Wenn gespart werden muss, packen die Schmidter an

Von: ale
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An die Mäher – fertig – los: Das ABK-Hilfswerk hat die Verantwortung für eine Rasenfläche übernommen. So wie diese jungen Menschen packen noch etliche andere Schmidt mit an. Foto: A. Lauscher

Schmidt. In der Stadt Nideggen regiert jetzt der Sparkommissar und an allen Ecken und Enden muss gekürzt werden. In Schmidt dürfen die Mitarbeiter des Bauhofs zum Beispiel nicht mehr alle Grünflächen mähen, wie Ortsvorsteher Ludwig Fischer in Erfahrung gebracht hat.

Aber „Schmidt muss sauber bleiben“ – diese Meinung vertreten jedenfalls das Ortskartell und der Ortsvorsteher. Deshalb haben sie zur Eigeninitiative aufgerufen.

Ludwig Fischer war sehr in Sorge, dass sein schöner Heimatort bald kein einladendes Bild mehr bieten würde. Deshalb wandte er sich an das Ortskartell der Schmidter Vereine, und gemeinsam wurde ein Aufruf an alle Schmidter verfasst.

„Wir sind der Ansicht, dass wir nicht tatenlos zusehen können, wie zum Beispiel der Dorfplatz in Unkraut versinkt und zuwuchert“, heißt es da. Um ehrenamtlichen Einsatz wird gebeten, das Handwerkszeug für die Mäh- und Säuberungsarbeiten könne von der Stadt gestellt werden; über die Unfallkasse der Stadt seien die Helfer abgesichert.

Außerdem hatte Ludwig Fischer die Idee mit dem „Graspfennig“: Um wenigstens die Spritkosten für die Rasenmäher zusammen zu bekommen, wurde in den Supermärkten, Bäckereien und in der Tankstelle eine Sammelbox aufgestellt. Wenn man bereit wäre, das Wechselgeld vom Einkauf dort hinein zu werfen, könnten die Kosten vielleicht aufgebracht werden.

Nicht alle Schmidter sind begeistert von dem Vorhaben. Es wurden durchaus Stimmen laut von unzufriedenen Bürgern, denen es schwerfällt, sich mit Steuererhöhungen anzufreunden und dazu noch vermehrt ehrenamtlich tätig zu werden. Aber so manch einer gab sich einen Ruck und meldete sich, um mit anzupacken. Einzelpersonen sind dabei, so übernimmt ein Bürger eine Art Patenschaft für den Platz des Ehrenmals. Vereine wie der Verkehrsverein, die Schützenbruderschaft oder der Fanclub Cologne Angels haben Hilfe angeboten.

„Wir haben aber auch festgestellt, dass eine ganze Menge schon geleistet wird, wovon kaum jemand spricht: Rund um die Heiligenhäuschen, die Spielplätze, die Bushaltestellen arbeiten zum Teil Nachbarschaftsgruppen in einer stillen Art, als ob es selbstverständlich wäre“, berichtet Albertine Wirtz, die Vorsitzende des Ortskartells. Nun haben sich wiederum Frauen gemeldet, die die Blumenkübel auf dem Dorfplatz in Ordnung halten.

Der Angelsportverein kümmert sich seit Jahren um den schmucken Kommerscheidter Weiher, hier würde man sich noch über ein Angebot bezüglich der Umrandung freuen. Und das ABK-Hilfswerk, das in Schmidt seine Trainingswerkstatt unterhält, mäht nun regelmäßig den Rasen vor dem Dorfplatz. „Wir bringen uns mit ein, das ist selbstverständlich, unsere Leute machen das gern“, war von Jos Rijks, dem Werkstattleiter, zu hören.

Wenn demnächst ein paar Gras-Cent oder auch Gras-Euro in den Sammelboxen klimpern, ist es vielleicht möglich, den ehrenamtlichen Helfern wenigstens die Spritkosten zu erstatten.

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