Wenn das eigene Haus zur Gefahr wird

Von: CK
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Informationsmaterial und eine persönliche Beratung am 13. Juli gibt es auf der aktuellen Wanderausstellung „Wohnraumanpassung” im Monschauer Rathaus. v.l.: Johanna Jansen, Leiterin des Sozialamtes Monschau, Andrea Ohlig, Mitarbeiterin im Pflegestützpunkt der Städteregion, Doris Dirksen, Sozialarbeiterin, Julia Carstens, Architektin, und Margareta Ritter, Bürgermeisterin der Stadt Monschau. Foto: Carmen Krämer

Monschau. „Seltsam, früher konnte ich doch ohne Probleme in die Badewanne steigen. Jetzt dauert es seine Zeit, bis ich über die hohen Wände gestiegen bin. Und auch die Treppe rauf und runter zu laufen ist mittlerweile sehr umständlich geworden und ich habe ständig Angst zu fallen. Aber weg aus meinem Haus, das möchte ich nicht.”

Solche und ähnliche Gedanken schwirren wohl heutzutage immer häufiger in den Köpfen der älter werdenden Bevölkerung herum. Brüche und andere Verletzungen durch Stürze können dann eine Folge von den nicht mehr angemessenen Umständen im eigenen Zuhause sein.

Um Probleme wie Treppensteigen, eine unpassende Höhe der Toilette und Angst vor Handwerkern und hohen Kosten zu lösen, gibt es Hilfe von der Städteregion Aachen, die Mitarbeiter wie Doris Dirksen beschäftigt. Sie ist Sozialarbeiterin und zuständig für die Wohnberatung der Städteregion.

„Die Leute werden immer älter und es gibt immer mehr Menschen mit Behinderung, die trotz der schwierigen Situation zu Hause nicht in ein Heim wollen. Solchen Menschen helfen wir, indem wir ihre Situation vor Ort anschauen und uns Lösungen überlegen”, erklärt Dirksen.

„Dabei planen wir nicht nur den Umbau und stellen die nötigen Anträge, sondern überlegen auch, wie wir die Umsetzung möglichst günstig gestalten können. Außerdem scheuen die Leute häufig, Handwerker ins Haus zu lassen und auch dabei unterstützen wir sie”, betont die Architektin Julia Carstens, die mit Doris Dirksen zusammenarbeitet.

Seit Montag steht im Foyer des Monschauer Rathauses die Wanderausstellung „Wohnraumanpassung”, die noch bis zum 16. Juli dort für jeden Interessierten zu sehen sein wird. „Wichtig ist, dass die Leute wissen, dass wir neutral sind, ihnen nichts verkaufen wollen und kein wirtschaftliches, sondern ein gesellschaftliches Interesse haben”, erläutert Julia Carstens den Hintergrund ihres Einsatzes.

Bürgermeisterin Margareta Ritter zeigte sich von der Eröffnung der Ausstellung sehr angetan und ist sich sicher, dass man zwischen dem Leben in einer Einrichtung und zu Hause wählen können muss. „Ich habe den Eindruck, dass man in dieser Region möglichst lange im Eigentum bleiben will und dafür sind Informationen, wie sie auf der Stellwand hier gezeigt werden, sehr wichtig”, betont die Bürgermeisterin den Sinn der Wanderausstellung. „Auch das Rathaus ist nicht barrierefrei, denn um zum Aufzug zu gelangen, muss man zwangsläufig erst ein paar Stufen hinauf. Das werden wir aber in Kürze ändern”, verspricht sie.

Damit nicht nur Verbesserungen im Rathaus, sondern auch in Privathäusern vorgenommen werden, wird am 13. Juli zwischen 9 und 12 Uhr zusätzlich zur Ausstellung auch eine persönliche Beraterung angeboten, bei der auf individuelle Fragen der Bürger eingegangen werden kann.
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