Windpark Höfen: Im Wald herrscht reger Verkehr

Von: Andreas Gabbert
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Betonbauteile werden mit Sattelschleppern in den Wald gebracht und dort vormontiert: „Jede der Anlagen besteht aus rund 60 dieser Betonfertigteile“, erläutert Robert Schade, der Leiter der Bauabteilung der Stawag- Energie GmbH. Foto: A. Gabbert
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Allein für die Fundamente waren durchschnittlich jeweils 800 Kubikmeter Beton nötig.

Höfen. Mitten im Höfener Wald regelt zurzeit eine Ampel den Verkehr. Zusätzlich wurden zahlreiche Verkehrsschilder aufgestellt, die auf Parkverbote und Einbahnstraßen hinweisen. Das ist nötig wegen der zahlreichen Lkw, die das Baumaterial für den neuen Windpark anliefern.

Dafür wurde das bestehende Wegenetz ausgebaut, die Wirtschaftswege wurden auf 4 bis 4,50 Meter verbreitert und mit einer 30 bis 40 Zentimeter dicken Schotterdecke verstärkt.

Allein für die Fundamente waren durchschnittlich jeweils 800 Kubikmeter Beton nötig. „Das sind rund 160 bis 220 Lkw-Ladungen“, sagt Robert Schade, der Leiter der Bauabteilung der Stawag- Energie GmbH, die den Windpark betreiben wird. Wenn die Fundamente betoniert werden, geschehe das innerhalb eines Tages durchgehend von morgens bis abends. Kein Wunder also, dass der Baustellenverkehr im Wald geregelt werden muss, wenn so viele Fahrzeuge dort unterwegs sind.

Gebaut werden fünf Anlagen vom Typ Enercon E115, die jeweils knapp über 200 Meter hoch sind (Nabenhöhe 149 Meter, Rotordurchmesser 115,7 Meter) und eine Leistung von jeweils drei Megawatt haben. Nach Angaben der Stawag können sie zusammen jährlich 48,1 Millionen Kilowattstunden erzeugen und rund 13.750 Haushalte mit Strom versorgen. Rund 30 Millionen Euro wird das Projekt der Stawag kosten.

Mit den Bauarbeiten wurde im März begonnen. Inzwischen sind die Fundamente soweit fertiggestellt, dass die Türme aufgebaut werden können. Die ersten Ringe sind bereits montiert. „Das geht jetzt kontinuierlich weiter“, sagt Schade.

Sattelschlepper bringen die Fertigbauteile zu den vorgesehenen Standorten, wo sie mit Hilfe eines 30 bis 35 Meter großen Krans abgeladen werden: Der Kran dreht sich, und sechs Männer befestigen mit Hilfe einer Leiter Seile an dem Bauteil, das auf dem Lkw bereitsteht. Langsam bewegt sich das Bauteil von der Ladefläche. Der Motor des Krans heult immer lauter, und dann geht es ab nach oben, und mit den Seilen bringen die Arbeiter das Teil auf orangefarbenen Stahlträgern in Position.

„Hier werden die Wände vormontiert, damit man sie nachher als kompletten Ring aufsetzen kann“, erklärt Robert Schade. Anschließend verlässt der Lkw rückwärts das Gelände, während der nächste schon mit einem weiteren Bauteil bereitsteht. „Jede der Anlagen besteht aus rund 60 dieser Betonfertigteile“, erläutert Schade.

Den blauen Kran sieht man bisweilen aus den Bäumen herausragen. Doch noch hat er seine vollständige Größe nicht erreicht. Wenn es später höher hinaufgeht, wird er noch um einige Elemente erweitert. In circa 60 Teilen wurde der Kran zur Baustelle gebracht. „Jedes für sich ist fast ein Schwertransport“, sagt Schade. Der schwerste Transport wog 80 Tonnen.

Die Teile werden dann am Boden montiert. Aufgrund der Länge beziehungsweise Höhe, wurden dafür extra Schneisen in den Wald geschlagen. „Die Montage dauert ein bis zwei Tage, dann wird der Kran aufgerichtet und ist zugbereit“, erklärt Schade.

Jeweils 1 bis 1,5 Hektar des Wirtschaftswaldes wurden für die Sockel der Windkraftanlagen und als Fläche für den Kran abgeholzt.

Nach dem Aufbau der Betonteile werden im Innenbereich Zugseile und Kabel installiert, oben drauf kommt dann der Turm aus Stahlröhren, bevor die Gondel und der Rotor aufgesetzt werden. Zum Schluss erfolgt schließlich der Innenbau mit der Technik.

Acht Anlagen waren einst geplant

Ursprünglich sollten im Höfener Wald acht Windkraftanlagen entstehen, da das artenschutzrechtliche Gutachten aber ein Habitat eines Schwarzstorches aufzeigte, wurden nur fünf Anlagen genehmigt. Dennoch ist das Projekt für die Stawag als Betreiber und die Stadt Monschau als Grundbesitzer lukrativ. Probemessungen hätten „eine sehr gute Windhöffigkeit“ bestätigt, sagte Monschaus Bürgermeisterin, Margareta Ritter, im Mai dieses Jahres.

Zusätzlich zu den Pachteinnahmen würden nach dem Baubeginn vom ersten bis zehnten Betriebsjahr 9 Prozent des Nettostromerlöses des gesamten Windparks an die Stadt Monschau gezahlt, mindestens jedoch ein jährliches Entgelt in Höhe von 20 Euro pro Kilowatt Nennleistung je Windrad. So sei jährlich mit Einnahmen in Höhe von 60.000 Euro pro Anlage zu rechnen, hatte Ritter erklärt. Vertraglich vereinbart wurde zudem eine wachsende Rendite für die Stadt: vom 11. bis 20. Betriebsjahr 10 Prozent des Nettostromerlöses (mindestens 21,67 Euro pro kW-Nennleistung), ab dem 21. Betriebsjahr 10,5 Prozent (22,67 Euro/kW).

Die erste Anlage soll nach Auskunft der Stawag schon im Dezember in Betrieb gehen. Ende März 2018 sollen die Arbeiten im Höfener Wald dann komplett abgeschlossen sein.

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