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Wenn der Vierbeiner zum Luxus wird

Von: hes
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Fast 1000 Bürger in der Stadt Monschau schätzen das Halten eines Vierbeiners als treuer Begleiter bei Sport-, Freizeit- und Freiluftaktivitäten, als Wachhund und als vollwertiges „Familienmitglied“. Bei den künftigen Steuersätzen muss die Anschaffung aber gut überlegt sein. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Das Halten eines Hundes wird in Monschau so langsam zum Luxus: Die Halter von knapp 1000 Hunden im Stadtgebiet werden ab dem kommenden Jahr kräftig zur Kasse gebeten und müssen zwischen 24 und 75 Euro mehr für ihren vierbeinigen Mitbewohner berappen. Dies hat der Haupt- und Finanzausschuss nun dem Rat für die Sitzung am Dienstag empfohlen.

Danach werden ab 2013 für die Halter von „normalen“, also nicht „gefährlichen“ Hunden um gut 28,5 Prozent höhere Steuern fällig, unabhängig davon, ob man einen, zwei oder gar drei und mehr Hunde hält. Die meisten Hundehalter in der Stadt Monschau nennen einen Vierbeiner ihr Eigen, den sie bislang mit 84 Euro im Jahr zu versteuern hatten. Im nächsten Jahr müssen diese rund 740 Besitzer eines Tieres 108 Euro an die Stadtkasse überweisen. Wer zwei Hunde hält, muss ab 2013 nun 270 Euro für die beiden Tiere entrichten, bisher waren es 210. Und bei drei und mehr Hunden sind künftig 162 Euro statt 126 Euro je Vierbeiner fällig.

Noch teurer ist mit 650 Euro (bisher 600 Euro) die Gebühr für sogenannte „gefährliche Hunde“ (Kampfhunde), von denen aber zurzeit keiner in der Stadt Monschau registriert ist.

Bei der Verwaltung geht man indes davon aus, dass bei der im Oktober begonnenen Überprüfung aller Haushalte auf das Halten eines Hundes durch eine Fremdfirma noch der ein oder andere „Waldi“ oder „Struppi“ hinzukommen könnte. Wer dabei erwischt wird, dass er sein Tier nicht angemeldet hat, darf nochmals tiefer in die Tasche greifen und wird mit einem zehnprozentigen Steuerzuschlag bestraft.

Zu melden ist ein Hund spätestens zwei Wochen nach der Aufnahme oder bei eigener Aufzucht zwei Wochen nach Vollendung des dritten Lebensmonats.

Im Hauptausschuss ergriff einzig Bernd Neuß (CDU) das Wort und bezeichnete die drastische Anhebung der Hundesteuer als „äußerst unglücklich“. Man rede immer davon, eine lebens- und liebenswerte Stadt zu sein und ziehe auf der anderen Seite dem Bürger das Geld aus der Tasche. „Ich denke da an die alleinstehende Rentnerin, die sich als Familienersatz ein Hündchen zugelegt hat und dafür in Zukunft so viel mehr bezahlen muss. Ich finde das traurig“, sagte Neuß.

Durch die Erhöhung der Steuer und die Erfassung „neuer“ Hundesteuerzahler infolge der Bestandsaufnahme erwartet die Stadt ab 2013 eine Steigerung der Einnahmen von derzeit 88.000 auf 130.000 Euro pro Jahr (+43.000).

Die Hundesteuer stellt indes, so ist es in der Verwaltungsvorlage beschrieben, eine örtliche Aufwandssteuer dar. Wörtlich heißt es da: „Neben der hiermit verbundenen Einnahmeerzielung dient die Hundesteuer dem ordnungspolitischen Anliegen einer Eindämmung der Hundehaltung“.

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