Nordeifel - Wetter 2011: „Eifelwetter”-Experte Andy Holz zieht Bilanz

Wetter 2011: „Eifelwetter”-Experte Andy Holz zieht Bilanz

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Was uns im Hochsommer oft verw
Was uns im Hochsommer oft verwehrt blieb, folgte Ende September und Anfang Oktober: Badewetter. Das Strandbad in Einruhr (Bild) freute sich bis in den zweiten Herbstmonat hinein über kleine undn große Foto: Heiner Schepp

Nordeifel. Nach den Rekordschneemassen an Weihnachten 2010 startete das Jahr 2011 überall mit einer geschlossenen Schneedecke. In den Niederungen lagen an Neujahr noch etwa 15 bis 25 cm Schnee, in Monschau 35 cm und in Hohen Venn noch bis etwa 50 cm.

Im Laufe des Januars wurde es aber immer milder, und die Schneemassen tauten rasch ab und brachten mit teilweise ergiebigen Regenfällen eine angespannte Hochwasserlage an der Rur und deren Nebenflüssen. Zum Januarende wurde es wieder kälter und es stellte sich eine winterliche Hochdrucklage ein, wobei es nachts örtlich strengen Frost in den Venntälern gab. Auf den Höhen war es sonnig und verhältnismäßig mild (Inversion).

Sonne machte Überstunden

Im Februar häuften sich die Hochdruckwetterlagen, und wechselhafte Wetterphasen traten immer weniger auf, oft nur zwei oder drei Tage am Monatsanfang und am Monatsende. Die angespannte Hochwassersituation konnte sich immer mehr entspannen. Es folgte schließlich ein sehr trockenes, viel zu sonniges und zu warmes Frühjahr. Die Sonne machte mit 500 bis etwa 700 Sonnenstunden einige Überstunden in der Region. Oft fielen in den Monaten März, April und Mai nur 50 bis 80 l/qm Niederschlag in der Region. Diese Niederschlagsmenge ist normalerweise üblich für einen Monat.

Stabile Hochdrucklagen prägten das komplette Frühjahr, selbst Ostern fiel sommerlich aus mit oft Sonne und den ersten Gewittern bei Temperaturen im Bereich von 22 bis 28 Grad. Aber das trockene Frühjahr brachte leider auch seine Schattenseite mit, da es einen schweren Vennbrand an Ostern gab und große Teile der Graslandschaft vernichtete.

Nach dem sonnigen, trockenen und warmen Frühling, folgte ein sehr durchwachsender Sommer. Schon Anfang Juni legten teils schwere Gewitter los. Besonders im Bereich Hürtgenwald/Kreuzau gab es am 5. Juni teils schwere Unwetter mit mehr als 80 l/qm innerhalb 1 bis 2 Stunden. Dies entspricht einer Monatsniederschlagmenge und es kam zu einigen Schäden. Hitzewellen waren im Sommer allgemein Mangelware und der Höhepunkt in Sachen Hitze wurde schon am 28. Juni erreicht. Die Thermometer zeigten 32 Grad in Monschau und fast 36 Grad im Raum Geilenkirchen.

Trüb statt sommerlich

Der Juli hatte fast nicht mit Sommer zu tun, er war ein erwärmter Novembermonat. Die Sonne büßte einige Stunden ein und kam nur oft auf die Hälfte der üblichen Sonnenscheindauer. Vielen Lesern wird es wundern, dass der Juli nicht zu nass war. Ganz im Gegenteil, er war viel zu trocken und es fielen oft nur 50 bis 60 l/qm Niederschlag (normalerw. 100 l/qm). Oft kühle, trübe und nieselige Tage prägten den Juli. Im Hohen Venn gab es noch nicht mal einen Sommertag mit 25 Grad und mehr. Insgesamt fiel der Juli auch enorme 3 Grad zu kühl aus und es war der einzige zu kühle Monat des Jahres 2011.

Der August war deutlich wärmer als der Juli, aber durchwachsen. Grund waren die schwülen Luftmassen spanischen Ursprungs von Mitte bis Ende August, die sich immer wieder in teils kräftige Gewitter entluden. In Aachen fielen am 18./19. August bis zu 70 l/qm Niederschlag während mehrerer Gewitterwellen. Die Eifelregion bekam immer wieder mal Gewittergüsse ab, so das rasch verbreitet ein zu nasser Monat heraus kam. Ende August gab es die ersten Bodenfröste in den Tälern des Hohen Venns. Auf den durchwachsenen Sommer folgte ein sonniger, warmer und zu trockener Herbst.

Der September fiel in der Region etwa 0,5 bis 1 Grad wärmer als der Juli aus. Besonders Ende September und Anfang Oktober konnte man den Altweibersommer genießen mit teilweise hochsommerlichen Temperaturen von 25 bis 30 Grad. Nur die zweite Oktoberwoche fiel sehr durchwachsen aus, ehe Mitte Oktober die Sonnenanteile zunahmen. Die Niederschlagsneigung ging deutlich zurück und bis Ende November stellte sich Trockenheit ein.

Der Indian Summer reichte diesmal bis weit in den November hinein mit Temperaturen von teilweise rekordverdächtigen 19 Grad auf den Höhen des Hohen Venns am 10. November. Teilweise stellte sich eine Inversion ein und in den Tälern um Monschau gab es mehr Frostnächte als auf den Höhen. Die Sonne machte deutliche Überstunden, besonders bemerkenswert im November. In Vossenack gab es keinen einzigen Novembertag mit absolut null Sonne.

Der Herbst war insgesamt gut 2 bis 3 Grad zu warm und die Natur spielte verrückt. Wilderdbeeren, Pfingstrosen und Rosen blühten und das Ende November. Auch die Frühblüher setzten zum Wachstum an. Trockenheit gab es im Herbst wieder, oft fielen wieder nur 50 bis 100 l/qm Niederschlag in drei Monaten. Im gesamten November fielen teils nur 2 bis 4 l/qm an Niederschlag, meist auch nur als Tau oder Nässe.

Nach dem zu trockenen Herbst folgte dann ein sehr niederschlagsreicher, milder und schneearmer Dezember. Die Sonne büßte Stunden ein, weil sich eine stabile Westwetterlage aufbaute und praktisch den ganzen Monat anhielt. Winterliche Phasen waren sehr kurz, nur an der Rückseite des Wirbels „Joachim” zwischen dem 17. und 20. lagen ab etwa 400 Höhenmeter 15 bis 35 cm Schnee. Aber das Weihnachtstauwetter ließ den Schnee schnell verflüssigen. Die Monatsniederschlagsmengen fielen sehr beachtlich aus, verbreitet fielen am Hohen Venn teils deutlich über 200 l/qm Niederschlag.

Insgesamt ein sehr warmes Jahr

Das Jahr 2011 war mit etwa 8,5 Grad in den höchsten Lagen, um 9,5 Grad in Monschau und um die 11 Grad im Vorland ein sehr warmes Jahr. Grund waren der deutlich zu warme Frühling und Herbst. Die Sonne schien auch sehr oft, meistens über 1500 Stunden, im Eifelvorland auch über 1900 Stunden. Insgesamt fielen etwa 900 bis 1000 l/qm Niederschlag im Bereich der Rureifel und im Hohen Venn. In der Voreifel fielen meistens noch nicht einmal 600 l/qm Niederschlag. Insgesamt war das Jahr etwas zu trocken, aber es gab volles Kontrastprogramm.
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