dass diese in den Windrädern „technisch eingebaut“ sei.

Aus dem hydrogeologischen Gutachten der Firma BCE, das von Dr. rer. nat. Stephan Klose vorgestellt wurde, ging allerdings hervor, dass einer der geplanten Standorte für ein Windrat nicht geeignet ist, womit sich die Anzahl der ehemals acht geplanten Windräder auf sieben reduziert.

Noch in diesem Monat soll nach der angedachten Zeitschiene des Genehmigungsverfahrens die vollständige Abgabe aller Unterlagen bei der Städteregion erfolgen. Im April/Mai ist dann die öffentliche Auslegung bei der Gemeinde geplant, und Ende Juni wird zum Windpark Lammersdorf im Rathaus ein weiterer Erörterungstermin anstehen. Mit der Erteilung der Genehmigung wird im Juli gerechnet.

Das Lammersdorfer Windparkareal südöstlich der Bundesstraße 399 umfasst eine Größe von 253 Hektar. Die dort nun sieben geplanten Windräder heben sich von der Höhe her deutlich von den acht Windrädern des im Privatbesitz auf Weideflächen befindlichen Windparks (Domäne) ab. Die Nabenhöhe der neuen Räder wird 140 Meter (bestehende Anlagen 103 Meter) und die Gesamthöhe 190 Meter (140 Meter) betragen. Aufgrund der Höhe werden die neuen Stromerzeuger mit „Befeuerungsanlagen“ (Blinklichtern) versehen werden.

Anfang 2014 hatte es zu dem ehrgeizigen Projekt der Gemeinde einen kleinen „Rückschlag“ gegeben. Um die Windverhältnisse im Vorfeld genauer bestimmen zu können, installierte die Firma juwi Energieprodukte GmbH im April zunächst einmal einen 102 Meter hohen Windmessmast. Die geplante Messdauer sollte mindestens ein Jahr betragen, wobei eventuelle Ausfälle der Instrumente, zum Beispiel durch Vereisung im Winter, den Zeitraum entsprechend verlängern würden. Dennoch kam durch das „zurückgestellte“ Projekt frischer Wind in die Gemeindekasse, da aufgrund der vertraglichen Gestaltungen mit dem Energieunternehmen 650.000 Euro als erste Einnahme in den Gemeindehaushalt flossen.

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