Wenn Träume greifbar werden

Von: mkl
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„Einmal wie ein Schmetterling zu fliegen” - auch dieser Traum wurde im Theaterstück „Traumreise” von Menschen mit und ohne Handicap bei der Aufführung in Monschau wahr. Foto: Mira Kleine

Monschau. Im Traum ist alles möglich, auch das wahrhaft Unmögliche. Mit einer phantasievollen Aufführung führte die integrative Theatergruppe in ihrem Stück „Traumreisen - Aus Träumen wird Theater” am Samstag im St. Michael Gymnasium Monschau das Publikum in ihre Erlebniswelt.

In Zusammenarbeit mit der Aachener Kultur- und Theaterinitiative Theater 99 stellten die Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstellen für Menschen mit Behinderung (KoKoBe) ein besonderes Theaterprojekt für Menschen mit und ohne Handicap auf die Beine.

„Jeder konnte frei und unbefangen von seinen Träumen erzählen. Gemeinsam haben wir diese auf der Bühne umgesetzt”, so die Ansprechpartnerin der KoKoBe Eifel, Denise Gluth-Wolke (45), über die Entstehung dieses Improvisationstheaters. „Das Projekt war nicht nur ein tolles Freizeitangebot, sondern entscheidend für die Integration.”

Von den innersten Wünschen und Gedanken aller 28 Bühnendarsteller profitiert, konnten die Zuschauer die Grenzenlosigkeit des Träumens erfahren. Ein Busfahrer, der seine Fahrgäste „zum Ziel ihrer Träume in den Zauberwald” führt, eine Prinzessin, die mit ihrem Prinzen zu Celine Dions „My heart will go on” tanzt oder ein Mädchen im Rollstuhl, das zu einem Schmetterling wird - alle Wünsche wurden in der Phantasiereise auf der Bühne verwirklicht.

Die Piraten erfolgreich bekämpft, erblickten alle Teilnehmer des Ausflugs ins Wunderland auf dem Traumschiff Aida hüpfende Delfine im Meer. Das Publikum tobte vor Begeisterung, als der Akteur Simon Braun durch die Marathonzielgerade läuft und damit „Champ of New York” wurde. Auch der Traum eines Mädchens, einmal wie die Popband „Us 5” auf der Bühne zu stehen, ist mit Zustimmung der ganzen Gruppe in Erfüllung gegangen, denn „Träume können verbindend sein”.

Unter der theaterpädagogischen Gesamtleitung von Mona Oellers-Vergöls probten seit November 2008 die drei Gruppen aus Aachen, Würselen/Alsdorf und der Eifel und wurden dabei von Theaterpädagogen, Studenten, Schülern und Betreuern unterstützt. Auch die Menschen, die sich nicht so gut ausdrücken können, konnten auf diese Weise ihre Gedanken und Träume vermitteln.

Das Stück wurde in drei Standorten jeweils einmal gezeigt, leider war in Monschau die letzte Aufführung von „Traumreisen”. Dementsprechend bedankte sich Denise Gluth-Wolke bei allen Mitwirkenden, insbesondere bei Alfred Gerhards, auch bekannt unter „Globo”, der die Schirmherrschaft für das Theaterprojekt übernommen hat. „Ich bin sehr stolz, Schirmherr eines so traumhaften Projekts zu sein”, freute er sich.

Alle Darsteller erhielten für ihr tolles Engagement, ihre Geduld bei den Proben und ihre kreativen Ideen T-Shirts als kleines Andenken an die schöne Zeit.

Bei dem großen Anklang des Publikums wollen alle das neu ins Leben gerufene Projekt weiterhin verfolgen. „Ich will unbedingt wieder mitmachen”, strahlte die Mitspielerin Michaela Frauenrath (37). Auch das Lampenfieber würde immer weniger werden, verriet sie.

„Vor allem an Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen haben besonders die Menschen mit Behinderung gewonnen”, freute sich Denise Gluth-Wolke. Als das Publikum zum Schluss sanft aus ihren Träumen zurück in die Realität geholt wurde und die Vorführung vorbei war, gab es noch lange „Standing Ovations” von allen Zuschauern für die tolle Leistung von Menschen mit und ohne Handicap.
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