Wie soll Kalterherberg im Jahr 2025 aussehen?

Von: Peter Stollenwerk
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Am Ende des Schuljahres ist Schluss: Die Nachnutzung des ab Sommer 2017 leerstehenden Grundschulgebäudes bedeutete zugleich auch die Initialzündung für die Aufstellung einer Dorfinnen-Konzeptes. Foto: P. Stollenwerk
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Der Dorfmittelpunkt mit Eifeldom, Geschäften und Gastronomie steht dabei besonderes im Fokus. Foto: P. Stollenwerk
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Der Dorfmittelpunkt mit Eifeldom, Geschäften und Gastronomie steht dabei besonderes im Fokus. Foto: P. Stollenwerk
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Der dörfliche Charakter Kalterherbergs soll laut Entwicklungskonzept als Potenzial für die touristische Aufwertung ausgeschöpft werden.

Kalterherberg. Noch ist alles Theorie, aber bei der Umsetzung des Dorfinnen-Entwicklungskonzeptes Kalterherberg (DIEK) zeichnen sich bereits die Schwerpunktthemen ab. Seit einem Jahr macht das Konzept in Kalterherberg die Runde, und nach den Sommerferien soll es Konturen annehmen, wenn die ersten Projekte benannt werden.

In der zurückliegenden Sitzung des Monschauer Wirtschaftsausschusses wurde das auf der Grundlage zahlreicher Anregungen aus dem Dorf heraus nun fertiggestellte DIEK vom Planungsbüro aus Kürten vorgestellt und auch einstimmig beschlossen.

Das 80 Seiten umfassende Papier soll Handlungsmöglichkeiten und Lösungsansätze aufzeigen, wie es in einem Dorf wie Kalterherberg gelingen kann, den vielfältigen Anforderungen der Zeit zu begegnen. Es geht der Frage nach, wie Kalterherberg im Jahr 2025 aussehen soll.

Ein Erfolgserlebnis aber soll sich bereits deutlich kurzfristiger einstellen. Neben Konzen und Mützenich hat sich auch Kalterherberg für den städteregionalen Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ angemeldet und hofft mit dem zukunftsweisenden Konzept zur Dorfentwicklung zu punkten. Die Bereisung der Kommission findet im September statt.

Drei auffällige Entwicklungen

Demografischer und gesellschaftlicher Wandel, aber auch strukturelle Veränderungen in der Landwirtschaft und das Wegebrechen der Nahversorgung sind Entwicklungen, denen im Prinzip alle Dörfer ausgesetzt sind. Im Fall Kalterherberg aber zeigt sich erhöhter Handlungsbedarf, weil sich hier drei besonders auffällige und besorgniserregende Entwicklungen abzeichnen: Da ist die Problematik von leerstehenden Gebäuden, der Rückzug der Gastronomie und die Frage der Nachnutzung des Grundschulgebäudes, nachdem der Schulstandort Kalterherberg mit dem Ende des Schuljahres aufgelöst wird. Der Verlust der Schule gilt auch als Initialprojekt für das Konzept.

Hier soll nun das DIEK ansetzen und als Steuerungs- und Planungsinstrument konkrete Ansätze aufzeigen, wie der Ortskern baulich aufgewertet, dem Leerstand begegnet werden kann und attraktive Grünstrukturen geschaffen werden können. Die im DIEK angesprochenen Maßnahmen sollen in den nächsten fünf bis zehn Jahren greifen.

Ein wesentlicher Ansatz für Kalterherberg ist auch die touristische Wertschöpfung und die Profilierung als Rad- und Wanderdorf. Im Rahmen des Projektes „Aktiverlebnisregion Städteregion Aachen“ stehen die Nachnutzung des Grundschulgebäudes, ein rad- und wandertouristisches Angebot sowie die Sicherung der Vereinseinrichtungen im Fokus.

In ihrem Vorwort zum Konzept schreibt Monschaus Bürgermeisterin, Margareta Ritter, dass auch für die Zukunft „die Initiative der Kalterherberger maßgeblich sein wird, um den begonnenen Entwicklungsprozess fortzusetzen“.

Die Bürgermeisterin ermuntert die Bürger, sich auf der Grundlage eines offenen und transparenten Prozesses „direkt an der Entwicklung der Inhalte“ zu beteiligen. Die Zusammenarbeit mit der Zukunftswerkstatt Kalterherberg habe bereits die Möglichkeit eröffnet, individuelle Ideen einzubringen. So habe das DIEK „eine hohe integrative Wirkung für Kalterherberg entfaltet“ und stelle eine vielversprechende Möglichkeit „zur Gestaltung des eigenen Lebensmittelpunktes und der eigenen Zukunft“ dar.

Mit dem Entwicklungsansatz als Rad- und Wanderdorf eröffne sich die Chance, Kalterherberg aus seiner „Randlage“ zu einem touristisch geprägten zentralen Punkt im deutsch-belgischen Naturpark aufzuwerten.

Moderne und Tradition

Susanne Neumann lenkte für das gleichnamige Planungsbüro in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses auch noch einmal den Blick auf die wesentlichen Handlungsansätze beim DIEK, die man gemeinsam mit der Dorfbevölkerung erarbeitet habe und unter dem Leitmotiv „lebens- und liebenswert“ stehen würden. Wesentlich sei eine Verbindung von Moderne und Tradition im Ort zu schaffen. Dazu gehöre die Sicherung der Vereinsstrukturen, Daseinsvorsorge und Arbeitsplätze vor Ort. Beim angestrebten Mehrwert durch den Tourismus müsse der Bürger das Gefühl haben, dass er einen erkennbaren Nutzen von dieser Entwicklung habe.

Nachdem das Konzept nun im Entwurf steht, soll im Juni eine öffentliche Präsentation des Papiers vor Ort stattfinden. Im Juli wird das DIEK dann endgültig fertiggestellt und der Bezirksregierung zur Prüfung der Förderfähigkeit vorgelegt. Nach den Sommerferien soll die Umsetzung der ersten Projekte dann konkrete Formen annehmen.

Bislang haben bereits vier Arbeitstreffen der eigens gebildeten Lenkungsgruppe stattgefunden, bei denen zwischen 50 und 250 Teilnehmer anwesend waren. Weiterhin wurden noch zwei Arbeitskreise gebildet, die konkrete Themenfelder beleuchteten. Ergänzend dazu gab es noch ein Treffen mit rund 25 Kindern und Jugendlichen.

Wichtig beim Dorfkonzept sei eine generationenübergreifende Gestaltung und die optische Aufwertung des Ortszentrums, sah Gregor Mathar (SPD) einen wesentlichen Ansatz für das DIEK. Bei der späteren Umsetzung von Ideen müsse man auch immer die Auswirkungen auf den Haushaltsplan der Stadt Monschau sehen, da man in der Verantwortung für die gesamte Stadt stehe.

Werner Maaßen als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Monschauer Unternehmer wies darauf hin, dass bei allen Fördermaßnahmen auch die Frage des späteren Wartungs- und Pflegeaufwandes berücksichtigt werden müsse.

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