Wer ein Anliegen hat, darf die Eschbachstraße hinunter

Von: P. St.
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Ganz legal darf man nun die Eschbachstraße hinunterfahren: Die Einschränkung „Anlieger frei“ ist durchlässig. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Wenn man mit dem Auto nach Monschau möchte, fährt man gewöhnlich der B 258 nach, kurvt durch die Serpentinen und nimmt am Kreisverkehr Flora Kurs auf die Altstadt. Die Ortskundigen - und nicht nur diese - aber kennen auch einen anderen Weg.

Dieser führt hinter dem Ortsausgang Imgenbroich nach links auf die Alte Monschauer Straße, vorbei am Atrium und dem Menzerather Weiher und dann hinunter in die Eschbachstraße. Ab der Abzweigung nach Menzerath aber ist das „Mühlchen“ abwärts als Einbahnstraße ausgewiesen: Die Durchfahrt ist hier streng verboten. Dennoch dürfte es nur wenige Durchfahrtverbotsschilder im Lande geben, die so häufig in den zurückliegenden Jahren missachtet worden sind.

Jetzt ist die an diesem Punkt immer schon umstrittene Regelung geändert worden. Das Durchfahrtsverbotsschild ist abgelöst worden durch den Zusatz „Anlieger frei“.

Bekanntlich gab es noch aus den Zeiten des alten Kreises Monschau Ausnahmeregelungen für Anwohner der Eschbachstraße, denen man es ersparen wollte, sich Tag für Tag quer durch die engen und häufig mit vielen Touristen frequentierten Altstadtgassen zu quälen. Die Zahl der Anträge aber wuchs mit den Jahren kontinuierlich, und in der Praxis war die obere Eschbachstraße schon längst keine Einbahnstraße mehr, denn der Zwei-Richtungsverkehr gehörte hier inzwischen zum Alltag. Auch die Kontrollen der Polizei wurde immer seltener, da es keine Überblick mehr über die Asnahmeregelung gab.

In der zurückliegenden Sitzung des Monschauer Planungsausschusses erkundigte sich jetzt Grünen-Vertreter Werner Krickel nach den genauen Umständen der Neuregelung.

Bürgermeisterin Margareta Ritter teilte dazu mit, dass zuletzt nicht weniger als 118 Ausnahmegenehmigungen an Fahrzeughalter erteilt worden, die die Einbahnstraße auch in Gegenrichtungen befahren durften. Bei dieser hohen Anzahl aber könne man „beim besten Willen nicht mehr von Ausnahmegenehmigungen reden“. Auch die Polizei, so die Bürgermeisterin, habe die Siatuation in der teilweise sehr engegen Eschbachstraße inzwischen „kritisch“ gesehen.

„Wer ein Anliegen hat, darf durchfahren“, interpretierte Margareta Ritter die Neuregelung. Man verbinde mit der geänderten Beschilderung auch die Hoffnung, dass die Altstadt mehr als bisher vom Durchgangsverkehr verschont bleibe. Auch müsse man sehen, dass es sich bei Eschbachstraße um eine Kreisstraße und damit um eine Straße mit überregionaler Bedeutung handele.

Auch Tempo 30 angeordnet

In besonderem Maße werden die Pendler aus Höfen von der toleranten Regelung profitieren.

Verbunden mit der Neubeschilderung ist auch eine Tempo 30-Begrenzung. Man wolle nicht hoffen, dass die Eschbachstraße durch die Aufhebung der Einbahnregelung nun zu einer „Raser-Strecke“ werde, so die Bürgermeisterin. Es werde Kontrollen geben, und man werde die Entwicklung beoachten.

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