Roetgen - Windpark im Münsterwald: Steigt Roetgen mit ins Boot?

Windpark im Münsterwald: Steigt Roetgen mit ins Boot?

Von: Ernst Schneiders
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Ein Blick in die Zukunft? So könnte der neue Windpark von Relais Königsberg aus über das Münsterwäldchen blicken. Vorher müssten aber noch einige Hürden genommen werden. Foto: Robert Flader/Collage: Horst Thomas Foto: Robert Flader/Collage: Horst Thomas

Roetgen. Für manchen stellt das Vorhaben fast schon eine Bedrohung dar. Für andere ist es eine große Chance, beispielsweise für die Grünen. Es gebe „gute Gründe”, so Fraktionssprecher Gerd Pagnia, dass sich die Gemeinde Roetgen an einem möglichen Windpark der Stadt Aachen im Bereich Marienbildchen beteilige.

Auch innerhalb der Partei gebe es unterschiedliche Standpunkte. Stärkstes Argument der Befürworter: eine nennenswerte Senkung der CO2-Belastung.

Bei zwei Enthaltungen entschied der Bauausschuss am Dienstagabend. die Gemeindeverwaltung solle mit der Stadt Aachen die Möglichkeiten einer Kooperation ausloten. In der nächsten Sitzung des Gremiums soll´s dann vielleicht schon konkreter zugehen.

Auch im Aachener Rathaus gibt derzeit zu diesem Thema eher Ziele denn Pläne, wie die beiden Verwaltungsfachleute aus der Kaiserstadt, Wolfram Günther und Klaus Meiners, vor dem Ausschuss bestätigten. Vier mögliche Konzentrationsflächen habe man im Rathaus nach intensiver Recherche ausfindig gemacht.

Noch nichts entschieden

Drei liegen im Aachener Norden, u.a. unweit des deutsch-niederländischen Gewerbegebietes „Avantis”, das vierte und auch größte Zielgebiet ist der Münsterwald im Süden der Stadt. Ob die Stadt Aachen alle vier möglichen Standorte weiter verfolgt oder nur den einen oder anderen, bewegt sich noch im Ungefähren, weil auch übergeordnete Behörden die Vorstellungen abnicken müssen.

Sollte die Stadt Aachen sich für den Münsterwald entscheiden, formulierten die Fachleute im Konjunktiv, dann wäre dort bei optimaler Ausnutzung der vorgesehenen Fläche auf Aachener Stadtgebiet Platz für zehn Windräder, jedes 160 Meter hoch mit einer Leistung von 2,5 bis drei Megawatt je Anlage. Im Jahr 2012 rechnet man mit einer Genehmigung der Bezirksregierung.

Artenschutz, Vogelzug, Lärm, Schlagschatten und Ultraschall soll Rechnung getragen werden, so Klaus Meiners. Die Stadtverwaltung sei derzeit damit befasst, diese Dinge für den Aachener Südraum „seriös abzuklären”, was sich noch bis ins kommende Jahr hinziehen dürfte. Auch sollen die großen Räder die Waldfunktion „nicht sonderlich beeinträchtigen”.

„Da ist noch was zu machen”, schätzte Klaus Meiners eine mögliche Kooperation mit der Gemeinde Roetgen ein, doch müsse das von der Gemeinde selbst ermittelt und mit den zuständigen Stellen abgestimmt werden. Denkbar ist folglich, dass zu beiden Seiten des Ravel-Radweges, der territorial zu Belgien gehört, dann ein noch größerer Windpark entsteht, und nach geltender Landesgesetzgebung ist ein solche Projekt auch mitten im Wald möglich.

FDP strikt dagegen

Bis auf die FDP, die eine Roetgener Beteiligung an diesem Projekt kategorisch ablehnte (Fraktionschef Zwingmann: „Wir brauchen keinen neuen Windpark”), sprachen sich alle Fraktionen für eine Sondierung mit der Stadt Aachen aus, die CDU mit Bauchschmerzen. Fraktionschef Michael Seidel meldete Beratungsbedarf an: „Im Augenblick tun wir uns mit einer Zustimmung zum Antrag der Grünen schwer, denn wir sind gegen solche Anlagen im Wald.”

Damit hatte SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Onasch weniger Kummer: „Wir sehen die Türme auf Aachener Seite aus dem Wald herausragen, auch wenn wir uns nicht am Projekt beteiligen.” UWG-Fraktionschefin Silvia Bourceau sah die Gemeinde „am Beginn eines Prüfverfahrens”. Es sei zu früh, bereits jetzt den Flächennutzungsplan zu ändern: „Zunächst muss geklärt werden, wie eine Kooperation mit der Stadt Aachen aussehen soll.”
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