Wetterwarnungen verderben das Geschäft

Von: P. St.
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Kaum Autoverkehr herrschte wegen anhaltenden Schneefalls am Sonntag in der Eifel. Blechschäden wie hier auf der L246 zwischen Simmerath und Am Gericht, konnten dennoch nicht ausgeschlossen werden. Foto: psm

Nordeifel. „Wenn Sie nicht unbedingt fahren müssen, dann bleiben Sie am besten zu Hause.” Dieser Spruch hat sich am Wochenende wie eine Endlos-Schleife durch das Radio gezogen. Irgendwann hatten wohl alle potentiellen Eifel-Ausflügler die Botschaft verinnerlicht und hielten sich daran.

„Man sollte sich einmal im Klaren darüber sein, wie man mit solchen Horror-Meldungen der Gastronomie schadet”, schimpft Angelika Stollenwerk vom Venngasthof „Zur Buche” aus dem verschneiten Mützenich. Die Gastronomie freue sich „im Prinzip” über den einsetzenden Winter, und die anhaltenden Warnmeldungen kann die Wirtin nicht nachvollziehen: „Die Straßen waren schwarz.”

Das gleiche Ärgernis erlebte auch Rudi Hermanns, Betreiber des Skiliftes in Rohren. „Am Sonntag war höchstens halb so viele Besucher da wie am Samstag”, macht auch er die anhaltenden Negativ-Meldungen, die in Winterchaos in der Eifel befürchten ließen, für den ausbleibenden Ansturm der Wintersportler verantwortlich. Es sei zu jeder Zeit problemlos möglich gewesen, über bestens geräumte Straßen zum Skihang zu gelangen.

Am Skihang sind inzwischen alle Lifte in Betrieb, und bei 35 Zentimeter Schnee bieten sich ideale Wintersportbedingungen.

In der Tat wirkte die Eifel am Sonntag wie ausgestorben. Es herrschte minimaler Verkehr, und die Polizei verbrachte einen ruhigen Tag.

Die anhaltenden Unwetterwarnungen verdarb auch den Budenbesitzern beim Monschauer Weihnachtsmarkt weitgehend das Geschäft. „Im Vergleich zu den bisherigen Tagen war der Besuch am Sonntag schwach”, räumt Bianca Lanio von der Monschau-Touristik ein. Zwar hätten auch einzelne Busunternehmer aus den Niederlanden abgesagt, aber der massive Besucherrückgang am Sonntag sei einzig und allein auf die Wetterwarnungen zurückzuführen. „Solche Meldungen im Radio bringen immer einen unangenehmen Nebeneffekt mit sich.”

Den Besuch des Weihnachtsmarktes 2010 bezeichnet Bianca Lanio bislang als „akzeptabel”. Erfreulich sei auch, dass man seitens der Besucher so viele positive Rückmeldungen erhalte, wobei vor allem das Preis-/Leistungsverhältnis gelobt werde.

Das Interesse der Gäste am Wintersport in Monschau sei bislang noch überschaubar, so die Leiterin der Monschau-Touristik. Dies hänge in erster Linie damit zusammen, dass noch keine Ferienzeit herrsche, „und die Einheimischen ohnehin Bescheid wissen.”

An das Spuren der Loipen im Stadtgebiet sei bisher wegen der Windverhältnisse noch nicht zu denken gewesen. Damit sei erst im Laufe des Montags begonnen worden.

In der vorigen Woche, berichtet, Bianca Lanio, habe es mehrere Nachfragen zu den aktuellen Wintersportmöglichkeiten in der Eifel gegeben. Nachdem auch in Köln und Düsseldorf etwas Schnee gefallen sei, habe man daraus geschlossen, dass in der Eifel bereits tiefster Winter herrsche.

Den gleichen Effekt erlebe man auch stets im Frühjahr: „Wenn in den Blumenrabatten am Rhein die Narzissen blühen, „wollen die Leute schon in den Eifeler Narzissenwiesen wandern.”
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