Wildwuchs: Großangriff auf Roetgener Friedhöfe

Von: Günther Sander
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Der katholische Friedhof in Roetgen liegt, aus der Luft betrachtet, sehr schön im Grünen. Zwischen den Gräbern und auf den Wegen der Ruhestätte jedoch ist das Grün eher zur Plage geworden. Foto: Heiner Schepp

Roetgen. Auf den vier gemeindeeigenen Friedhöfen – katholische und evangelisch in Roetgen, Rott und Mulartshütte – herrschte lange schon nicht mehr über allen Gräbern Ruh’.

Im Mai 2015 berichtete unsere Zeitung nach massiven Beschwerden aus der Bevölkerung von Klagen über Wildwuchs, zugewachsenen Gehwegen und wahren „Löwenzahn-Inseln“ auf freien Flächen. Ärger über diese nicht gerade erfreulichen Zustände machte sich auch im Gemeinderat breit, ließ doch der Pflegezustand sehr zu wünschen übrig. Die Verwaltung wurde im Juni 2015 beauftragt, Überlegungen anzustellen, wie sie Verbesserungen in Angriff nehmen kann.

Der Bauausschuss befasste sich in seiner Sitzung am Dienstag mit diesem „wildwüchsigen Thema“ ausführlich, er bekam von der Bauverwaltung eine Bilanz und Vorschläge zur möglichen Verbesserung mitgeteilt. Seit August 2014 sei ein Mitarbeiter des Gemeindebauhofs damit beschäftigt, sich um die Pflege und Unterhaltung der Friedhöfe zu kümmern. Die Problematik der Unkrautbeseitigung habe in den letzten Jahren immer wieder dazu geführt, dass die bis dahin angewandten Verfahren durch externe Unternehmen in Frage zu stellen waren und über einen eigenen Mitarbeiter bessere Ergebnisse erhofft wurden und nach wie vor auch werden, war zu hören. Mit dem weiteren Friedhofswärter habe man aber auch feststellen müssen, dass sich der Pflegerückstand nicht kurzfristig beseitigen lasse. Ziel war es, einen Bearbeitungsstand zu erreichen, der über das ganze Jahr beigehalten werden könne. Das Bauamt weiß, momentan und auch in absehbarer Zeit müsse nachgeholt werden, was in einigen Jahren zuvor versäumt worden ist.

Bauamtsleiter Dirk Meyer sagte, im Jahre 2015 habe der Friedhofswärter 678 Stunden für die Unkrautbeseitigung auf den vier Friedhöfen aufgewandt. Die Beseitigung erfolge ausschließlich mechanisch durch manuellen Einsatz von Unkrauthacken. Um nachhaltige Verbesserungen zu erzielen, müsse man über maschinelle beziehungsweise personelle Optimierungen nachdenken, sagte Meyer. Etwa weitere Mitarbeiter für den Gemeindebauhof einzustellen, denn der habe in den letzten Jahren den Qualitätsstand deutlich erhöhen können. Fakt sei aber, es mangele an einer ausreichenden Personalstärke, wolle man regelmäßig wiederkehrende Standardleistungen und Sonderaufträge adäquat abarbeiten.

Ein im Auftrag der Bauverwaltung erarbeitetes Personalbemessungskonzept habe ein Defizit an vorhandenem Personal für den Gemeindebauhof deutlich gemacht. Daran erkenne man auch die Hürde für einen zeitweisen Einsatz von Bauhofmitarbeitern auf den Friedhöfen. Dauer- und Einzelaufträge seien mit dem jetzigen Personalstand nicht abzuarbeiten. Die Verwaltung weiß nur allzu gut: solche Entscheidungen seien in erster Linie auch eine Kostenfrage. Im Klartext: Für die Friedhöfe würde ein erhöhter Personalaufwand gleichzeitig auch unmittelbare Konsequenzen für den Gebührenhaushalt mit sich bringen. Natürlich sei ein Mitarbeiter für vier Friedhöfe eng bemessen. Auch eine temporäre personelle Verstärkung aus dem Pool der Mitarbeiter würde sich unmittelbar gebührentechnisch auswirken. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (Herbizide) hätte eine Arbeitserleichterung und effektive Ergebnisverbesserung bringen können, sei aber nach dem Pflanzenschutzgesetz verboten. Ausnahmen seien möglich, daher habe die Bauverwaltung eine Ausnahmegenehmigung beantragt mit dem Ergebnis nach einer siebenmonatigen Wartezeit: „abgelehnt!“

Der Einsatz einer Wegefräse verspreche eine deutliche Qualitätsverbesserung, die Anschaffung habe man im Visier, die Finanzierung im Haushalt 2016 eingeplant. Der Einsatz einer Wegefräse auf dem katholischen Friedhof habe ein positives Resultat erbracht.

Fest stehe, die Unkrautproblematik könne nur mit verschiedenen Bausteinen effektiv bekämpft werden, ebenfalls problematisch bleibe eine personelle Verstärkung unter haushaltsrechtlichen Gesichtspunkten mit Blick auf die Gebührensituation. Fehlstellen auf dem Gemeindebauhof gelte es mittelfristig zu besetzen, nur so könne die Leistungsfähigkeit optimiert werden. Die Friedhöfe, so Meyer, seien nur eine Aufgabe von vielen. Mit geeigneten Gerätschaften könne der Friedhofswärter schneller, effektiver, nachhaltiger dem Unkraut zu Leibe rücken. Letztlich sei er aber nicht nur „Unkrautbekämpfer.“

Ziel müsse es sein, einen Friedhofswärter einzusetzen, der die Belange der Friedhöfe rundum betreue und nicht von einer einzigen Teilaufgabe vollständig in Anspruch genommen werde.

Der Bauausschuss war sich einig, es müsse eine spürbare Sauberkeit auf den Friedhöfen angestrebt und erzielt werden. Die Verwaltung müsse versuchen, diesbezüglich schnell voranzukommen.

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