Werkstatt-Chor: Von der Liebe und gebrochenen Herzen

Von: Maggie Jung
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Stefan Parkman (Mitte), der Chef-Dirigent des WDR-Rundfunkchors, dirigierte mit Leidenschaft den diesjährigen Werkstatt-Chor. Foto: Maggie Jung

Roetgen. Die vom Vielharmonischen Chor veranstalteten Workshops haben bereits Tradition. So war der „World Voice Day“ (16. April) zwar nicht alleiniger aber willkommener Anlass für die Abschluss-Präsentation des Werkstatt-Chores am vergangenen Sonntag in der Pfarrkirche St. Hubertus in Roetgen.

Etwa 40 Sängerinnen und Sänger – vorwiegend aus der Region – fanden sich zu dem diesjährigen Werkstatt-Chor zusammen, darunter erfahrene Gesangsstimmen als auch Laien.

Der musikalische Leiter des Vielharmonischen Chors, Rolf Schmitz, konnte für das intensive Proben-Wochenende – das sich von Freitagabend bis Sonntagnachmittag erstreckte – den Chef-Dirigenten des WDR-Rundfunkchors, Stefan Parkman, gewinnen.

„Professor Stefan Parkman ist für dieses Wochenende eigens aus Schweden angereist“, verkündete Sprecher Ludger Pötter stolz und das Publikum begrüßte den Dirigenten mit herzlichem Applaus.

Shakespeare-Texte vertont

Für den Chor-Workshop hatte dieser zwar den Schwerpunkt auf Literatur aus Skandinavien gesetzt, doch „400 Jahre William Shakespeare“, dessen Geburts- und Todesdatum jeweils der 23. April sei, könne man nicht übergehen, so der renommierte Musiker.

Bei den ersten drei Liedern handelte es sich daher um vertonte Texte des englischen Schriftstellers. „Es geht darum, was Liebe ist“, so Stefan Parkman, „wo sie geboren ist und wo sie wohnt – im Kopf oder im Herzen.“

Leidenschaftlich erklangen „Fancy“ (Sven-Eric Johanson), „Shall I compare thee to a summer day“ (Nils Lindberg) – basierend auf einem der schönsten Texte, die Shakespeare je geschrieben habe, so der Dirigent – und Madrigal/Take, o take those lips away (Håkan Parkman). Begleitet wurden die Sängerinnen und Sänger von Bernd Gaube am Klavier.

„Die Inspiration, die dem Ganzen innewohnt, ist am wichtigsten“, sagte Stefan Parkman. Viele Volkslieder seien schwermütig, meinte der erfahrene Dirigent und Professor an der Universität Uppsala, doch habe er für diesen Workshop zwei heitere schwedische Stücke gefunden.

Lediglich eines handele von der Liebe, die „wie Schnee im April“ sei: „Sie kommt sehr schnell, geht aber auch rasch wieder.“ Verzagte Lacher im Publikum, welches sichtlich die folgende beschwingte „Slängpolska“ (Carl Ersson Bössa) sowie die ebenso in schwedischer Sprache gesungenen Lieder „Med ängslan sorg och stort besvär“ (traditionell) und „Kristallen den fina“ (dessen Text übersetzt so viel heißt wie „Feiner Kristall, der wie die Sonne strahlt, funkelnd wie die Sterne am Himmel …“) genoss.

Der kräftige Applaus der Zuhörer zollte den Sängerinnen und Sängern und ihrem Dirigenten großes Lob und Anerkennung für das sehr hörenswerte Ergebnis eines intensiven Proben-Wochenendes.

„Ich lege großen Wert darauf, auch bei der Arbeit mit Laien ein Niveau zu finden, das so ernst und ehrlich wie möglich ist“, erklärte der in Uppsala (Schweden) geborene Musiker, der sich durch zahlreiche Engagements – unter anderem als Chefdirigent des Königlichen Philharmonischen Chors Stockholm – einen herausragenden Namen gemacht hat. Für ihn bestehe kein Unterschied im Umgang zwischen Profis und Laien, auch wenn das Proben mit Laien stets mehr Arbeit bedeute. Wichtig sei ihm die Inspiration, die dem Ganzen innewohne.

So zeigten die altersgemischten Sängerinnen und Sänger dann auch unverkennbare Begeisterung an der Präsentation des hart erarbeiteten Repertoires. „Es war eine helle Freude, mit Stefan Parkman zu arbeiten“, so Edmund Kruse, Organisator des Workshops. „Er war präzise und höflich, schaute nie von oben auf uns herab.“

Nächster Workshop im März 2017

Mit sichtlicher Leidenschaft gab der Werkstatt-Chor als letztes einen schwedischen Tanz zum Besten: „Och jungfrun hon går i ringen“ (bei uns bekannt als „Zum Tanze, da geht ein Mädel“). Hierbei ließ auch der Dirigent seine geschulte kräftige Stimme laut erklingen.

Ludger Pötter bedankte sich beim Publikum für den reichlichen Applaus und bei Stefan Parkman: „Das Wochenende hat uns alle beeindruckt; wir haben sehr viel gelernt und von einem hervorragenden Dirigenten profitiert.“ Großer Dank galt außerdem Bernd Gaube, der bereits während der Proben am Klavier begleitet hatte, sowie Edmund Kruse und der Familie Conventz, die für das Wochenende die Räumlichkeiten ihrer Privatschule zur Verfügung gestellt hatte.

Im März 2017 soll der nächste Chor-Workshop in Zusammenarbeit mit dem Vielharmonischen Chor stattfinden, für den man - dann bereits zum zweiten Mal – den erfahrenen Chorleiter Rainer Stemmermann gewinnen konnte.

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