Willi Wilden: Simmerather und Lehrer mit Leib und Seele

Von: ale
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Mit Leib und Seele sind sie Simmerather: Willi Wilden und auch seine Frau Sophia werden am Samstag 90 Jahre alt. Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Foto: Anneliese Lauscher

Simmerath. Jeder in Simmerath weiß, wer Willi Wilden ist. Der pensionierte Lehrer, leidenschaftliche Heimatforscher, Simmerather mit Leib und Seele, Ideengeber und Initiator wird am kommenden Samstag 90 Jahre alt. Und seine Frau Sophia ebenfalls.

Dass die Beiden exakt am gleichen Tag zur Welt gekommen sind, haben sie natürlich nicht von Anfang an gewusst. Auch dass sie gemeinsam getauft wurden, hat noch nicht zur Kontaktaufnahme geführt. Sie gingen in die gleiche Grundschule, das wissen sie noch.

Äußerst lebhaft weiß Willi Wilden zu erzählen; Erinnerungen an seine Jugend, an die Soldatenzeit und den Wiederaufbau in Simmerath stehen ihm so lebendig vor Augen, als wenn es gestern gewesen wäre.

Im zerstörten Heimatort

„Als ich mit neunzehn Jahren nach Lazarettaufenthalten und einer langen Irrfahrt nach Hause kam – es war der 07.07.1945 – und fassungslos in meinem zerstörten Heimatort stand, sprach mich eine junge Frau an: ‚Tach Willi, böste och wedder doh?‘ Das war die Sophia, und das musste doch Fügung sein!“

1946 wollten die Simmerather endlich wieder feiern, das Sälchen „bei Huppertz“ (heute San Diego) wurde zurechtgemacht. Willi Wilden fragte die Sophia, ob sie mit ihm tanzen ginge. Und seit dieser Johanneskirmes sind sie ein Paar.

Stellvertretender Schulleiter

Die junge Frau arbeitete als Hausangestellte in einem Aachener Haushalt, und Willi Wilden wurde Lehrer. Am Stolberger Goethe-Gymnasium erhielt er seine erste Stelle, und mit der Gründung des Franziskus-Gymnasiums Vossenack kam er an diese Schule und wurde stellvertretender Schulleiter, was er bis zu seiner Pensionierung blieb.

„Ich war sehr gerne Lehrer und würde diesen Beruf immer wieder ergreifen“, sagt Willi Wilden. Auf seine Initiative wurde das erste große Franziskusfest gefeiert, es gehört mittlerweile fest zum Veranstaltungskalender der Schule und bietet eine schöne und informative Plattform, die vielen Möglichkeiten und das Bildungsangebot zu zeigen.

Vielerlei Vereinsarbeit

In Simmerath legte Willi Wilden los mit vielerlei Vereinsarbeit: Er wurde 1951 der erste Prinz Karneval, mit Prinzessin Sophia an seiner Seite. Er war in ganz jungen Jahren Schriftführer der Hansa-Gemeinschaft; er freute sich sehr, für seinen Verein Fußball spielen zu können. Er war Gründungsmitglied des Ortskartells Simmerath. Er war Vorsitzender des Pfarrgemeinderates und Begründer des Martinsausschusses, in dem er 25 Jahre lang tätig war.

Hier organisierte er die Martinszüge mit Fackelprämiierung. Was ihm wahrscheinlich am meisten am Herzen lag, war eine Chronik seines Heimatortes und der Erhalt alter Fotos und Schriften. Im Arbeitskreis „Alt Simmerath“ im kameradschaftlichen Verein arbeitet er bis heute mit. In drei Büchern wurde nach akribischer Arbeit die Geschichte von Simmerath ausführlich in Wort und Bild dargestellt.

Wörterbuch zusammengestellt

Damit das „Sömmer Platt“ nicht in Vergessenheit gerate, hat Willi Wilden ein originelles Wörterbuch zusammengestellt. Selbstverständlich ist er auch der Chronist der Familie; seine Erinnerungen und viele familiäre Ereignisse hat er in äußerst humorvoller Weise festgehalten.

Er ist mächtig stolz auf seinen Heimatort. „Simmerath soll sich weiter entwickeln“, sagt er, „ich wünsche mir, dass sich nach wie vor viele Menschen ehrenamtlich einsetzen.“

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