Simmerath/Nordeifel - Weitere Internationale Förderklassen in der Nordeifel

Solo Star Wars Alden Ehrenreich Kino Freisteller

Weitere Internationale Förderklassen in der Nordeifel

Von: Heiner Schepp
Letzte Aktualisierung:
11228652.jpg
Sie kommen aus Syrien, Afghanisatn und Guinea, aber auch aus Polen, Tschechien und Albanien: Die Internationale Förderklasse am St. Michael-Gymnasium in Monschau ist so bunt wie das Leben und hat knapp drei Monate nach Schulbeginn bereits echte Erfolge zu vermelden.

Simmerath/Nordeifel. Die Nordeifel ist ein gutes Pflaster für Menschen, die ihre Heimat aus Angst vor Krieg, Gewalt und Perspektivlosigkeit verlassen haben und hier in ein „neues Leben“ starten möchten.

Die Willkommenskultur im ländlichen Südzipfel von Nordrhein-Westfalen wird allgemein gelobt, viele Menschen bemühen sich um die Integration der Neuankömmlinge aus unterschiedlichsten Kulturkreisen.

Da passt es ins Bild, dass in der Schullandschaft der Nordeifel nun zwei weitere Internationale Förderklassen (IFK) eingerichtet werden: Am Monschauer Sankt-Michael-Gymnasium, wo seit Sommer 18 Mädchen und Jungen aus aller Welt in erster Linie Deutsch lernen, wird in den kommende Tagen eine weitere Förderklasse für Jugendliche ohne Deutschkenntnisse eingerichtet, ebenso am Standort Kleinhau der Sekundarschule Nordeifel.

Vor einem Jahr kam der Erste

„Das ist eine wunderbare Sache“, berichtete Dr. Bernd Gotzen, Direktor des Monschauer Gymnasiums, nun in der Sitzung des Schulverbands Nordeifel von der Gründungsphase der ersten internationalen Klasse in der Nordeifel. Vor einem Jahr habe der erste Schüler aus Syrien unvermittelt im Sekretariat gestanden, „und wir fragten uns, ob wir ihn aufnehmen können“, so Dr. Gotzen.

Als im Laufe dieses Jahres und vor allem seit Sommer immer mehr Kinder und Jugendliche aus aller Herren Länder um eine Aufnahme an St. Michael gebeten hätten, sei das Problem drängender geworden. „Schließlich hatten wir noch keine ausgebildete Fachkraft für Deutsch als Fremdsprache.“

Gleichwohl startete nach den Sommerferien in Absprache mit der Schulaufsicht bei der Kölner Bezirksregierung die Flörderklasse mit aktuell 18 Mädchen und Jungen der fünften bis neunten Klasse. Zum 1. September klappte es dann mit der zusätzlich beantragten Stelle einer Deutschlehrerin: Isabel Pilz unterrichtet nun gemeinsam mit Thomas Kaulard die Schülerinnen und Schüler aus dem europäischen Ausland wie Polen, Albanien oder Tschechien, vor allem aber aus ferneren Ländern wie Syrien, Afghanistan oder Guinea.

Alphabetisierung erforderlich

Die neuen Schüler am MGM seien „in Regelklassen integriert so weit möglich“, berichtete Gotzen. Kern ihrer Beschulung sei aber der Deutschunterricht, für den die Mädchen und Jungen nach Gelegenheit den Unterricht der Regelklasse verlassen. Das Vermitteln der deutschen Sprache stelle für die Pädagogen eine große Herausforderung dar, „denn die 10- bis 16-Jährigen kamen mit völlig unterschiedlichen Vorkenntnissen in den Unterricht“, berichtete der Schulleiter.

Bei einigen Schülern habe man auch mit einer Alphabetisierung in lateinischer Schrift beginnen müssen, so Dr. Gotzen. Das Ziel sei, dass die jungen Leute in zwei Jahren so gut Deutsch sprechen und schreiben können, dass sie dann als „ganz normale Schülerinnen und Schüler“ in eine geeignete Schulform wechseln könnten.

Mit dem Start der ersten Internationalen Klasse rissen die Anfragen an die Schule jedoch nicht ab, „schon vor den Herbstferien baten fünf weitere Schüler um Aufnahme“, berichtete Dr. Gotzen.

Deshalb habe man eine weitere Klasse und die entsprechende personelle Ausstattung beantragt, die inzwischen auch genehmigt sei, sagte der Schulleiter, der eine selbst beobachtete Pausenszene als schönen Beweis heranführte, „dass wir auf dem richtigen Weg sind“: Da hätten sich zwei Schüler der Internationalen Klasse aus ganz unterschiedlichen Herkunftsländern versucht, zu unterhalten, was jedoch schwierig war, weil jeder seiner Sprache benutzte. Dr. Gotzen: „Plötzlich sagte der eine Junge: ‚Lass uns uns Deutsch sprechen!‘ – und es hat funktioniert!“

Solch positive Erfahrungen hofft man bald auch im Schulzentrum Hürtgenwald machen zu können, wo noch in diesem Monat ebenfalls eine internationale schulformübergreifende Klasse (ISK) ihre Arbeit aufnimmt. 16 Schüler werden in dieser Klasse beschult, die die Sekundarschule Nordeifel, Standort Kleinhau, in Zusammenarbeit mit der Hauptschule und der Realschule anbietet, die jeweils mit den Klassen acht, neun und zehn ebenfalls zum Schulzentrum gehören.

„Unter den 16 Schülern sind zehn minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, die derzeit im Internat des Franziskanerklosters Vossenack leben“, berichtete Sekundarschulleiterin Ursula Mertens nun der Schulverbandsversammlung. Zurzeit würden diese Schüler noch nach Aachen befördert, um dort in erster Linie Deutsch zu lernen.

Sehr positiv berichtete Ursula Mertens von einem besuch der IFK in Monschau, wo „eine wohltuende und herzerfrischende Atmosphäre“ herrsche und mit Isabel Pilz eine erstklassige Pädagogin arbeite. Es sei, so Mertens, „für unsere Schule selbstverständlich“, sich in der Unterstützung der jungen Flüchtlinge zu engagieren, auch wenn das naturgemäß einiger stundenplantechnischer und personeller Anstrengungen bedürfe.

Da komme es ganz gelegen, dass der Sekundarschule aufgrund ihres Wachstums – und unabhängig von der Internationalen Förderklasse – für nächste Woche eine weitere Lehrerstelle genehmigt und zwei weitere für Dezember und Januar beantragt worden seien.

In der Schulverbandsversammlung unterstrich Vorsitzender Karl-Heinz Hermanns, dass insbesondere die schulformübergreifende Gestaltung der Internationalen Klassen „sinnvoll und lobenswert“ sei. Bernd Goffart (CDU) stellte heraus, dass die Einrichtung der Förderklassen eindrucksvoll untermauere, wie gut Flüchtlinge und Asylbewerber in der ländlichen Region aufgehoben seien. „Gerade die Jugendlichen haben es hier bei uns einfach viel besser als in der Stadt“, sagte er.

Heidi Rogner, Leiterin der Hauptschule im Schulzentrum Hürtgenwald fragte an, wie es mit Lehrmitteln (sprich: Büchern) für den Deutschunterricht in der IFK aussehe, und bekam von Verbandssteherin Margareta Ritter eine eindeutige Antwort: „Das muss und wird der Etat des Schulverbandes Nordeifel sicherlich noch hergeben.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert