Monschau - Windkraft konzentriert sich auf die Brath

Windkraft konzentriert sich auf die Brath

Von: P. St.
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Dort, wo im Stadtgebiet Monsch
Dort, wo im Stadtgebiet Monschau bereits Windräder stehen, sollen neue Anlagen hinzukommen. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Für die Ausweisung von Konzentrationsflächen für die Windkraftnutzung ist nicht nur wichtig, dass der Wind kräftig bläst, auch von Rechtswegen muss ein Standort den Anforderungen standhalten können.

Die Abwägung aller Belange liegt der Stadt Monschau jetzt in Form eines Gutachten vor. Das Büro VDH Projektmanagement aus Erkelenz stellte kürzlich in der Sitzung des Planungsausschusses seine Standortuntersuchung für die Ausweisung potenzieller Windkraftflächen im Stadtgebiet Monschau. Alle untersuchten Flächen sind mit Wald bestanden. Wegen der Nähe zum Nationalpark Eifel und sowie einer Vielzahl weiterer Naturschutzgebiete scheiden 85 Prozent des Stadtgebietes von vorneherein aus. Außerdem müssen 1000 Meter Abstand zu „Siedlungskörpern” und 500 Meter zu Einzelgehöften eingehalten werden. 300 Meter beträgt der Mindestabstand zu einem Naturschutzgebiet, 200 Meter müssen es zum Nationalpark sein.

Vorbelastung gegeben

Unter dem Strich, so erläuterte Sascha Gehm als Vertreter des Büros, seien von den acht untersuchten Flächen letztlich drei Bereiche übrig geblieben, die für die Windenergienutzung als geeignet erscheinen würden. Monschau verfüge über ein „insgesamt gutes Windpotenzial”, zudem seien keine Einschränkungen durch die Flugsicherung zu erwarten.

Eine weitere als „bedingt geeignet” eingestufte Fläche ganz im Westen des Stadtgebietes an der belgischen Grenze im Nadelwald zwischen Mützenich und Kalterherberg wird wegen ihrer isolierten Lage nicht weiter untersucht. Stattdessen konzentriert sich die Windkraftnutzung auf den Bereich Brath hinter der Ortslage Höfen. Hier ist rechts und links der B 258 vor Jahren ein Windpark entstanden, so dass eine Vorbelastung bereits gegeben ist; außerdem schließt sich einige Kilometer weiter der Windpark Schönseseiffen an.

Als geeignet eingestuft, wenn auch nur 8,4 Hektar groß, wird die Hochfläche zwischen dem Holderbach- und Dürholderbachtal: sie ist aber durch die Nähe des bereits vorhandenen Windparks interessant. Deutlich größer mit knapp 20 Hektar ist eine weitere Fläche zwischen dem Forsthaus Rothe Kreuz und und Eschenhof.

Dieser im Wald gelegene Bereich würde sich an die bereits vorhandene Windkraftzone anschließen. Die größte Potenzialfläche im Stadtgebiet mit nahezu 50 Hektar macht das Gutachten rechts und links der B 258 im Bereich Eschenhof aus. Mit bis zu 615 Meter Höhenmeter handelt es um die am höchsten gelegene Fläche. Der größte Vorteil dieses Standortes liegt ebenfalls in den schon vorhandenen Anlagen in diesem Bereich. Maximal sollen die Anlagen 200 Meter Höhe (Flügelspitze) erreichen.

Für die drei genannten Flächen soll die Stadtverwaltung nun die erforderlichen Maßnahmen für die Ausweisung als Windkonzentrationsflächen auf den Weg bringen; außerdem soll eine Ausschreibung erfolgen mit dem Ziel, ein wirtschaftlich interessantes Pachtangebot zu erzielen. Beim Bauleitverfahren geht das Büro von der Dauer eines Jahres aus. Heute wird der Stadtrat den entsprechenden Beschluss fassen.

Im weiteren Verfahren, betonte Mischa Kreitz (CDU) sei es wichtig, die Bevölkerung rechtzeitig einzubinden, auch was die Möglichkeit einer finanziellen Beteiligung an einem Windpark betreffe. Bisher habe es keine negativen Reaktionen aus der Bevölkerung auf die Ausweisung von Konzentrationsflächen gegeben, was er als gutes Signal für die Akzeptanz von weiteren Windkraftlagen werte.

Auf Nachfrage von Gregor Mathar (SPD) sagt Sascha Gehm, dass nach bisherigen Erkenntnissen keine negativen Auswirkungen auf die jagdliche Nutzung festzustellen seien. Eine entsprechende Untersuchung aber laufe noch. Bei Nutztieren auf Freiflächen habe man einen „relativ schnellen Gewöhnungseffekt” an die Windkraftanlagen feststellen können.

„Subjektive Empfindungen”

Ebenso sah Bürgermeisterin Margareta Ritter bislang „in den echten Zahlen” auch keine schädlichen Auswirkungen auf den Tourismus. Oft handele es sich um „subjektive Empfindungen”, wenn von einer eingeschränkten Attraktivität des Landschaftsbildes gesprochen werde. Im übrigen müsse man feststellen, dass bereits in der gesamten Eifelregion die Windkraft genutzt werde.

Mit Blick auf die Ausweisung der potenziellen Flächen im Stadtgebiet Monschau sah Werner Krickel (Grüne) auch noch die Chance auf die Ausweisung eines „interkommunalen Windparks” mit Simmerath am Gericht.
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