Wilder Müll im Wald ist kein Kavaliersdelikt

Von: hes
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An der „Kroley” im Tiefenbachtal waren Arbeiter gestern tagesfüllend mit Minibagger und Frontlader beschäftigt, den wild abgekippten Unrat in einen großen Container zu laden, die Fläche zu planieren und mit Mutterboden abzudecken. Jens Wunderlich und Thomas Kell appellieren an Spaziergänger und Sportler, die Ubeltäter - gerne auch anonym - beim Ordnungsamt zu melden statt vorbeizusehen. Foto: Heiner Schepp

Huppenbroich/Eicherscheid. Fast jedes Dorf in der Eifel hat mindestens ein solches Plätzchen: abgelegen und nicht gut einzusehen, geräumig und möglichst direkt an einem Wirtschaftsweg liegend, damit man seinen privaten Grünabfall ohne großen Zeitaufwand hier abladen kann.

Die Entsorgung von Gras- und Heckenschnitt in der freien Landschaft aber ist verboten und beileibe kein Kavaliersdelikt. Schon gar nicht in einem Falle, wie er nun in Huppenbroich wieder einmal öffentlich wurde.

An der „Kroley” im Tiefenbachtal hat sich in den vergangenen Monaten eine stattliche Menge an illegal entsorgten Materialien angesammelt. Der Ort des Geschehens: Die kleine Dreicksfläche am Wirtschaftsweg in Verlängerung der Straße Trift in Huppenbroich.

Doch hier wurden nicht nur organische Stoffe abgeladen, sondern offensichtlich die Reste einer Hausrenovierung, wie eine große Menge Tonfliesen samt metallenen Verlegeschienen und Kunststoffresten zeigen.

Rundballen entsorgt

Hier im idyllischen Tal und an zwei anderen wilden Müllkippen im Bereich Huppenbroich/Eicherscheid musste der Bauhof der Gemeinde Simmerath alleine in dieser Woche schon dreimal ausrücken, um teils mit schwerem Gerät die Hinterlassenschaften unverantwortlicher Zeitgenossen zu beseitigen. „Bezahlt wird das vom Bürger - über die Müllgebühr”, schimpft Huppenbroichs Ratsvertreter Jens Wunderlich.

Was den Ortspolitiker besonders ärgert: An der „Kroley” wurde zudem ein verfaulter Heu-Großballen einfach abgeladen, was die Ecke, die täglich viele Wanderer und Sportler passieren, nicht gerade verschönert.

„Das ist zwar ein organischer Stoff, der auch irgendwann verrottet; aber erstens dauert das zehn Jahre, und zweitens hat der Verursacher auf seinem eigenen Grund und Boden genügend Platz, um den Ballen zu entsorgen und dort liegen zu lassen”, kennt Wunderlich den Übeltäter.

Thomas Kell, ortskundiger Landwirt und Jagdvorstand aus Huppenbroich, appelliert an die Bürger, jene Zeitgenossen umgehend dem Ordnungsamt der Gemeinde zu melden, die sei beim Müllabladen oder -anliefern beobachten - gerne auch anonym. „Das hat mit Anschwärzen nichts zu tun”, ermuntert Kell die aufmerksamen Passanten.

Zaun mit Stacheldraht

Im Falle des bisherigen Müllabladeplatzes „Kroley” waren Arbeiter am Donnerstag tagesfüllend beschäftigt, den ganzen „Mist” in einen großen Container zu verladen, die Fläche zu planieren und mit Mutterboden abzudecken. In Kürze wird hier ein Zaun mit Stacheldreht aufgebaut, der zumindest diese Stelle für illegale Abfallentsorger unattraktiv macht. Doch die „Umweltferkel” werden schon bald ein neues Plätzchen für ihren Müll finden: abgelegen und nicht gut einzusehen, geräumig und möglichst direkt an einem Wirtschaftsweg liegend...
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