Nordeifel - Wer ist die pinke Schönheit am Weg? Eine App hilft!

Wer ist die pinke Schönheit am Weg? Eine App hilft!

Von: Gudrun Klinkhammer
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Dominik Hosters freut sich über die neue Pflanzen-App. Foto: gkli
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Das schmalblättrige Weidenröschen ist mit der Pflanzenfinder-App schnell benannt.

Nordeifel. Nicht selten steht der Wanderer wie der Ochs vorm Berg vor den Pflanzen am Wegesrand. Da blüht etwas wunderbar rosa, gelb oder weiß, aber der Name oder gar die Verwendungsmöglichkeit: Fehlanzeige. Dieser Bildungslücke begegnet der Naturpark Eifel jetzt mit einer neuen App. Dominik Hosters, seit Anfang des Jahres Geschäftsführer des Naturparks Nordeifel, stellte sie vor.

Am Ortsrand von Nettersheim blühen im Spätsommer bunte Blumen an den Weg- und Feldrändern. Eine der Pflanzen weist die Gesamtform einer Kerze auf. Ihre vielen, kleinen Blüten sind pink, ihr Samenstand erinnert an Baumwollfäden. Auf der Internetseite des Naturparks Eifel wird der Verbraucher unkompliziert und schnell zum kostenlosen Produkt gelotst. Rasch ist die App installiert.

Nach der Installierung kann es sogleich losgehen. Per Ausschlussverfahren wird die gesuchte Blume immer weiter eingegrenzt. Der Suchende kann zum Beispiel die Blütenfarbe, die Beschaffenheit der Blätter und die Blütezeit eingeben und findet auf diese Weise das, wonach er Ausschau hält. Die schlichten Zeichnungen sind dabei sehr hilfreich. Sie zeigen, wann etwa ein Blatt als gefiedert, gekerbt, gesägt oder gezähnt gilt.

Irgendwann ist es geschafft, bei der pinken Schönheit am Wegesrand bei Nettersheim handelt es sich um das schmalblättrige Weidenröschen (Epilobium angustifolium). Näheres zur Wuchshöhe, zur Frucht, zum Standort, zur Verbreitung, zur Nutzung beziehungsweise zur Giftigkeit und zur Gefährdung wird übersichtlich gegliedert aufgeführt, klickt der App-Nutzer das Bild des schmalblättrigen Weidenröschens an. Interessant auch: Handelt es sich um eine sogenannte „Zeiger-Pflanze“.

Die Galmei-Grasnelke zeigt zum Beispiel Schwermetallrasen an, steht also gerne auf ehemaligen Abraumhalden. Ob Feldahorn, Schwarzerle, Mehlbeere, Gelber Eisenhut, Bärlauch, Schlangen-Wiesenknöterich oder Wald-Engelwurz, mit dem Pflanzenfinder ist das Benennen der Blumen, Sträucher, Kräuter und Bäume kein Hexenwerk mehr. Hosters: „Die 200 wichtigsten Pflanzen der Eifel und ihre Verwendungsmöglichkeiten haben wir gebündelt. Bei der App handelt es sich wirklich um ein auf die Region spezialisiertes Produkt.“

Hosters, 32 Jahre alt und Diplom-Geograf, stammt aus dem Sauerland. Die in der Eifel weit verbreitete und markant duftende Pflanze „Mädesüß“ kannte er aus seiner Heimat zum Beispiel gar nicht. In der App wird sie, da typisch für die Eifel, aufgeführt. Drei Jahre lang brauchte es von der Idee bis zu Umsetzung. Die Aachener Software- und Internet-Agentur Bauer & Kirch unterstützte das Team des Naturparks Nordeifel bei der Entwicklung der App, die bereits nach kurzer Zeit von den Verbrauchern sehr gelobt wird, wie Hosters nicht ohne Stolz berichtet.

Als nächstes Projekt schreibt er sich mit seinem Team alte Bäume in der Eifel auf die Fahne. Diese sollen katalogisiert werden. Dominik Hosters: „Aufgrund der Köhler- industrie, die in der Eifel betrieben wurde, gab es vor 200 Jahren hier kaum noch Bäume, vieles war kahl geschlagen.“ Vor rund 150 Jahren wurde mit der Fichte wieder stark aufgeforstet. Daher sind die alten Bäume in der Eifel verhältnismäßig selten und besonders beachtenswert.

Hinweise auf alte Bäume in der Region bis an die belgische Grenze und Langerwehe nimmt der Naturpark Nordeifel mit Sitz in Nettersheim unter Telefon 02486/911117 gerne entgegen. Die Pflanzenfinder-App kann über die Internetseite www.naturpark-eifel.de heruntergeladen werden.

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