Wie laut geht es eigentlich in einer Hundepension zu?

Von: P. St.
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Wie laut geht es in einer Hundepension zu? In Mulartshütte wird die Frage bald beantwortet. Foto: Ralf Roeger

Mulartshütte. Am Ortsrand von Mulartshütte am Ende der Zweifaller Straße soll eine Hundepension eingerichtet werden. Mit einer entsprechenden Bauvoranfrage hatte sich jetzt auch der Bauausschuss der Gemeinde Roetgen zu beschäftigen. Aus rein baurechtlicher Sicht ist gegen das Vorhaben nichts einzuwenden, da das Grundstück an der Ortsdurchfahrt noch innerhalb der Innenbereichssatzung liegt.

Dennoch wurden im Ausschuss von verschiedenen Seiten Bedenken geäußert, dass die mit dem Betrieb einer Hundepension möglicherweise verbundene Lärmbelästigung durch die Tiere zu Beschwerden in der Nachbarschaft führen könnte. Wie laut es nun tatsächlich in der Hundepension zugeht, darüber hatten aber die Fachausschussmitglieder allerdings keine klar definierte Vorstellung.

Der Flächennutzung weist das an der Landstraße liegende Grundstück als Mischgebiet aus. In der Umgebung sind weitere, einzelne Gewerbetriebe vorhanden. Somit kommt im Falle der Hundepension der Paragraf 34 des Baugesetzbuches zur Anwendung, wonach ein Bauvorhaben sich in die vorhandene Eigenart des Gebietes einfügen muss.

Geplant ist eine Urlaubsbetreuung von Hunden. Ein solches Gewerbe ist grundsätzlich in einem Mischgebiet zulässig, wenn das Wohnen nicht wesentlich beeinträchtigt wird. Hundepensionen werden im Baurecht als „störende Gewerbebetriebe“ eingestuft und wären somit in einem reinen Wohngebiet auch nicht zulässig. Anders sieht es allerdings in einem Mischgebiet aus, wo gegen den Betrieb einer Hundepensionen auch aus Sicht des Umweltamtes der Städteregion keine Bedenken bestehen.

Laut Betriebsbeschreibung soll die Auslaufzeit der Tiere auf die Zeiten zwischen 8 bis 12 Uhr und 15 bis 22 Uhr beschränkt werden. Weiterhin ist die Rede davon, dass bis zu zehn Hunde gleichzeitig in Verwahrung genommen werden.

Starke Bedenken wegen der möglichen Lärmbelästigung äußerte Wolfgang Schruff (PRB), weshalb er den Antrag auf Nutzungsänderung auch ablehne.

Die Frage der Lärmbelästigung sei im Verfahren geprüft worden, sagte Dirk Meyer vom Bauamt der Gemeinde, aber prinzipiell könne auch von nur einem Hund ein erhöhte Lärmbelästigung ausgehen. Vom Baurecht her gebe es keine Handhabe, das Einvernehmen zu versagen, zumal die Einhaltung von Grenzwerten Teil der Genehmigung sei.

Auslaufzeiten beschränken

Es sei schwer, vorab eine Lärmprognose zu stellen, meinte Klaus Onasch (SPD). Daher sei die zeitliche Beschränkung der Auslaufzeit auch ein wichtiger Punkt in der Genehmigung, falls es zu Beschwerden von Nachbarn komme. Er bezeichnete das Vorhaben als „echte Herausforderung“.

Bernd Vogel (PRB) sah es als ungünstig an, eine Situation herbeizuführen, dass ein eventuell lärmgeplagter Nachbar tätig werden müsse. „Hundebellen lässt sich nicht auf Knopfdruck abstellen“, meinte Vogel. „Da ist der Ärger vorprogrammiert.“

Bernhard Müller (Grüne) hatte weniger Bedenken: Wenn der Pensionsinhaber sein Geschäft verstehe, dann werde die Lärmbelästigung kein Problem darstellen.

Für Günter Severain (parteilos) war die Situation dennoch nicht zu unterschätzen. Daher sollte man im Beschluss auch die entsprechenden Bedenken hinsichtlich einer möglichen Lärmbelästigung zum Ausdruck bringen und den Antragsteller entsprechend sensibilisieren.

Bei zwei Gegenstimmen der PRB stimmt der Ausschuss am Ende der beantragten Nutzungsänderung zu, wobei der Beschluss um den Zusatz erweitert wurde, dass die Obergrenze von zehn gleichzeitig anwesenden Hunden nicht überschritten werden dürfe.

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