Monschau - Weltstar René Kollo trotzt dem Regen

Weltstar René Kollo trotzt dem Regen

Von: js
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Trotz des Regens wollte das Publikum den Sänger René Kollo nicht ohne Zugabe von der Bühne lassen: Der (einstige) Weltstar bot in Monschau seinen Fans ein sehr kurzweiliges Operetten-Potpourri. Foto: Josef Schreier

Monschau. Mit René Kollo trat zum Schluss der Monschau-Klassik ein wirklicher (einstiger) Weltstar der klassischen Opernmusik auf die Bühne der Monschauer Burg. Leider zeigte sich das Wetter nur um weniges gnädiger als tags zuvor.

Aber es mögen eben auch rechte Kollo-Fans (teils gesetzteren Alters) gewesen sein, die das freilich sehr kurzweilige Operetten-Potpourri mit Begeisterung und Freude verfolgten. Auch nach der Pause waren die Ränge kaum weniger gefüllt als zu Anfang – ganz im Gegensatz zur verregneten Rigoletto-Aufführung am Samstag.

Mit Barbara Cramm als weiblichem Gegenpart hatte René Kollo eine reizende Kollegin gefunden, die sowohl im Duett mit dem Meister als auch in einigen besonders exquisit gestalteten Sopran-Solos für sich einnehmen konnte.

René Kollo würzte das Programm mit einigen launigen Anekdoten und konnte das Monschauer Wetter mit einigen charmanten Komplimenten an die Besucher geschickt überspielen. Allerdings schien das Wetter den Sänger doch insoweit zu beeinträchtigen, als neben zwei hübschen Chansons seines Vaters Willi Kollo ein Programmpunkt, der sich auf seinen Großvater Walter Kollo bezog, sowie angekündigte weitere Anekdoten aus der musikalischen Familie Kollo offenbar denn doch „ins Wasser“ fielen. Schade drum! Wenn auch verständlich.

Aus eigener Feder

Aber immerhin kam zum Schluss des ersten Teils auch noch ein Produkt aus René Kollos eigener Feder zu Gehör – ein nettes, etwas sentimentales operettenhaftes Liedchen, das die „Heimat, Land der Lieder“ besang. In seiner Glanzzeit war René Kollo mit schweren Rollen hauptsächlich aus Opern von Richard Wagner (Tannhäuser, Lohengrin, Parsifal) weltweit unterwegs.

Die „leichte“ Muse stand freilich schon ganz am Beginn seiner Karriere, als er mit eher harmlosen – um nicht zu sagen seichten – Schlagermelodien („Hello Mary-Lou“) bekannt wurde. Aber auch die Operette hatte neben der Oper durchaus immer sein Interesse gefunden, besonders die „opernnahen“ Werke von Johann Strauß oder Franz Lehár. Diese beiden Komponisten standen denn auch im Mittelpunkt des Monschauer Programms.

So begann der Abend bereits sehr schwungvoll mit der Ouvertüre aus Johann Strauß‘ Operette „Die Fledermaus“, was Anlass gibt, auch gleich den dritten Star des Abends zu erwähnen: Juri Gilbo mit seiner „Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg“. Das Ensemble kam – neben der Begleitung der Arien – in etlichen Orchesterzwischenspielen als solches zum Zuge, wobei vor allem die temperamentvollen Stücke wie etwa die Strauß‘sche Polka „Unter Donner und Blitz“ (gottlob denn doch kein Abbild des realen Wetters!) oder der Can-Can aus „Orpheus in der Unterwelt“ von Offenbach hervorstachen. Musikalität und Präzision brachten hier wahre musikalische Perlen zustande.

Die dargebotenen Operettenarien waren durchweg große und sehr bekannte Stücke aus den berühmtesten Werken der genannten Komponisten. So etwa das Duett „Wer uns getraut“ aus dem „Zigeunerbaron“ oder das vergleichbare „Lippen schweigen“ aus der „Lustigen Witwe“, aber auch große Soloarien wie das „Vilja-Lied“ oder das Stück „Dein ist mein ganzes Herz“.

In den Duetten zeigte sich freilich ein gewisser Gegensatz zwischen der frischen und flexiblen Sopranstimme von Barbara Cramm und dem zwar immer noch sehr substanziellen, aber doch in den Höhen nicht mehr ganz sicheren Tenor von René Kollo.

Aber bedenkt man, dass der Sänger in Kürze bereits 76 Jahre alt wird, wird man seiner Leistung dennoch höchsten Respekt zollen. Trotz des Regens wollte das Publikum die Sänger nicht ohne Zugabe von der Bühne lassen. So gab es noch ein weiteres schönes Duett: „Schenkt man sich Rosen in Tirol“. Mit diesem Konzert ging die Monschau-Klassik in diesem Jahr zu Ende.

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