Wildschweindame Susi vertraut auch den Zweibeinern

Von: ag
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Gemeindeförster Wolfgang Klubert und die Wildsau Susi im Roetgener Schwarzwildpark sind seit nunmehr fast zwei Jahren eng vertraut. Auch jetzt, da Susi Mutter von zwei Frischlingen ist, hat das Tier keine Berührungsängste mit dem Förster. Foto: A. Gabbert

Roetgen. Wenn Roetgens Gemeindeförster Wolfgang Klubert im Wald laut nach Susi ruft, könnte man meinen, er suche seinen Hund. Umso verblüffender ist es, wenn dann ein Wildschwein mit seinem Nachwuchs auf ihn zu getrottet kommt, um sich ein paar Streicheleinheiten abzuholen. Berührungsängste hat die Bache nicht, im Gegenteil sie frisst dem Förster sogar aus der Hand. Susi ist halt nicht normal.

Obwohl Wildschweine selbst bei den zurzeit herrschenden winterlichen Bedingungen im Wald noch genug zu fressen finden, versorgt der Förster die Tiere ab und an mit geschrotetem Korn. „Das ist dann quasi der Nachtisch für die Schweine“, sagt Klubert.

Susi wurde als Frischling von Spaziergängern im Taunus gefunden und einem Tierarzt übergeben, der sich um sie kümmerte und großzog. Schon damals habe sich das Wildschwein zu anderen Lebewesen außerhalb ihrer Spezies hingezogen gefühlt. „Ihr bester Kumpel war ein Rammler, mit dem sie zusammen in der Hundekiste lag“, sagt Klubert lachend. Mit Menschen habe sie bislang nur positive Erfahrungen gemacht, das sehe man auch daran, wie vertrauensvoll sie sich noch heute verhalte.

Inzwischen ist Susi etwa zwei Jahre alt und ihre Kinder so groß wie sie damals, als sie vor etwa einem Jahr im Roetgener Schwarzwildgehege „eingebürgert“ worden sei.

Ihr neues Zuhause teilt sie sich mit einigen anderen Artgenossen, die längst nicht so zutraulich und eher mit Vorsicht zu genießen sind. Wenn sich eine andere Bache oder gar der Keiler Rudolf nähert, verlässt auch Wolfgang Klubert vorsichtshalber lieber das Gehege und tritt den Rückzug an. „Man sollte nicht vergessen, dass Wildschweine keine Schoßtiere sind“, warnt Klubert.

Das Verhalten von Susi und ihren beiden Frischlingen sei eben nicht arttypisch und werde sich im Laufe der Jahre wieder legen. Die führenden Bachen oder auch die Keiler könnten sehr aggressiv werden, daher sollte man besser nicht die Hand durch das Gatter stecken, um die Tiere zu streicheln oder zu füttern, warnt der Förster.

Susi soll frisches Blut in das Schwarzwildgehege bringen. „Ansonsten bekommen wir hier Inzucht-Probleme“, sagt Klubert. Für die Erhaltung und die Genauffrischung sei der Zuwachs aus Hessen sehr wichtig.

Das rund sieben Hektar große Schwarzwildgehege in Roetgen, in dem insgesamt 19 Wildschweine (davon sieben Frischlinge) leben, existiert schon seit 1980 und wurde 1999 durch einen angrenzenden Kindergartenwald mit Feuerstelle, Hütte und Terrasse aufgewertet, der den Kindergärten zur Verfügung steht.

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