Wildwasserrennen: Strecke nach Trainingsunfall verkürzt

Von: P. St.
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Trotz der entschärften Streckenführung erwies sich die Rur in Monschau auch beim 61. internationalen Wildwasserrennen wieder als eine der schönsten Naturstrecken in ganz Deutschland. Foto: P. Stollenwerk
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Alltag eines Kanusportlers: Vor dem Einstieg ins Wasser muss die Böschung am Rurufer im Monschauer Rosental überwunden werden.

Monschau. Vergeblich warteten am Sonntagmittag hunderte Zuschauer im Monschauer Rosental, um hier die europäische Kanu-Elite beim 61. Wildwasserrennen auf der Rur in Monschau zu bestaunen.

Der sogenannte Favoritentöter, das schäumende Wehr im Rurbogen, in das sich die Wassersportler über eine steile Rutsche stürzen, ist zweifellos für die Zuschauer der Höhepunkt der Strecke, musste beim Weltranglistenrennen 2016 aber erstmalig nicht überwunden werden.

Nachdem es bei den Trainingsläufen am Vormittag einen schweren Unfall sowie drei Kenterungen und einigen Materialschaden an anderer Stelle gegeben hatte, wurde die eigentlich rund sechs Kilometer lange Strecke von der Kalterherberger Kehre bis zum Grünental entschärft und um zwei Kilometer verkürzt.

Die Zwischenfälle hatte es am sogenannten Kesselwehr, 300 Meter unterhalb des Favoritentöters gegeben. Dieses Wehr ist im vergangenen Jahr umgebaut worden, doch nun für die Kanusportler kaum noch schadlos zu überwinden. Die Rutsche an der Klippe des Wehrs ist so steil angelegt worden, dass die recht langen Boote der Kanuten zu tief eintauchen, während sich das Bootsheck noch auf dem abschüssigen Teil befindet.

Für den deutschen Nationalmannschaftsfahrer Björn Barthel (24) aus Ludwigshafen wurde die Schikane im Trainingslauf zum Verhängnis. Bei einer Kenterung kugelte er sich den Arm aus und wurde anschließend mit dem Rettungswagen ins Simmerather Krankenhaus gebracht. Auch wenn diese Art von Verletzungen bei Kanusportlern häufig vorkommt, entschloss sich der Kanuverband NRW als Ausrichter die Strecke zu entschärfen und den Start an den Campingplatz Rosental zu verlegen.

„Die Gesundheit der Sportler hat absoluten Vorrang“, sagte Brigitte Verhoef vom Wettkampfbüro. Der Kurs blieb auch ohne Favoritentöter und Kesselwehr dennoch anspruchsvoll, denn obwohl die Rur reichlich Zuschusswasser aus der Perlenbachtalsperre erhielt, mussten die Kanuten kunstvoll zahlreiche Felsenformationen und Untiefen im eiskalten Rurwasser bis zum Ziel im Grünental umkurven.

Für die vielen Zuschauer, die per Lautsprecherdurchsage ins tiefere Rurtal geschickt wurden, bot sich somit allerdings ein recht überschaubares Spektakel. Auch der Kanuverband sah diese Änderung mit Bedauern, weil „eine der schönsten Naturstrecken in ganz Deutschland“ (Brigitte Verhoef), die ansonsten auch durch die gesamte Monschauer Altstadt führt, einiges von ihrem Reiz verlor.

Die Bedeutung der Traditionsveranstaltung wurde auch im Starterfeld deutlich, denn die gesamte europäische Kanusport-Prominenz war angereist. 100 Teilnehmer aus fünf Nationen und 31 Kanusportvereinen kämpften in neun Klassen um gute Zeiten, galt es doch sich bei diesem Ausscheidungsrennen für die im Sommer anstehenden Kanu-Weltmeisterschaften in Banja Luca (Bosnien-Herzegowina) zu qualifizieren. Auch für das Junioren-Team aus Deutschland zählte Monschau als Qualifikationsrennen für die Europameisterschaften 2016 in Murau, Steiermark.

Das Herren-Kajak-Einer Feld wartete so mit dem amtierenden Weltmeister Tobias Bong, dem Europameister Andreas Heilinger, dem U 23-Weltmeister Marcel Paufler und vielen anderen national und international erfolgreichen Teilnehmern auf. Die Damen im Kajak-Einer müssen sich mit Europameisterin Alke Overbeck messen und die Canadier-Einer Fahrer mit Vize-Europameister Normen Weber. Schließlich wurde in Monschau auch der Westdeutsche Meister gekürt.

Großes Lob vom Veranstalter gab es für die Stadt Monschau, die sich als sportbegeisterte Kommune zeigte und das Aukloster als Wettkampfzentrale bereitstellte, da die Estrade im Rosental wegen Umbaus nicht zur Verfügung stand.

Trotz der Einschränkungen war der Veranstalter am Ende bei der Siegerehrung rundum zufrieden Brigitte Verhoef: „Wir haben einmal mehr optimale Bedingungen vorgefunden.“

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