„Weniger, älter, bunter”: Vergreisung fordert Stadtplaner heraus

Von: Sebastian Dreher
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Aachen. „Weniger, älter, bunter”: So lässt sich die Bevölkerungsentwicklung Deutschlands beschreiben. Zusätzlich zu Geburtenrückgang und Vergreisung zählt Prof. Rainer Danielzyk, wissenschaftlicher Direktor und Geschäftsführer des Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS), auch noch die Individualisierung unserer Gesellschaft.

Zudem steige die Zahl der Menschen mit ausländischen Wurzeln, und allgemein lasse sich ein Trend zu nichttraditionellen Lebensgemeinschaften ausmachen. Singlehaushalte und Patchworkfamilien seien zahlenmäßig auf dem Vormarsch. Beim Workshop „Generationengerechte Stadt: Stadtgestaltung familien-, behinderten- und seniorengerecht” der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) im Haus der Städteregion wurde über mögliche Maßnahmen diskutiert, dieser Entwicklung baulich nachzukommen.

Der Bau von Einfamilienhäusern müsste zurückgehen

„Weil die Zahl der großen Haushalte abnimmt, müsste der Bau von Einfamilienhäusern zurückgehen”, sagte Danielzyk. Leider zeichneten sich beim Wandel aber keine einheitlichen Muster ab, neben schrumpfenden gäbe es auch wachsende Kommunen. „In den Neunzigern zogen die Leute aus den Städten heraus in die Außenbezirke. Das kann man heute nicht mehr sagen.”

Als Lösungsansatz könne eine kleinräumige Analyse dienen, an der möglichst alle Wohnungsschaffenden beteiligt sind, erläuterte Danielzyk. „Es muss gefragt werden: Wer geht warum weg? Und wohin?” Die Städteregion gehöre als Hochschul- und Dienstleistungszentrum eher zu den Gewinnern der Entwicklung, wobei sich auch hier Unterschiede abzeichneten: „Würselen geht es beispielsweise sehr gut, wohingegen die Eifelgebiete schrumpfen.”

Auf die Bedürfnisse von Senioren und Behinderten, aber auch von Eltern mit Kinderwagen sollte auf städtebaulicher Ebene mit nachträglicher Installation von Rampen und Fahrstühlen eingegangen werden. „Viele Gebäude haben vor der Haustür zwei bis drei Treppenstufen”, sagte Danielzyk. „Das muss geändert und bei Neubauten natürlich weggelassen werden.” Ältere Gebäude könnten durch Anbauten relativ einfach mit Aufzügen versehen werden. Als positives Praxisbeispiel wurde bei der Veranstaltung unter anderem Bielefeld genannt. Dort wird jede bauliche Planung im Vorfeld auf ihre Wirkung auf den demografischen Wandel geprüft.
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