Wie immer nach Karneval: Die Grippe ist da

Von: P. St.
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Die Zahl der Infektionskrankheiten steigt: Die meisten Betroffenen suchen bei den typischen Symptomen einer Erkältungskrankheit selbstverständlich ihren Hausarzt auf und sind in der Regel nach ein paar Tagen Bettruhe wieder am Start. Foto: stock/imagebroker

Simmerath. Es ist wieder soweit: Der Hals kratzt, der Kopf brummt, die Beine sind schwer, und man fühlt sich völlig erschlagen. Dabei handelt es sich keineswegs um schwere Nach- und Nebenwirkungen des Karnevals, sondern ganz einfach um Infektionskrankheiten, wie sie zu dieser Jahreszeit durchaus üblich sind.

Durch den Karneval ist die Zahl der Betroffenen zwar noch einmal angestiegen, aber die so genannte Grippewelle war auch schon einige Woche vor den tollen Tagen im Umlauf.

„Wir sind bis unter Dach belegt“, sagt Dr. Guido Schneiders, Leitender Arzt in chefärztlicher Funktion der Notfallambulanz an der Artemed-Eifelklinik St. Brigida in Simmerath. Dass das Krankenhaus derzeit kaum noch ein freies Bett anbieten kann, hängt in erster Linie mit der Grippewelle zusammen, wobei der Mediziner diesen Begriff eigentlich nicht verwenden möchte.

„In den letzten Wochen ist die Zahl der Infektionskrankheiten deutlich angestiegen“, sagt Dr. Schneiders, und nach Karneval sei erwartungsgemäß die Zahl der Patienten mit Infektions-Krankheiten noch einmal nach oben gegangen, da naturgemäß im Karneval die Häufigkeit der Kontakte zunehme und damit auch die Krankheitsüberträger leichtes Spiel hätten. Ob ein harmloses Küsschen oder ein kräftiger Händedruck: Beide Formen zwischenmenschlicher Kontaktaufnahme seien wie geschaffen für die Übertragung von Keimen.

Außerdem wurde von vielen Menschen, die im Straßenkarneval unterwegs waren, das gute Wetter an den Karnevalsfeiertagen überschätzt. Die meisten Betroffenen suchen bei den typischen Symptomen einer Erkältungskrankheit selbstverständlich ihren Hausarzt auf und sind in der Regel nach ein paar Tagen Bettruhe wieder am Start, aber bei älteren Patienten mit geschwächten Abwehrkräften ist oft ein stationärer Aufenthalt erforderlich.

„Es ist jetzt die übliche Zeit, in der Infektionskrankheiten vermehrt auftreten“, sagt Schneiders, der in der aktuellen Erkrankungswelle noch keinen bedenklichen Anstieg sieht. Mit einem Abklingen der Erkältungswelle sei in einigen Wochen zu rechnen.

Auch in anderen Kliniken der Region ist die Situation ähnlich.

Die augenblickliche Erkältungswelle führt aber nicht nur zu Problemen in vielen Betrieben, wo es derzeit hohe Krankenstandsraten gibt, auch das Deutsche Rote Kreuz schlägt Alarm, da es Engpässe bei der Blutversorgung gibt, was daran liegt, dass es bei aktuellen Blutspendeaktionen im Bereich des Blutspendedienstes West bis zu 25 Prozent Ausfälle gibt.

Zu allem Unglück werden auch die ehrenamtlich tätigen Helfer der örtlichen DRK-Gemeinschaften von den Auswirkungen der Erkrankungswelle nicht verschont.

Täglich werden in den drei Bundesländern Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland etwa 3500 Blutspenden benötigt, um die Versorgung der Patienten in den Kliniken und Arztpraxen ausreichend sichern zu können. Derzeit wird aber nicht einmal diese Anzahl der benötigten Blutspenden erreicht.

Sollte sich diese Situation nicht ändern, wird sich das in wenigen Tagen auch in der Klinikversorgung bemerkbar machen, insbesondere wenn die Zahl der Erkrankungen weiter ansteigt, die Blutspendeausfälle über einen längeren Zeitraum anhalten und die gesunden Menschen nicht an den Blutspendeaktionen teilnehmen, befürchtet man beim DRK.

Um mögliche Engpässe von vornherein auszuschließen, bittet das Deutsche Rote Kreuz alle gesunden Menschen ab 18 Jahren, sich an den Blutspendeaktionen des DRK zu beteiligen. Neuspender dürfen nicht älter als 68 Jahre sein.

Bei grippeähnlichen Symptomen (Schnupfen, Erkältung, Gliederschmerzen, Fieber usw.) darf kein Blut gespendet werden. Nach einer Woche Beschwerdefreiheit – bei Fieber und Antibiotikagabe erst vier Wochen danach – kann wieder eine Blutspende erfolgen. Für Rückfragen steht die kostenlose Service-Rufnummer 0800/1194911 des DRK-Blutspendedienstes West (montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr vom deutschen Telefonfestnetz aus) für Spenderanfragen zur Verfügung.

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