Nordeifel - Wenn die Aufstiegsfrage zur Rechenaufgabe wird

Wenn die Aufstiegsfrage zur Rechenaufgabe wird

Von: Kurt Kaiser
Letzte Aktualisierung:
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Vor fast genau einem Jahr, am 18. Mai 2014, feierte Germania Eicherscheid den lang ersehnten Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga – ebenso wie der TuS Schmidt in der Dürener Kreisliga. In diesem Jahr sind die Blau-Weißen zumindest rechnerisch noch mit im Aufstiegsrennen, diesmal um die Landesliga. Der TuS dagegen muss kämpfen, nicht gleich wieder in die Kreisliga zurück zu müssen. Foto: Heiner Schepp

Nordeifel. Noch fünf Spieltage, dann ist auch die Saison 2014/15 Geschichte. Wie zum Ende jeder Saison beschäftigen sich die meisten Vereinsvertreter und auch die Fans erst in den letzten Meisterschaftswochen mit der Auf- und Abstiegsregelung. Diese Regelungen sind so komplex, dass man sich erst damit beschäftigen sollte, wenn die Tabellen fast schon endgültige Konturen angenommen haben.

Wie in jeder Saison richtet sich der Auf- und Abstieg in den Kreisligen nach dem Auf- und Abstieg aus den höheren Ligen. Ranghöchstes Nordeifelteam ist der SV Rott, der in der Landesliga einen Platz im Niemandsland der Tabelle belegt und dem es kurz vor Saisonende egal sein kann, dass die beiden Erstplatzierten aufsteigen und die letzten Vier der Tabelle absteigen. Aus den Bezirksliga-Staffeln steigen die beiden Ersten auf und die drei Letzten ab. In der Staffel 3 haben der FC Rurdorf und Schwarz Weiß Nierfeld II ihre Mannschaften schon vorzeitig zurückgezogen, so dass nur noch eine Mannschaft absteigt. Leider belegt der Nordeifelvertreter TuS Schmidt aktuell den einzigen Abstiegsplatz.

In der Bezirksliga, Staffel 4, müssen die letzten Spieltage für den SV Germania Eicherscheid schon optimal laufen, wenn man noch einen der beiden Aufstiegsplätze einnehmen möchte. Die Abstiegsfrage in der Staffel 4 beschäftigt die Aachener Kreisligisten am meisten. Der SV Waldfeucht-Bocket hat seine Mannschaft schon vor Saisonbeginn zurückgezogen und gilt als erster Absteiger. Schwarz-Weiß Schwanenberg dürfte der sichere zweite Absteiger aus dem Fußballkreis Heinsberg sein.

Wer wird der dritte Absteiger?

Der dritte Absteiger wird zwischen Hertha Walheim II, SF Uevekoven und Rhenania Richterich ermittelt, wobei die Richtericher mit vier Zählern Rückstand heißester Abstiegskandidat sind. Sollten die Richtericher den Klassenerhalt noch schaffen und Uevekoven als dritter Absteiger in den Fußballkreis Heinsberg zurück müssen, und nur eine Mannschaft aus der Aachener A-Liga aufsteigen, dann steigen nur zwei Mannschaften aus der A-Liga ab und die beiden Tabellenzweiten der beiden B-Ligastaffeln ermitteln in einem Relegationsspiel einen weiteren Aufsteiger. Sollten die Richtericher oder Walheimer absteigen und nur ein Verein aus der A-Liga aufsteigen, dann kommt es zu einer Relegationsrunde zwischen dem Drittletzten der A-Liga und den beiden B-Ligazweiten. Der Gewinner dieser Runde bleibt oder wird neuer A-Ligist. Und nur in diesem Falle könnte es noch einmal eng werden für den TV Konzen, der momentan zwar beruhigende sieben Punkte Abstand zum vorletzten Platz hat, aber nur deren zwei zum möglichen Relegationsplatz 14.

Sollten aber zwei Mannschaften aus der A-Liga aufsteigen und keine Aachener Mannschaft aus der Bezirksliga absteigen, dann steigen zwei Mannschaften aus der A-Liga ab und je zwei Mannschaften aus den beiden B-Ligastaffeln auf. Wenn bei zwei Aufsteigern aus der A-Liga eine Aachener Mannschaft aus der Bezirksliga absteigt, dann steigen zwei Mannschaften aus der A-Liga ab, während die beiden Zweiten der B-Ligastaffeln einen dritten Aufsteiger ermitteln.

In welchen Fällen aus der Kreisliga B zwei oder drei Mannschaften absteigen, ist für die drei Eifeler B-Ligisten irrelevant, weil sie mit dem Auf- und Abstieg nicht zu tun haben.

Lammersdorf oder Konzen II?

Aus den vier C-Ligastaffeln steigen die Tabellenersten auf. In der C4 führen der TuS Lammersdorf und TV Konzen II die Liga an und machen die Meisterschaft unter sich aus. Wenn kein Aachener Verein aus der Bezirksliga absteigt und nur ein Verein aus der A-Liga aufsteigt, dann steigen neben den Meistern noch drei Tabellenzweite auf, die in einer Relegationsrunde ermittelt werden. Dieser Fall gilt auch, wenn zwei Vereine aus der A-Liga aufsteigen und ein Verein aus der Bezirksliga absteigt. Steigen aber zwei Vereine aus dem Kreis Aachen auf und keiner aus der Bezirksliga ab, dann qualifizieren sich sogar die vier Zweiten der C-Liga direkt für die B-Liga. Und dann würde es im oben genannten Fall nicht heißen: Lammersdorf oder Konzen, sondern Lammersdorf und Konzen II – wenn denn Hertha Strauch nicht doch noch mal eingreift...

Aus der C-Liga steigen drei Vereine ab, wenn nur ein A-Ligist aufsteigt und ein Bezirksligist absteigt. Steigt nur ein Verein auf, aber keiner ab, dann steigen pro C-Ligastaffel zwei Vereine direkt ab, drei weitere Absteiger werden über eine Relegationsrunde ermittelt. Steigen zwei Vereine aus der A-Liga auf und kein Aachener aus der Bezirksliga ab, dann steigen zwei Vereine aus der C-Liga direkt ab, zwei weitere Absteiger werden über eine Relegation gesucht.

Die sechs Gruppensieger und die sechs Gruppenzweiten der Kreisliga D Staffeln steigen direkt in die Kreisliga C auf. Seit dem vergangenen Spieltag steht der erste Aufsteiger aus der Nordeifel fest. Die SG Simmerath/Huppenbroich sicherte sich in der Staffel 6 den zweiten Platz und spielt damit in der kommenden Saison in der C-Liga. Eventuell ergibt sich für die sechs Tabellendritten (in der Staffel 6 ist Komet Steckenborn Dritter) noch eine Aufstiegsmöglichkeit. Die Spielpaarungen für eine mögliche Relegationsrunde würden dann nach Saisonende vom Kreisspielausschuss ausgelost.

In den Kreisligen A, B, C und D zählt nicht das Torverhältnis. Bei Punktegleichstand gilt zuerst der direkte Vergleich aus Hin- und Rückspiel. Bei weiterem Gleichstand (Punktgleichheit) wird, um einen auf- bzw. abstiegsberechtigten Platz zu erreichen, ein Entscheidungsspiel auf neutralen Platz durchgeführt.

Da der TuS Homburg-Bröltal, als Landesligaabsteiger der Gruppe 1, jetzt schon erklärt hat, dass er auf sein Startrecht in der Bezirksliga verzichtet, erhöht sich die Anzahl der Aufsteiger zur Bezirksliga auf 13 Vereine.

Schafft Roetgen es doch noch?

Neben den neun A-Ligameistern steigen auch noch vier Tabellenzweite über die Quotientenregelung in die Bezirksliga auf. Um den Quotienten zu ermitteln, wird die Anzahl der Punkte dividiert durch die Anzahl der Spiele.

Der FC Roetgen hat als Tabellenzweiter des Fußballkreises Aachen aktuell einen Quotienten von 2,0 – der reicht nicht zum Aufstieg. Sollten die Roetgener aber ihre restlichen Spiele gewinnen, dann würden sie einen Quotienten von 2,166 erreichen, der könnte dann wiederum zum Aufstieg in die Bezirksliga reichen.

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