Nordeifel - Wie aus der Telefonzelle eine Schmökerstelle wurde

Wie aus der Telefonzelle eine Schmökerstelle wurde

Von: pp
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Die Lit.Eifel-Vorsitzende Margareta Ritter, Bürgermeisterin von Monschau, und ihr Heimbacher Amtskollege Peter Cremer, übergaben im Innenhof der Internationalen Kunstakademie Heimbach die fünf Bücherschränke an die jeweiligen Kommunen und deren Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Nordeifel. Das Interesse unter den teilnehmenden Kommunen war groß. „Es wurde intensiv gerungen“, sagte Heimbachs Bürgermeister Peter Cremer. Das Objekt der Begierde: Die fünf künstlerisch wertvollen Bücherschränke, die aus ehemaligen Telefonzellen der Telekom entstanden sind.

Freuen dürfen sich die Städte Heimbach, Monschau, Stolberg und Schleiden sowie die Gemeinde Kall, die alle einen Bücherschrank bei der Auslosung gewonnen haben.

Alle diese Kommunen können – und das war eine Bedingung – Paten vorweisen, die sich um die Bücherschränke kümmern, also um die Pflege und auch um den Bücherbestand. Im Jahr 2015 hatte der Verein Lit.Eifel insgesamt sieben dieser Telefonzellen erworben. Finanziert wurden sie mit Fördermitteln aus dem Leader-Projekt. Zwei Exemplare gingen an die Deutschsprachige Gemeinschaft im belgischen Eupen, die Partner von Lit.Eifel ist. Die restlichen fünf blieben in Deutschland.

Im Heimbacher Bauhof wurden sie von Künstlern der Internationalen Kunstakademie Heimbach mit Unterstützung von Kindern und Jugendlichen aus Titz verschönert. Seit Dienstag, 30. August, stehen die Schränke im Hof der Kunstakademie, wo sie am Mittwoch übergeben wurden. Wer sich die einstigen Telefonzellen anschauen will, hat noch bis Sonntag, 11. September, die Möglichkeit. So lange werden sie im Innenhof der Kunstakademie ausgestellt.

Die Stadt Heimbach erhält den Bücherschrank, der vom Kölner Maler und Zeichner Michael Koch gestaltet wurde. „Es ist eine laute Arbeit, mit Scribble-Kunst, Street-Art und Pop-Ansätzen“, beschreibt Akademieleiter Prof. Dr. Frank Günter Zehnder den künstlerischen Ansatz und prophezeit: „Die wird im Stadtbild auffallen.“

Das genaue Gegenteil, also eine „leise Zelle“, erhält die Stadt Monschau. Gestaltet wurde sie von Beatrix von Bock aus Jülich. „Sie arbeitet mit allem, was sie in die Finger bekommt“, erzählte Zehnder – im Falle der Telefonzelle mit eingefärbtem Tapetenmuster.

„Das sieht aus wie ein Zimmer im 19. Jahrhundert“, so Zehnder. Aufgestellt wird sie vor der Grundschule im Stadtteil Konzen, wie Bürgermeisterin Margareta Ritter, gleichzeitig Vorsitzende des Lit.Eifel-Vereins, mitteilte. Ein privat getragener Verein übernimmt die Betreuung.

In Kall wird der Bücherschrank im Kloster Steinfeld ein neues Zuhause finden. „Wir sind froh“, äußerte sich Heribert Schommer, Kurator der Stiftung Kloster Steinfeld. Die Telefonzelle hat der Maler und Grafiker Antonio Nuñez aus Aachen gestaltet.

Für die Stadt Schleiden nahm der stellvertretende Bürgermeister Klaus Ranglack den Bücherschrank entgegen. „Wir werden ihn vermutlich auf dem Marienplatz in Gemünd aufstellen“, sagte er. Passenderweise wohnt die Künstlerin, die die einstige Telefonzelle gestaltet hat, ebenfalls in Schleiden.

Maf Räderscheidt hatte Märchen darauf verewigt, darunter auch eines aus Afghanistan. Die fünfte Zelle geht nach Stolberg. Gestaltet hatte sie Wieslawa Stachel, die in Köln und bei Krakau lebt, und zwar mit statischen Motiven und kleinen Farbstrecken. „Der Bücherschrank wird in Werth aufgestellt“, sagte Petra Jansen von der Stadt.

Es sollen übrigens nicht die letzten Bücherschränke sein, die Lit.Eifel besorgt. „Wir können uns vorstellen, dass ein Reigen folgt, vielleicht zwei oder drei pro Jahr“, sagte Margareta Ritter. Schließlich wolle man nicht nur zu hochwertigen Lesungen einladen, sondern auch die Lesebereitschaft im öffentlichen Raum sichtbar machen.

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