Weltklasse-Handball in der neuen Roetgener Halle

Von: Kurt Kaiser
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Bier statt eines Pokals hatten die Gummersbacher bisher noch nie bekommen - deshalb überzeugen sich Torwart Goran Stojanovic, Christoph Schindler, Adrian Pfahl, Patrick Wiencek, Jonathan Eisenkrätzer, Vedran Zrnic und Drago Vukovic, ob die Fässer auch voll sind... Foto: Kurt Kaiser

Roetgen. Wie erwartet sicherte sich der Europapokalsieger und Handball-Bundesligist VfL Gummersbach den 1. Roetgener Handballcup.

Aber nicht nur die Oberbergischen glänzten am Sonntagnachmittag in Roetgen, auch die Teams des Zweitligisten TV Korschenbroich und des holländischen Ehrendivisionärs Limburg Lions trugen dazu bei, dass den Zuschauern in der vereinseigenen Sporthalle des TV Roetgen ein Handballspektakel der Extraklasse geboten wurde.

Vor der ersten Begegnung begrüßte die erste Vorsitzende des TV Roetgen, Margit Marquardt, die zahlreichen Zuschauer, sie bedankte sich vorab schon Mal bei den vielen Helfern und den drei Vereinen für ihre spontane Zusage. Nachdem vor dem ersten Spiel die niederländische und deutsche Nationalhymne erklungen war, stand für die nächsten sechs Stunden Handball vom Feinsten auf dem Programm.

Im ersten Spiel zwischen den Limburg Lions und dem TV Korschenbroich erwischten die Holländer den besseren Start und gingen 4:2 in Führung. Nach dem Ausgleich zum 11:11 besorgte der Roetgener Björn Marquardt, der seit der vergangenen Saison für die Limburg Lions spielt, die erneute Führung. Leider musste sein Bruder Dennis, der das Trikot der Korschenbroicher trägt, verletzungsbedingt zuschauen. Die Holländer konnten eine knappe 15:14 Führung mit in die Pause nehmen.

Chefin fiel Stein vom Herzen

In derselben fiel der Roetgener Vereinschefin ein erster Stein vom Herzen. „Sie sind da”, verkündete sie stolz, als der Bus des VfL Gummersbach vor der Halle an der Rosentalstraße vorfuhr. In der zweiten Halbzeit der ersten Begegnung wurde der deutsche Zweitligist immer stärker und wandelte den Pausenrückstand in einen 25:20 Vorsprung um.

Am Ende hieß es 35:27 für den TV Korschenbroich. Als die Gummersbacher dann zum Aufwärmprogramm aus der Kabine kamen, konnten die Handballanhänger sich davon überzeugen, dass der Trainer des Europapokalsiegers 2010, Sead Hasanefendic, sein Wort gehalten hatte und mit dem kompletten Bundesligakader in Roetgen erschien. „Wir wollen hier testen und haben alle dabei”, erklärte der Trainer des Jahres 2010.

Für die jüngeren Handballfans war jetzt zuerst einmal Autogrammjagd angesagt. Bereitwillig unterschrieben die Stars des VfL während der Aufwärmarbeit auf Blätter, T-Shirts oder Bällen. Im ersten Spiel - gegen den TV Korschenbroich - präsentierte der Europapokalsieger in der Anfangsformation mit Torwart Goran Stojanovic, Drago Vukovic, Vedran Zrnic und Adrian Pfahl gleich vier Spieler, die für ihre Heimatländer in der Nationalmannschaft spielen.

Die ersten sechs der Oberbergischen demonstrierten dann auch Handball von einem anderen Stern. Nach einem Treffer von Geoffroy Krantz und je zwei Toren von Vedran Zrnic, Drago Vukovic und dem deutschen Nationalspieler Adrian Pfahl führten die Gummersbacher nach wenigen Minuten 7:1.

Um Schlimmeres zu vermeiden, wählte der Korschenbroicher Trainer Khalid Khan die erste Auszeit. Dass die Gummersbacher personell noch zulegen konnten, zeigten sie in der zwölften Minute, denn da wechselten sie ihren Neuzugang Igor Anic erstmalig ein. In der Vita des französischen Nationalspielers tauchen etliche französische und deutsche nationale Titel auf. Zuletzt gewann er mit dem THW Kiel die deutsche Meisterschaft und die Champions League.

Bis zum Seitenwechsel begeisterten die Gummersbacher die Zuschauer mit hervorragenden Kombinationen und führten mit 22:8.

Zu viel Respekt vorm Gegner

„Das macht richtig Spaß denen zuzugucken. Es ist schon eine tolle Sache wie der VfL sich hier präsentiert und mit dem Besten antritt was er im Kader hat”, war der 2. Vorsitzende des TV Roetgen, Dirk Heeren, angetan vom dem Auftritt des Europapokalsiegers. Der zeigte auch im zweiten Spielabschnitt seine Klasse und gewann letztendlich recht deutlich mit 38:20.

Der Korschenbroicher Trainer erkannte zwar die Klasse des VfL an, jedoch hatte er von seinem Team mehr Gegenwehr erwartet. „Wir haben hier eine Lehrstunde erteilt bekommen und zu viel Respekt vor dem Gegner gezeigt, denn nach sieben Minuten war das Spiel ja schon gelaufen. Auch wenn wir erst seit vier Tagen im Training sind, erwarte ich mehr Einsatz von meiner Mannschaft”, äußerte sich Khalid Khan enttäuscht.

Im dritten und letzten Spiel des Turniers testete der Gummersbacher Coach mehr seine zweite Garnitur. Die verschlief denn auch die ersten Minuten und lag gegen die Limburg Lions 3:5 zurück. Nach dem Weckruf des Trainers drehten die Blau Weißen den Rückstand in eine 11:6 Führung um. Zur Halbzeit führten sie 15:11. Beim Abpfiff hieß es 34:22 für den VfL.

Dessen Trainer Sead Hasanefendic war mit der Auftaktleistung schon ganz zufrieden. „Wir sind jetzt seit zehn Tagen im Training und haben im konditionellen Bereich sehr hart gearbeitet, aber kein Mal Handball gespielt. Die Spieler haben heute zum ersten Mal spielen dürfen. Ich habe 17 Spieler getestet und für den Anfang war das schon ganz gut. Ich bin zufrieden, es hat sich keiner verletzt und wir haben das Turnier gewonnen”.

Dass die Gummersbacher auch im nächsten Jahr in der Roetgener Halle vorspielen schloss der Coach nicht aus. „Es ist doch immer so, dass der Gewinner den Pokal verteidigen muss”. Die Limburg Lions hatten zwar kein Spiel gewonnen, jedoch war deren Trainer Aleksandr Rymanov darüber nicht sauer. „Die Möglichkeit gegen den VfL Gummersbach zu spielen, bekommt man nicht oft. Wir haben hier die Möglichkeit gehabt, gegen zwei gute deutsche Mannschaften zu spielen, von denen meine junge Mannschaft sehr viel lernen konnte”, erklärte der Coach, der als Spieler mit der russischen Nationalmannschaft Weltmeister und Olympiasieger wurde.

Bier statt Blechbecher

Zum Abschluss nahm Margit Marquardt die Siegerehrung vor. Für die teilnehmenden Mannschaften gab es nicht die ungeliebten Blechbecher die sämtliche Vereinsvitrinen füllen, sondern ein paar Fässchen Bier für die nächste Mannschaftsfeier.

Danach gab es im Zelt vor der Halle für die Teams noch beste Eifelkost und eine vollkommen zufriedene Vereinschefin. „Wir sind super zufrieden, es war eine ganz tolle Veranstaltung und ich hoffe, dass die Gummersbacher auch im nächsten Jahr wieder zu uns kommen.”
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