Wettstreit um die Stimmen ist in der Nordeifel weitgehend abgeschlossen

Von: P. St.
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Wahlwerbung, mal plakativ, mal personenbezogen, bestimmte zuletzt auch das Straßenbild in der Eifel, aber auch andere Werbung erkämpfte sich ihren Platz, wie zum Beispiel diese Puppe als Hinweis auf den Erntedankzug am Wahlsonntag in Strauch. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Auch in der Nordeifel läuft der Countdown für die Bundestagswahl 2017. In den drei Eifelkommunen Monschau, Roetgen und Simmerath sind die Wahlkampfaktivitäten bis auf ein paar letzte Versuche, die Stimmabgabe noch zu beeinflussen, allerdings weitgehend abgeschlossen.

Ehe am Sonntag, 24. September, die Wahllokale um acht Uhr öffnen, werden aber auch die Parteien in der Nordeifel noch einmal alle Kräfte mobilisieren, um die angeblich ja noch immer hohe Zahl von Unentschlossenen zu bewegen, eine Wahlentscheidung zu treffen. Vor allem am Samstag wird die letzte Etappe des Straßenwahlkampfes genutzt, um Flyer, Kugelschreiber, frische Schnittblumen oder Kartoffelmesser unters Volk zu bringen.

Wahlkampf nicht nur langweilig

Gut ein Drittel der Eifeler Wahlberechtigten hat sich bereits per Briefwahl entschieden. Der verstärkte Trend zur Briefwahl ist auch in der Eifel deutlich erkennbar, denn in allen drei Kommunen gibt es Rekordbeteiligungen (s. Box).

Für einige Parteien in den drei Eifelkommunen indes ist der Wahlkampf bereits komplett beendet. Den Monschauer Grünen beispielsweise fehlt es am erforderlichen Personal, um am Samstag noch einmal die Werbetrommel an Infoständen zu rühren. Dies sei ein grundsätzliches Problem der kleineren Parteien, sagt Werner Krickel, Fraktionsvorsitzender im Monschauer Stadtrat. Auch müsse man bedenken, dass gerade die kleinen Parteien Probleme hätten, nach der erst wenige Monate zurückliegenden NRW-Landtagswahl jetzt erneut die Wahlkämpfer zu motivieren.

Den Wahlkampf habe er, wie oft behauptet, keineswegs als eintönig empfunden, aber ein großer Teil der politischen Auseinandersetzung habe sich in die unterschiedlichsten Medien verlagert.

Am 24. September sind in den drei Eifelkommunen insgesamt 28.391 Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Stimme bei der Bundestagswahl 2017 abzugeben. Das sind 471 Wahlberechtigte mehr als bei der Bundestagswahl 2013. In der Gemeinde Simmerath sind es 12.327 Wahlberechtigte (plus 292), in der Stadt Monschau 9375 (minus 95) und in der Gemeinde Roetgen 6689 Wahlberechtigte (plus 284).

Fast 400 Helfer wurden gegen ein kleines „Erfrischungsgeld“ verpflichtet, am Wahltag ehrenamtlich in den Wahllokalen zu helfen. In jedem Wahllokal ist ein siebenköpfiger Wahlvorstand im Einsatz; jeweils acht Leute werden für die insgesamt sieben Briefwahlbezirke benötigt.

Ergebnisse aus der Nordeifel fließen diesmal übrigens nicht in die Wahlprognosen ein, die die TV-Anstalten ARD und ZDF pünktlich um 18 Uhr bekanntgeben werden.

170 Helfer sind in der Gemeinde Simmerath im Einsatz, um in den 20 Wahlbezirken und den drei Briefwahlbezirken dafür zu sorgen, dass alles korrekt abläuft. In Strauch wurde das Wahllokal ausnahmsweise in den Kindergarten Sonnenstraße verlegt, da das Pfarrheim am Wahlsonntag durch das Erntedankfest belegt ist. Für Nachfragen hat auch schon die Vollsperrung der B 399 am Wochenende in Lammersdorf gesorgt. Zwar wird der Durchgangsverkehr weiträumig umgeleitet, aber die Erreichbarkeit des Wahllokals am Sonntag ist über innerörtliche Straßen sichergestellt.

Ab 18 Uhr wird im Simmerather Ratssaal eine öffentliche Präsentation der Ergebnisse angeboten.

Im Stadtgebiet Monschau sind 9375 Wahlberechtigte zum Urnengang aufgerufen. Bereits seit der letzten Landtagswahl ist die Zahl der Wahlbezirke durch Neuzuschnitt von 16 auf 13 reduziert worden. Auch in Monschau wird es für interessierte Bürger ab 18 Uhr im Rathaus eine Präsentation der Ergebnisse geben.

In der Gemeinde Roetgen sind am Sonntag 6689 Bürger zur Wahl aufgerufen. Auch in Roetgen ist die Zahl der Stimmbezirke vor der Kommunalwahl 2014 von 14 auf 9 reduziert worden. Weiterhin gibt es zwei Briefwahlbezirke. Insgesamt sind 88 Helfer im Einsatz. Auf eine Präsentation der Ergebnisse im Rathaus wird in Roetgen verzichtet, zumal die Ergebnisse aller Stimm- und Wahlbezirke auch in Echtzeit im Internet einsehbar sind.

Ihre Wahlaktivitäten weitgehend abgeschlossen hat auch die CDU Simmerath. Das Wahlkampfteam um den Gemeindeverbandsvorsitzenden Bernd Goffart verzichtet am Samstag auf weitere Infostände, stattdessen werden wie auch schon in der Vergangenheit noch einige Hausbesuche eingeplant. Als „relativ ruhig“ hat auch Goffart die Wahlkampfphase empfunden, wofür er zwei Gründe sieht: Einerseits sei man in der Eifel weit entfernt von „populistischen Wahlkämpfen“ und andererseits sei der gemäßigte Wahlkampf ein Zeichen dafür, „dass ein Großteil der Bevölkerung mit der aktuellen Politik zufrieden ist“.

Die SPD in Roetgen ist in Sachen Wahlwerbung am kommenden Samstag noch einmal im Einsatz, berichtet Klaus Onasch, SPD-Fraktionsvorsitzender in Roetgen, der den Wahlkampf intensiv beobachtet hat und durchaus findet, „dass die Unterschiede deutlich geworden sind.“ Bedauerlich sei aber, dass im TV-Duell der beiden Spitzenkandidaten Schulz und Merkel die Flüchtlingsproblematik dominiert habe und andere wesentliche Themen untergegangen seien.

Als politisch interessierter Bürger sollte man sich daher auch intensiv mit den Wahlprogrammen der einzelnen Parteien auseinandersetzen, sagt Onasch, der in der politischen Kultur insgesamt eine Tendenz zu Oberflächlichkeit und Desinteresse sieht. Das sei eine fatale Entwicklung, denn jedem sollte bewusst sein, dass der in Deutschland erreichte Standard das Ergebnis intensiver politischer Prozesse sei. Daher sieht Onasch politische Willensbildung auch als Aufgabe der gesamten Gesellschaft: „Denn alles ist Politik“, lautet seine Überzeugung.

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