Monschau - Wildwasserrennen Monschau: Naturschutz schränkt ein

Wildwasserrennen Monschau: Naturschutz schränkt ein

Von: ale
Letzte Aktualisierung:
7451218.jpg
Im wilden Wasser der Rur: Die Weltmeisterin Manuela Stöberl lieferte in Monschau ein gutes Rennen ab und siegte in ihrer Klasse. Foto: A. Lauscher

Monschau. Zum 59. Mal war Monschau am Sonntag Anziehungspunkt für die besten Kanuten aus Deutschland. Auf der Rur finden sie die einzige naturbelassene Strecke, die in Nordrhein-Westfalen für ein Wildwasserrennen zur Verfügung steht.

Zahlreiche Zuschauer fanden sich im Laufe des Vormittags ein, besonders zwischen dem Marktplatz, wo gestartet wurde, und dem Rosenthal hatten sie sich gute Plätze gesichert, um die spannendsten Augenblicke zu verfolgen. Monschaus Ortsvorsteher Georg Kaulen war unter ihnen. „Ich bin immer wieder stolz, dass wir hier in Monschau dieses attraktive Rennen anbieten können“, sagte er, „leider wurden die Möglichkeiten aufgrund von Naturschutzbestimmungen immer mehr eingeschränkt. Früher blieben die Kanuten drei Tage in Monschau, diesmal können sie nur am Sonntag auf die Rur.“

Es hatte einfach zu wenig geregnet in den letzten Wochen, so musste der Rur deutlich Wasser hinzu gegeben werden, damit sie 20 Zentimeter anstieg. „Wir sind dankbar, dass wir hier genug Wasser für unser Rennen bekommen“, erkannte der Organisationsleiter, Bernard Verhoef, das Entgegenkommen des Wasserverbands an, „andernorts wurden Rennen abgesagt, die für unsere Sportler wichtig gewesen wären.“

Dem stimmte der Bundestrainer für Wildwasser-Rennsport, Gregor Simon, zu: „Auf der Ilz in Bayern beispielsweise war kein Wettkampf möglich. Nun wird dieses Rennen in Monschau umso wichtiger für die Wertungen zur Qualifikation für die Weltmeisterschaft.“

Gregor Simon, der seit 1978 immer wieder gern hierher kommt, bedauerte ein wenig, dass diesmal der Start verlegt werden musste: „Es ist ein besonderes Erlebnis, durchs Städtchen zu fahren. Aber am Roten Haus ist das Wehr zu gefährlich geworden, Steine ragen heraus, das geht aufs Material. Nun müssen die Sportler gleich nach dem Start hellwach sein, sie erreichen schon in circa 40 Sekunden den Favoritentöter. Man kommt auf die Rutsche und sieht nicht, wo es hingeht. Ein zu schneller Dreher, dann kippt man um.“

„Monschau lohnt sich“

Tatsächlich kippten beim Training einige um; es waren zumeist junge Kanuten, die ihr Können auf dieser Strecke zum ersten Mal testeten. Man sah sie förmlich tief Luft holen vor der Rutsche, die mit rot-weißen Bändern gekennzeichnet war. Dann schossen sie abwärts, und es gelang nicht allen, die richtige Kurve zu kriegen. Einmal gab es eine Karambolage von vier Booten, zwei Fahrer mussten ins kühle Nass; aber die Helfer von der DLRG waren zur Stelle, das spektakuläre Geschehen ging ohne großen Schaden aus.

Im offiziellen Rennen ging es Schlag auf Schlag, alle 30 Sekunden starteten die Sportler. Staunend beobachtete das Publikum die geübten Wildwasserfahrer, die routiniert die optimale Durchfahrt fanden. Sie waren aus 22 deutschen Clubs gekommen, außerdem begrüßte Streckensprecher Alfred Schumacher Teilnehmer aus Luxemburg.

Manuela Stöberl aus Rosenheim, die amtierende Weltmeisterin im Damen-Kajak, siegte in ihrer Klasse, sie bewältigte die 5,5 Kilometer in 19.30 Minuten. Normen Weber aus Augsburg, der Weltmeister im Canadier-Einer, war der Gewinner in seiner Gruppe in 20.17 Minuten. Für eine Überraschung sorgte Lukas Gierenz vom RKC Köln, er zeigte der Spitze der deutschen Kanuten, wo es lang geht, und legte die beste Leistung des Tages hin: in 17.53 Minuten absolvierte er das anspruchsvolle Rennen. Er und seine Mitstreiter und der zufriedene Bundestrainer sind der Meinung: „Monschau lohnt sich.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert