Nordeifel - Weniger Schüler in der Eifel: Ist das schon der demografische Wandel?

Weniger Schüler in der Eifel: Ist das schon der demografische Wandel?

Von: Heiner Schepp
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Nur wenige Schulen aus dem Schulverband Nordeifel können steigende Anmeldezahlen verzeichnen. Insgesmat besuchen im Vergleich zum letzten Jahr fast 100 Jugendliche weniger die 9 weiterführenden Schulen in der Eifel.

Nordeifel. Ist das schon der vielzitierte demografische Wandel, der da an den weiterführenden Schulen in der Nordeifel angekommen ist? 91 Schüler weniger als zum gleichen Tag im Vorjahr verzeichneten die im Schulverband Nordeifel zusammengefassten Einrichtungen am 1. Oktober 2015.

2930 Mädchen und Jungen auf neun Standorten an acht Schulen im Vorjahr standen 2839 im Herbst diesen Jahres gegenüber. Dabei ist es in der Vergleichsrechnung unerheblich, ob man die beiden privaten, nicht zum Verband gehörenden Schulen in der Nordeifel, das Franziskus-Gymnasium und die Mädchenrealschule St. Ursula, addiert, da diese beiden Einrichtungen sich in Gewinn und Verlust (-17/+17) gegeneinander ausgleichen.

Die Zahlen, die jetzt im Schulverband Nordeifel und auch in den Schulausschüssen der Kommunen vorgelegt wurden, zeigen aber keine großen Überraschungen. Dass die beiden Hauptschulen sowie die beiden Realschulen im Schulverband, jeweils in Monschau und Kleinhau, stark abbauen, liegt in der Natur der Sache, da es allesamt auslaufende Schulen sind, die nur noch über die Schuljahre acht bis zehn verfügen. Und ebenso wenig überraschend sind die kräftigen, und unter den öffentlichen Schulen einzigen Steigerungen der beiden Standorte der Sekundarschule Nordeifel, ist dies doch eine Schule im Aufbau.

Diese Veränderungen – Zuwachs an der Sekundarschule, Abgang an Haupt- und Realschulen – werden den Schulverband noch drei weitere Jahre begleiten; erst danach, ab dem Schuljahr 2019/20 wird man auch an der dann mit sechs Jahrgangsstufen ausgestatteten Sekundarschule sehen, wohin die demografische Reise geht.

Spannend wird aber Anfang 2016 das Anmeldeverhalten der Eltern und die Frage, ob sie ihr Kind an einer Schule im Schulverband Nordeifel anmelden oder weitere Wege für ihr Kind in Kauf nehmen, weil es eben doch noch eine Haupt- oder Realschule oder auch eine Gesamtschule sein soll. Das jüngste Kind der Eifeler Schullandschaft, die Sekundarschule, geht im Sommer in ihr viertes Jahr und wird, Stand heute, drei Eingangsklassen in Simmerath und deren zwei in Kleinhau bilden.

Den Leitspruch „erstmal zum Gymnasium“ wurde im vergangenen Jahr nicht mehr so häufig praktiziert wie im Jahr davor. Dies dokumentiert die rückläufige Zahl der Anmeldungen am Monschauer Gymnasium. Auch deshalb ist die Schülerzahl am MGM in diesem Jahr um 31 gesunken; St. Michael bleibt trotzdem die mit Abstand größte Einrichtung in der Schullandschaft und muss sich keine Zukunftssorgen machen.

Auch die Schülerzahlen an den Grundschulen in der Nordeifel geben im Moment noch keinen Anlass zu großer Sorge. An der Katholische Grundschule in Simmerath stieg die Schülerzahl gegenüber 2014 von 173 auf 184, an der Grundschule Kesternich, die ab dem kommenden Schuljahr bekanntlich ausläuft, von 75 auf 79. Diese Zuwächse gleichen die leicht rückläufigen Zahlen in Steckenborn (von 120 auf 107/-13) und Lammersdorf (von 163 auf 154/-9) nahezu aus. In der Stadt Monschau blieb die Schülerzahl an der dort größten Grundschule, Imgenbroich-Konzen, mit 150 (2014:151) nahezu gleich, für Kalterherberg-Mützenich (von 144 auf 139/-5) und die Heckenlandschule Höfen (von 85 auf 79/-6) wurden leichte Rückgänge registriert.

Auch an der GGS Roetgen ist noch kein Einbruch der Schülerzahlen zu beobachten, wobei sich in den vergangenen Jahren die Roetgener Eltern immer häufiger für eine weiterführende Schule im Raum Aachen oder für die beiden genannten privaten Schulen entschieden haben. Im laufenden Schuljahr besuchen jedenfalls nur 116 Kinder und Jugendliche aus Roetgen eine Schule des Schulverbandes Nordeifel.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung der Schülerzahlen im S1- und S2-Bereich und der inklusiven Beschulung (Schließung der Förderschule Nordeifel voraussichtlich zum Schuljahr 2018/19) haben sich die Kommunen abgestimmt, eine Fortschreibung der letzten Schulentwicklungsplanung von November 2012 durch das Institut Biregio vornehmen zu lassen. Diese soll im Frühjahr 2016 vorgelegt werden.

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