Werbeflut statt „Linde-Center”

Von: hes
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Politik und Verwaltung in Monschau ein Dorn im Auge: Auf drei mobilen Werbeträgern wird am exponierten Grundstück Ecke Trierer Straße/Karweg Werbung für gewerbliche Angebote gemacht, die nicht mal im Stadtgebiet liegen. Jetzt wurde der Eigentümer aufgefordert, die Werbung zu entfernen. Foto: H. Schepp

Monschau. „Große Pläne hat der Investor für das „Linde-Center” am Kreisverkehr in Imgenbroich in der Schublade.” So stand es am 9. Mai 2008 in unserer Zeitung.

In der Schublade liegen die großen Pläne wohl immer noch, denn getan hat sich an dieser exponierten Stelle am Ortseingang von Imgenbroich und Übergang nach Simmerath herzlich wenig. Der Vorbesitzer hat das Terrain geräumt, ein paar Hinweistafeln und Leuchtreklameschilder des vorherigen Hotel- und Gaststättenbetriebes wurden abgenommen. Das war´s.

Der neue Besitzer dagegen hat bislang nur mit Aktivitäten auf sich aufmerksam gemacht, die nun sogar Thema im Monschauer Planungsausschuss Thema waren.

„Wir haben den Eigentümer des Komplexes angeschrieben und darauf hingewiesen, dass die Flut von Werbeanlagen auf dem Grundstück entfernt werden muss”, teilte Bürgermeisterin Margareta Ritter mit.

Laut geltender Gestaltungssatzung der Stadt Monschau dürften Werbeanlagen nur am Ort der Leistung errichtet werden. „Das ist hier nicht der Fall, denn die Werbeanlagen weisen allesamt auf Angebote in der Nachbargemeinde hin”, so die Bürgermeisterin.

Auf dem Grundstück der ehemaligen Dorfgaststätte „Zur Linde” stehen mittlerweile zwei Pkw-Anhänger und ein Lkw-Oldtimer mit überdimensionalem Werbeaufdruck. Zusätzlich sind auffällige Werbetafeln des Projektentwicklers am Haus angebracht. „Das macht man nicht”, stellte Ritter kurz und bündig fest und kündigte an, den Eigentümer entsprechend „zu sensibilisieren”.

Noch ernsthaftes Bauinteresse?

Micha Kreitz (CDU) wollte wissen, ob die Stadt „irgendwelche Signale dafür hat, dass beim neuen Eigentümer noch ein ernsthaftes Bauinteresse” bestünde. Die Antwort der Bürgermeisterin fiel kurz und bündig aus: „Bisher nicht”.

Das Grundstück an der Ecke Trierer Straße/Karweg (B258/L246) umfasst eine Größe von 8283 Quadratmetern, die Objektfläche selbst 5769 Quadratmeter. Alle bisher hier stehenden Gebäude, ob alte oder neue, sollten nach der damals beim CDU-Ortsverband Imgenbroich vorgestellten Planung abgerissen werden. „Nur die beiden Lindenbäume am Straßenrand bleiben stehen”, hieß es damals.

Die Investitionssumme des transparenten und dreiteilig gegliederten Baukörpers sollte nach den vorgestellten Plänen 6,5 Millionen Euro betragen, aus drei Richtungen werde eine Eingangssitutuation zum Gebäudekomplex geschaffen werden, „um keine Hinterhof-Atmosphäre aufkommen zu lassen”, wie die Entwickler damals versprachen.

Genau diese sehen Verwaltung und Politik aber, wenn das Vorzeige-Grundstück weiter zu Werbezwecken missbraucht werden sollte. Und deshalb hofft man auf Einsicht beim neuen Eigentümer - auch, um das nachbarschaftliche Verhältnis zwischen Monschau und Simmerath nicht weiter zu belasten.
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