Wenn sich keiner mehr für das Grab verantwortlich fühlt

Von: Andreas Gabbert
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Heute fallen sie besonders ins
Heute fallen sie besonders ins Auge: die Gräber, um die sich keiner mehr kümmert. Foto: A. Gabbert

Nordeifel. Die Gräber sind liebevoll hergerichtet, auf den meisten brennt eine Kerze. Wenn am heutigen Allerheiligentag traditionell die Gräber auf den Friedhöfen gesegnet werden und die Menschen sich versammeln, um ihrer Angehörigen zu gedenken, dann fallen sie besonders ins Auge: die Gräber, die schon lange nicht mehr gepflegt werden, diejenigen, die seit langer Zeit kein Mensch mehr besucht.

Was mit diesen Gräbern geschieht und wie mit ihnen umzugehen ist, wird in der Regel in den Friedhofsatzungen der Kommunen geregelt. „Die Pflege der Grabstätten sei in der Stadt Monschau noch recht gut, sagt Bernd Steffens von der Monschauer Friedhofsverwaltung. Oft würden verwaiste Gräber von den Nachbarn einfach mit gepflegt. Aber auch die Gräber, die in keinem guten Zustand mehr sind, würden möglichst lange erhalten. „Wir wollen vermeiden, dass Angehörige plötzlich vor einem leeren Grab stehen. Normalerweise könnten wir das strenger handhaben”, erklärt Steffens.

Auch in Roetgen werden zuerst die möglichen Angehörigen angeschrieben. Eine feste Frist gibt es nicht. Wenn allerdings keine Reaktion erfolge, werde das Grab eingeebnet. Die sei in dem Sinne aber noch nicht vorgekommen, sagt Madeleine Behlke, Mitarbeiterin des Bauamtes. Ob, wann und unter welchen Umständen das Grab eingeebnet werde, liege im Ermessen der Gemeinde. In der Regel werde das Grab aber nur nach einer schriftlichen Bestätigung der Angehörigen „abgeräumt”. Meist wird dann neuer Rasen eingesät, die Ruhezeit bleibt aber erhalten. Das heißt, der Platz wird solange in keinem Fall für andere Zwecke oder weitere Bestattungen genutzt. Schnell handle die Gemeinde aber, wenn Gefahr im Verzuge sei, etwa wenn ein Grabstein drohe, umzukippen, erklärt Behlke.

Bei ungepflegten Gräbern hat die Gemeinde Simmerath die Möglichkeit, die Angehörigen bzw. Unterhaltungsverpflichteten unter Fristsetzung aufzufordern, die Gräber in Ordnung zu bringen. Dies geschieht meist durch ein Anschreiben. „Sind die Angehörigen nicht bekannt, bringen wir Aufkleber am Grabstein an, welcher auf den ungepflegten Zustand des Grabes hinweist. Mit dem Inhalt, dass sich die Personen bei der Friedhofsverwaltung melden sollen. Üblicherweise sind die Angehörigen aber hier bekannt”, erklärt Annemarie Theißen für die Gemeinde Simmerath. „Grundsätzlich weise ich die Angehörigen / Unterhaltungsverpflichteten darauf hin, dass Gräber auch vor Ablauf der Ruhefrist von den Angehörigen oder, gegen Kostenerstattung, vom Bauhof eingeebnet werden können. Insbesondere, wenn z.B. die Grabpflege aus gesundheitlichen Gründe nicht mehr möglich ist”, so Theißen weiter. Sie weist darauf hin, dass die Gräber in der Gemeinde Simmerath sehr gepflegt sind und ungepflegte Gräber kein größeres Problem darstellen.

Die Friedhofsordnungregelt das Vorgehen

Wird eine Reihengrabstätte oder Urnenreihengrabstätte nicht ordnungsgemäß hergerichtet oder gepflegt, hat der Verantwortliche nach schriftlicher Aufforderung der Friedhofsverwaltung die Grabstätte innerhalb einer angemessen Frist in Ordnung zu bringen. Ist der Verantwortliche nicht bekannt oder nicht ohne besonderen Aufwand zu ermitteln, wird durch eine öffentliche Bekanntmachung auf die Verpflichtung zur Herrichtung und Pflege hingewiesen.”

Außerdem wird der unbekannte Verantwortliche durch ein Hinweisschild auf der Grabstätte aufgefordert, sich mit der Friedhofsverwaltung in verbindung zu setzen. Bleibt die Aufforderung oder der Hinweis drei Monate unbeachtet, kann die Friedhofsverwaltung die Grabstätte abräumen, einebnen und einsäen lassen oder die Grabmale und sonstige bauliche Anlagen beseitigen lassen, heißt es zum Beispiel in der Friedhofsordnung der Stadt Monschau.

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