Wie kommen die Schüler denn zum Tivoli?

Von: Jutta Geese
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Aachen. Beschlossen ist noch nichts. Doch alles deutet darauf hin, dass die Städteregion mit Alemannia Aachen eine Kooperationsvereinbarung über die Nutzung des geplanten Nachwuchsleistungszentrums am neuen Tivoli abschließen wird.

Für die Alemannia würde dies für mindestens zehn Jahre gesicherte Einnahmen von jährlich 75.000 Euro bedeuten. Im Gegenzug erhielte die Städteregion 500 „Belegstunden” pro Jahr für Schulen, Kindergärten, Jugendtreffs oder auch Vereine aus der Städteregion.

Während Städteregionsrat Helmut Etschenberg die 75.000 Euro bereits im Haushaltsentwurf 2011 im Etat des Bildungsbüros eingeplant hat - die Mehrwertsteuer in Höhe von 14.250 Euro ist dabei noch nicht berücksichtigt - und das Vorhaben mit dem Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp abgestimmt hat, war die Politik bislang nicht in die Überlegungen eingebunden.

Auf Antrag der SPD-Fraktion im Städteregionstag hat sich jetzt der Schulausschuss mit diesem Thema beschäftigt. Und alle Fraktionen signalisierten, dass sie der Idee im Prinzip positiv gegenüberstehen, aber dass ihnen das bisher vorliegende Konzept noch zu dürftig ist.

Während die von der Verwaltung vorgeschlagene Aufteilung der 500 Stunden auf die zehn Kommunen entsprechend ihrer Einwohner- und Schülerzahl nicht kritisiert wurde, warf etwa Heiner Höfken (SPD) die Frage auf: „Wie gelingt es den Schulen, vor allem denen außerhalb von Aachen, mit den Kindern zum Tivoli zu kommen?” Eine Frage, die auch Elisabeth Paul (Grüne) beschäftigte. „Vielleicht kann ja auch der Berg zum Propheten kommen”, schlug sie vor. Sprich: Alemannia-Trainer und -Spieler könnten auch in den Schulen Übungseinheiten anbieten. Bei den potenziellen Nutzern sollte zudem nachgefragt werden, ob und wie sie das Nachwuchsleistungszentrum am Tivoli in Anspruch nehmen wollen.

Diese Abfrage wird erfolgen, sagte Schuldezernent Gregor Jansen zu, der von begeisterten Spontanreaktionen aus Schulen in der Eifel auf eine Blitzumfrage zu berichten wusste. Der derzeit vorliegende Vorschlag zur Kooperation mit Alemannia sei nur „ein erster Aufschlag”, betonte er. Das Konzept werde noch verfeinert und „nachfrageorientiert” gestaltet. Noch im Dezember will Jansen es dem Städteregionstag vorlegen.

Nicht ganz glücklich scheint die Politik mit der Veranschlagung der 75000 Euro im Etat des Bildungsbüros zu sein. „Vom Grundsatz her ist es ja schön, Alemannia so zu unterstützen”, meinte etwa Elisabeth Paul, „aber das darf nicht unter dem Titel sein.” Heribert Vroemen (UWG) mahnte, da die Alemannia GmbH ein Wirtschaftunternehmen sei, „müssen wir sehr genau überlegen, wie wir das fördern”. Für Dezernent Jansen steht dabei eines außer Frage: „Ziel ist, unsere Kinder und Jugendlichen zu unterstützen. Wenn dadurch auch Alemannia gefördert wird, umso besser.”
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