Windkraftgegner geben trotz Gegenwind nicht auf

Von: Günther Sander
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Roetgen/Aachen. „Horch’, was kommt von Köln herein?“, fragt sich die Bürgerinitiative „Rettet den Münsterwald“ aus Roetgen und Aachen nach der neuesten Botschaft des Regierungspräsidenten zum Thema Windräder im Münsterwald an der Himmelsleiter an die Stadt Aachen gerichtet.

Fakt ist, dass die Bezirksregierung in Köln der Stadt Aachen den Weg in den Münsterwald ebnet, indem sie grünes Licht für eine Änderung des Flächennutzungsplans gegeben hat, der die Ausweisung von Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen ermöglicht.

Die Bezirksregierung stimmt nunmehr der Flächennutzungsplanänderung mit „einigen Hinweisen und Auflagen“ zu, heißt es.

Ist es nun für die Bürgerinitiative aus Roetgen ein Trostpflaster, dass man lediglich einen schmalen Streifen im Planungsgebiet Münsterwald herausnehmen will? Laut Stadt Aachen hat diese Einschränkung „keinen weiteren Einfluss“ auf die Genehmigung der restlichen Konzentrationsflächen.

Die Stadt Aachen kalkuliert mit bis zu 300.000 Euro jährlich an Pacht vom Betreiber Stawag.

Die Bürgerinitiative „Rettet den Münsterwald“ aus Roetgen jedenfalls sieht sich nach diesen „Neuerungen“ aus Köln motiviert, weiter für ihre Ziele zu kämpfen. Gerichtliche Schritte werden nicht ausgeschlossen, um „Gegenwind“ zu erzeugen. Erst einmal nutzt die Initiative die Zeit, um die Hinweise und Auflagen aus Köln gründlich zu prüfen, um dann gezielt das weitere Vorgehen abzustimmen.

Der Aachener Stadtrat sei vor der Entscheidung über die Pläne „getäuscht worden,“ sagt Rainer Ständer, Sprecher der Roetgener Bürgerinitiative. Dezernentin Gisela Nacken (Grüne) habe lediglich in einem Nebensatz die offene Zielabweichung zur Sprache gebracht. Ständer hat inzwischen bei der Bezirksregierung in Köln wichtige Informationen über Auflagen eingeholt. Der „kleine Streifen“, von dem die Rede ist, sei unerheblich und nicht wesentlich. „Für uns ist die neue Situation auch überraschend gekommen, wir müssen uns erst einmal rantasten.“

Die Bürgerinitiative setze nun verstärkt auf die Unterstützung der Gemeinde Roetgen, die ein Normenkontrollverfahren, aber auch auf die Bürgerinnen und Bürger aus dem belgischen Grenzgebiet. „Wir werden in Ruhe die neue Situation auch mit unseren Anwälten besprechen“, so Rainer Ständer. Vieles sei noch unklar, so auch die Größen der Flächen vor den Windrädern und Abstände. Fakt sei aber, dass die Fläche mit rund 5500 Quadratmetern weitaus höher ausfalle, als die Stadt Aachen angegeben habe. Jetzt warte man auf den schriftlichen Genehmigungsbescheid, um ihn gezielt auswerten zu können.

In einem Vermittlungsgespräch im September sollen vor Ort das Land NRW, die Bezirksregierung, die Stadt Aachen und die Bürgerinitiativen „austauschrechtliche Dinge“ erörtern. „Die werden dann in das Genehmigungsverfahren mit einfließen“, so Rainer Ständer abschließend.

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