Wie man besser liest: Fortbildung in der Gemeindebücherei

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Theo Kaufmann teilte mit den Teilnehmerinnen der Fortbildung seinen Erfahrungsschatz.

Simmerath. Ein allgemeingültiges Rezept für die beste Vorlesestunde der Welt hatte Theo Kaufmann nicht, aber viele interessante und im übertragenen Sinne geschmackvolle Zutaten. Diese präsentierte er während seiner gut sechsstündigen Fortbildung „Vorlesen – noch besser!“ in der Gemeindebücherei Simmerath.

Theo Kaufmann leitet den Verein für Leseförderung im schwäbischen Waiblingen. Um seine jahrzehntelange Erfahrung zu teilen, ist ihm auch ein Weg in die Eifel nicht zu weit. Er berichtete von seiner Zeit als Grundschullehrer, von seinen zwei unterschiedlich lesehungrigen Söhnen und seinem Engagement in der Leseförderung für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene, darunter Menschen mit Migrationshintergrund.

Die durchweg weiblichen Vorleser hatten sich mit unterschiedlichen Erwartungen und verschiedenem Kenntnisstand zur Fortbildung angemeldet. Dabei waren eine Tagesmutter, eine Auszubildende zur Kinderpflegerin, Mütter und Omas sowie Vorlesepatinnen aus Bibliotheken der Region, zwei Büchereileiterinnen und eine Interessentin, die gern dementen Menschen vorlesen möchte. Kaufmann gelang es, allen gerecht zu werden. Nach der Vorstellungsrunde stieg er ein in die Praxis.

Er forderte die Teilnehmerinnen heraus mit dem abwechselnden Vorlesen eines unbekannten Textes. Damit gab er dem Gefühl der ersten Unsicherheit Raum, vor Publikum zu lesen und dabei gewisse Stolperfallen überwinden zu müssen. Wie zu erwarten, ging es weiter mit Vorlesen, wobei auf Tempo, Betonung, Vorausschauen geachtet wurde, sowie aufs Ruhebewahren, falls sich ein Versprecher einschlich. Darüber hinaus wurde das Gelesene mit Ideen zur Weiterführung verknüpft. Das Bilderbuch-Thema „Behinderung“ führte etwa dazu, dass jeweils eine sehende Vorleserin eine Partnerin mit geschlossenen Augen durch die Büchereiräume führte.

Neue Medien einbezogen

In einem zweiten Teil standen digitale Leseförderungsprogramme und Online-Plattformen wie „Antolin“ und „Onilo“ im Vordergrund. Diese Internet-Angebote können Vorleser nutzen, um ihre Vorlesestunden noch attraktiver zu gestalten.

Lesen und Vorlesen gehen auch durch den Magen. So gehört in die Vorlese-Aktion „Hör zu – mach mit“ der Simmerather Bücherei immer eine kleine Pause mit Getränk und Süßem. Der Förderverein griff diesen Aspekt auf und richtete auch während der Fortbildung ein kleines Büffet aus. Am Ende bewerteten zwölf Teilnehmerinnen die Veranstaltung in allen Aspekten als gelungen, kurzweilig und gewinnbringend.

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