Werkstatt für die Monschauer Grundschulen

Von: Heiner Schepp
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Trotz sommerlicher Temperaturen und der Ankündigung, noch keine Inhalte diskustieren zu wollen, folgten rund 100 Interessierte der Einladung zur Auftaktveranstaltung der Schulentwicklungswerkstatt für den grundschulbereich in der Stadt Monschau. Vorne links Moderator Ali Döhler vom Bildungswerk Aachen. Foto: H. Schepp

Monschau. Drei Schulen wie bisher? Zwei Standorte? Oder gar nur eine große Einrichtung für das gesamte Stadtgebiet? Über die Zukunft der Monschauer Grundschulen wird sich am 9. und 10. Oktober ein 40-köpfiges Gremium die Köpfe heiß reden.

Die sogenannte Schulentwicklungswerkstatt hat den schwierigen Auftrag, Lösungen aufzuzeigen, wie man trotz zurückgehender Schülerzahlen auch in Zukunft die Kinder im Primarbereich ortsnah beschulen kann. Der Politik und dem Schulträger obliegt es dann, über die von der Werkstatt vorgelegten Vorschläge zu entscheiden und diese umzusetzen.

Seit einigen Jahren schon zeigt der jährlich fortgeschriebene Schulentwicklungsplan der Stadt Monschau rückläufige Geburten- und somit Schülerzahlen auf. In einem ersten Schritt wurden vor zwei Jahren die fünf Grundschul-Standorte zu drei Grundschulen zusammengelegt, wobei aber noch an allen fünf Standorten unterrichtet wird. In der zweiten Hälfte des laufenden Jahrzehnts aber droht ein noch stärkerer Schülerrückgang als bisher, und so gilt es „über mögliche Änderungen im Grundschulbereich nachzudenken und Handlungsalternativen zu erarbeiten“, so die Stadt Monschau.

Als die Politik das Thema vor knapp zwei Jahren andeutete, sorgte dies für große Unruhe in der Elternschaft und es gründete sich sogar eine Interessengemeinschaft mit dem programmatischen Namen „Leere Schulen? = Leere Dörfer!“ und einer gleichnamigen Facebook-Seite. Die Stadt als Schulträger nahm der aufkommenden Diskussion damals den Wind aus den Segeln, als sie eine Diskussion im Laufe des Jahres 2013 ankündigte und im April schließlich auch die Einrichtung der Schulentwicklungswerkstatt beschloss.

Nun stand in der Aula der Elwin-Christoffel-Realschule die Auftaktveranstaltung auf dem Programm, zu der die Eltern aktueller und zukünftiger Grundschulkinder, Politik und interessierte Bürger geladen waren. Es werde an diesem Abend, so hatte die Bürgermeisterin Margareta Ritter schon in der Einladung angekündigt, keine inhaltliche Diskussion zu Standorten geben, um der Schulentwicklungswerkstatt nicht vorzugreifen. Diese Spielregel wurde auch eingehalten, sieht man einmal davon ab, dass die Bürgermeisterin kurz andeutete, die Werkstatt werde sich mit fünf Alternativen befassen, und ein Vater daraufhin doch mal nachhakte: „Welche fünf sind das denn?“

Ansonsten nahm die Debatte um die Zusammensetzung der „Werkstatt“ den breitesten Raum an diesem Abend ein. 40 Personen, so die externen Moderatoren Ali Döhler und Willi Beckers vom Bildungswerk Aachen, sollte die Findungsgruppe groß sein, doch spätestens als die Rede auf vier noch zu vergebende Plätze kam, gewann die Diskussion an Schärfe. Aus der Versammlung wurde angeregt, Kirchen, Heimatvereinen, oben genannter IG und auch Fördervereinen Plätze in der Werkstatt einzuräumen, doch irgendwann drehte sich die Debatte im Kreis. Einige Redner aus der Runde befürchteten ein „Höfener Übergewicht“, wenn zwei Plätze der Interessengemeinschaft zugeschlagen würden, und auch die Mützenicher und Kalterherberger Fraktionen pochten auf ihr Recht der Repräsentanz.

Schließlich wurde die genaue Zusammensetzung der erlesenen Runde erst im Nachgang zum öffentlichen Teil festgezurrt und dürfte nun ein tragfähiger Kompromiss für alle Interessengruppen und Ortschaften sein (s. Kasten).

Die nunmehr 41 Personen werden am 9. und 10. Oktober jeweils von 14 bis 18 Uhr zunächst genaue Vorschläge ausarbeiten, Vor- und Nachteile abwägen und schließlich der Politik eine Empfehlung geben. Ob sie dies schon am Ende des zweiten Tages tun werden, ist noch offen, denn auch dies wurde aus der Runde als möglicherweise vorschnell beurteilt. Mit etwas Abstand zum 9./10. Oktober könnte, so teilte Ali Döhler am Mittwoch mit, gegebenenfalls ein dritter Termin hinzukommen, was aber während der Werkstatt entschieden wird.

Als nächste Schritte wird nun das Bildungswerk als externer Begleiter mit dem Schulträger, also der Schulverwaltung, die möglichen Optionen zusammenstellen und Sondierungsgespräche mit den Schulleiterinnen führen.

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