Weniger Konsum im Konsum

Von: M. S.
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Die Führungsriege der Konsumg
Die Führungsriege der Konsumgenossenschaft Eicherscheid ist nach drei Wiederwahlen im Aufsichtsrat komplett und unverändert. Dennoch drücken die Genossen arge wirtschaftliche Sorgen, denn die Umsätze sind deutlich rückläufig. Foto: Manfred Schmitz

Nordeifel. Die „Konsumgenossenschaft Eicherscheid eG” mit Standorten in Eicherscheid, Rollesbroich und Rott kämpft um ihre Existenz. Weitere Umsatzeinbußen und Gewinneinbrüche, wie sie insbesondere in den letzten beiden Jahren eintraten, kann sich die Genossenschaft künftig nicht mehr leisten, soll sie auf Dauer Bestand haben.

Es besteht dringend Handlungsbedarf, Überlebensstrategien und verkaufsfördernde Maßnahmen müssen rasch entwickelt und erfolgreich umgesetzt werden. Ihre Rahmenbedingungen dafür sind tadellos: versiertes, freundliches Personal, ein qualitativ hochwertiges Warensortiment zu fairen Preisen und die zeitgemäße technische Ausstattung der Filialen.

Im Obergeschoss der Festhalle Tenne hatten sich Dienstagabend rund 30 Besucher eingefunden. Vorstandsmitglied Hermann Gosteck erstattete ihnen den Geschäftsbericht. Laut Gosteck betrug der Bruttoumsatz im Berichtszeitraum in Eicherscheid gut 513.000 Euro, ein Minus von 6,3 Prozent gegenüber 2009.

Der Rollesbroicher Laden setzte fast 325.000 Euro um, 2,44 Prozent weniger als im Vorjahr. Deutliche Einbußen auch im Vergleichszeitraum der Rotter SB - Filiale: minus 5,2 Prozent bei fast 378000 Euro. Summa summarum wurde die Rechnungsperiode 2010 mit einem drastischen, fünfstelligen Verlust abgeschlossen.

Erfreulich dagegen das Ergebnis der seit zwei Jahren auf dem Eicherscheider Konsumdach arbeitenden Photovoltaikanlage. Sie erwirtschaftete über zehn Prozent höhere Erträge als vor ihrer Inbetriebnahme kalkuliert.

Auch 2011, erklärte Gosteck, werde bislang von schrumpfenden Umsätzen gekennzeichnet. Als wesentliche Ursachen hierfür wertete er „fahrende Händler im Ort, zunehmende Obst- und Gemüsestände am Straßenrand und massenhafte Werbung der Super-Discounter”. Einsparungen auf der Personalseite oder bei den permanent steigenden Energiekosten seien zudem mittlerweile Grenzen gesetzt.

Diesem Negativtrend solle mit einem Maßnahmenbündel zur Umsatzsteigerung, Kostenreduzierung, Ertragserhöhung und Liquiditätsverbesserung fortan begegnet werden. Wesentliches Gebot: die Gewinnung neuer Mitglieder als Zeichen von Solidarität seitens der Ortsbevölkerung mit „ihrem” Konsum. . Die Zusammenarbeit Vorstand/ Aufsichtsrat lobte Gosteck als vorbildlich, desgleichen das Betriebsklima innerhalb der Verkaufsteams aller Läden.

Es liegt allein an der Bevölkerung, ob ihr Konsum im Dorf bleibt oder nicht. Dieses Credo vertrat Rollesbroichs Ortsvorsteher Marc Topp. Angesichts „unerfreulicher Zahlen” forderte er, „in den an unserer Partnerschaft beteiligten Orten die derzeitigen Strukturen aufrecht zu erhalten und dazu verstärkt auf Werbeimpulse in den Medien zu setzen”. Spezialthemen und Porträts der Filialen sollten in Sonderveröffentlichungen dargestellt werden.

Topps Eicherscheider Kollege Günter Scheidt stellte fest, ein Nahkauf gehöre untrennbar zum ländlichen Raum: „Erst wenn er verschwände, merkten die Bürger den Verlust schmerzlich Dann aber ist es für immer zu spät!” Wenn jeder Haushalt der drei kooperierenden Nordeifelorte pro Woche mindestens 20 Euro im Konsum umsetze, sei dieser bereits gerettet. Gosteck appellierte an die Vertreter der Politik, der Genossenschaft zu helfen, „denn die laufend erforderlichen Investitionen in unsere Betriebe können wir nicht allein schultern”.

Drei turnusgemäß ausscheidende Aufsichtsratsmitglieder wurden wiedergewählt. Das Kontrollgremium wird jetzt von Gaby Schütt geleitet, vertreten von Alfred Kaulard. Die weiteren Mandatsträger sind Edith Bein, Erich Förster, Herbert Franzen, Marc Topp, Peter Treutwein, Marita Holper und Thomas Staerk.
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