Wildpark Schmidt: Platzhirsch Hansi ist jetzt ständig auf Trab

Von: ho
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Momentan ist Brunftzeit im Wildpark Schmidt: Platzhirsch Hansi hat jede Menge Stress. Sein lautes Röhren und das seiner Konkurrenten ist weithin zu hören. Foto: Karl-Heinz Hoffmann

Schmidt. Auch wenn er den Vornamen mit Hansi Hinterseer gemeinsam hat, lassen sich ihre Stimmen auf keinen Fall vergleichen. Seit knapp zwei Wochen ist „Hansi“ aus Schmidt unüberhörbar wieder aktiv und lässt sein lautes Röhren durch den Wildpark in Schmidt ertönen. Dort ist die Brunft im Gange, und die Besucher können ein beeindruckendes Schauspiel erleben.

Hansi ist der Platzhirsch und als ungerader 18-Ender ein erfahrener Vertreter seiner Zunft. Der siebenjährige Chef im ersten Rotwild-Gehege des Wildparks hat momentan gewaltig Stress. Ruhelos läuft er um sein Rudel herum, hat kaum Zeit zum Fressen und offensichtlich auch schon an Gewicht verloren. Auch sein Harem macht mitunter einen leicht nervösen Eindruck.

Das liegt geschieht meistens, wenn ihr Chef hektisch wird und zum nahen Waldrand rennt. Von dort ertönt zunächst der herausfordernde Ruf eines jüngeren Hirsches, der sich dann auch noch keck auf der Weidefläche blicken lässt. So etwas läuft selbstverständlich nicht mit Platzhirsch Hansi, der auf dem Konkurrenten zustürmt, sich imponierend in Pose wirft und den jungen Spund in den Wald vertreibt. Das Sieges-Röhren schallt dem Verjagten hinterher.

„So geht das ständig“, erklärt Pächter Willibert Scheidtweiler. Da es auch noch andere Konkurrenten gibt, die die Regentschaft über das Rudel mit herausforderndem Gebrüll beanspruchen, ist der Platzhirsch ständig auf Trab und rennt hin und her. Und zwischendurch muss er dann schließlich auch noch Hirschkälber zeugen.

Im zweiten Rotwildgatter des Wildparks trifft man auf noch kapitalere Hirsche. Im Rudel der beiden 20-Ender ist allerdings noch Ruhe. Hier hat die Brunft noch nicht begonnen.

Meist bleibt es übrigens zwischen den Hirschen während der Brunft bei drohenden Gebärden und maskulinem Imponiergehabe. Aber es ist auch schon zu spektakulären Kämpfen gekommen, bei denen ein Hirsch verletzt wurde.

Ein Besuch im Wildpark Schmidt lohnt sich aber auch noch aus anderen Gründen. Hier kann man viele heimische Tiere beobachten: Neben Damm- und Rotwild trifft man hier auf Mufflons, Schwarzwild, Gänse, Enten, Bergziegen, Meerschweinchen und Kaninchen. Seit über 26 Jahren wird der Wildpark bereits von Willibert und Lilli Scheidtweiler betreut, denen es ein Anliegen ist ein Stück Eifellandschaft zu erhalten.

Dass man dies ohne staatliche Zuschüsse geschafft hat, ist sicher beachtenswert. Wer sich nach einem Rundgang durch den Wildpark stärken möchte, hat hierzu auch Gelegenheit. Lilli´s Kaffeestube, von deren Wintergarten aus man Hirsche und Ziegen beobachten kann, hat sich dabei zu einem echten Geheimtipp entwickelt. Die selbst gebackenen Kuchen stehen bei den Gästen ebenso hoch im Kurs, wie das reichhaltige Frühstück.

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