Wie die Gehirnwäsche Adolf Hitlers funktionierte

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Ort der Geschichte: Von 1942 bis 1944 war Vogelsang Standort von drei Adolf-Hitler-Schulen. Foto: dpa

Vogelsang. Die 1937 gegründeten „Adolf-Hitler-Schulen“ (AHS) waren ein integraler Teil nationalsozialistischer Erziehungskonzeption und sozialer Praxis. Als Ausleseschulen für 12- bis 18-Jährige standen sie in einem engen Zusammenhang mit den NS-Ordensburgen, in denen ein Großteil dieser Jugendlichen ihre Schulzeit bis 1945 erlebte.

Zu jungen Männern herangewachsen, sollten aus ihrem Kreis, so sahen es jedenfalls die Planungen vor, einmal die künftigen „Ordensjunker“ und damit das politische Führerkorps der NSDAP hervorgehen.

Auch Vogelsang war von 1942 bis 1944 Standort von drei AHS, und so ist es nur konsequent, dass das neue Buch von Rainer Hülsheger aus Rott jetzt am internationalen Platz vorgestellt wurde.

Die Studie beleuchtet aus zahlreichen Perspektiven nicht nur die Erziehungs- und Unterrichtspraxis der Adolf-Hitler-Schulen, deren Ziel es letztlich war, bei den Heranwachsenden ein elitäres, rassistisches Herrenmenschenbewusstsein zu prägen.

„Hülsheger hat umfangreich nicht veröffentlichte Quellen und zahlreiche Zeitzeugeninterviews ausgewertet, so dass auch die individuellen Erfahrungen der Schüler selbst in seine Darstellung einfließen“, hebt Stefan Wunsch, wissenschaftlicher Leiter der Akademie Vogelsang IP NS-Dokumentation Vogelsang, hervor.

„Die letzten großen Forschungsarbeiten zu den AHS wurden 1973 und 2001 publiziert. Wer sich in Zukunft mit diesem Thema befassen möchte, wird sich intensiv mit Hülshegers Studie, die die Forschung deutlich weiterbringt, auseinandersetzen müssen.“

Der Autor Rainer Hülsheger, Jahrgang 1943, ist pensionierter Lehrer, lebt in Rott und ist seit 2006 auch als freiberuflicher Vogelsang-Referent tätig.

Nachdem er sich viele Jahre mit der AHS, ihren Schülern und auch den dort tätigen Erziehern befasst hat, legt er mit dem Buch „Die Adolf-Hitler-Schulen 1937–1945. Suggestion eines Elitebewusstseins“ das Fazit seiner Forschungen vor.

Das im Beltz Juventa Verlag erschienene Werk ist ab sofort im Buchhandel erhältlich.

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