Weihnachtsoratorium: Licht leuchtet vor vollen Reihen

Von: Max Stollenwerk
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Eng wurde es am Sonntag in der voll besetzten Simmerather Kirche: Über 150 Ausführende intonierten das Weihnachtsoratorium „Das Licht leuchtet in der Finsternis“. Foto: Max Stollenwerk

Simmerath. „Mein Wunsch für heute ist es, die Leute für das Singen und die Kirchenmusik zu begeistern“, äußerte Gabriele Scheidweiler-Pleines, Chorleiterin der Kirchenchöre Simmerath und Lammersdorf, einen Wunsch vor dem bevorstehenden Weihnachtsoratorium mit dem Titel „Das Licht leuchtet in der Finsternis“ an diesem dritten Advent.

Sie hatte sich für das Konzert das Werk von Klaus Heizmann ausgesucht, das die biblische Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium unter Verwendung klassischer und populärer Stilelemente vertont. Circa zwei Stunden später war dann klar, dass die über 150 mitwirkenden Sänger, Instrumentalisten und Sprecher ihr diesen Wunsch mehr als erfüllt hatten, denn die knapp 500 Zuhörer in der komplett ausverkauften Simmerather Pfarrkirche waren angetan von dem Konzert.

„Kurz vor dem Konzert mussten wir leider noch einige Leute nach Hause schicken, da einfach kein Platz mehr in der Kirche war“, sagte Norbert Kaufmann, der Vorsitzende des Simmerather Kirchenchores. Dabei waren schon etliche Stühle neben die Kirchenbänke gestellt worden, um noch einige zusätzliche Sitzplätze zu schaffen. Bereits weit vor der Darbietung wurden die Parkplätze rund um das Gotteshaus knapp.

Es waren Instrumentenklänge und Gesang aus der Simmerather Kirche zu hören, denn Chormitglieder der Kirchenchöre Simmerath und Lammersdorf, des Jungen Chores Simmerath, einige Gastmusiker und das Orchester des Kammermusikkreises Simmerath, unterstützt von zahlreichen befreundeten Musikern aus Eupen, stimmten sich bereits auf den großen Auftritt ein.

Zum Auftakt animierte Chorleiterin Gabriele Scheidweiler-Pleines die Zuhörer, die sich größtenteils bereits weit vor Beginn der Vorstellung auf ihren Plätzen eingefunden hatten, zum Mitsingen des Liedes „Preis sei dir“, das im Verlauf des Konzertes von Chor und Gemeinde gemeinsam gesungen werden sollte. Das kurzweilige Konzert wurde dann geprägt von einer ausgewogenen Mischung aus Gesang, Soli und instrumentalen Klängen.

Die Musikeinlagen und Gesangspassagen wurden mal sanft, mal kraftvoll von Querflöte, Geige, Kontrabass und Posaune begleitet. Die Soli von Judith Scheidweiler (Sopran), Gaby Roßkamp (Alt) und Hendrik Löhn (Bariton), gaben dem Konzert eine prägende Note. Zwischen den einzelnen Liedern erzählte Hedwig Dercks als Sprecherin immer wieder Auszüge aus der Weihnachtsgeschichte und wurde dabei taktvoll vom Orchester begleitet. Sanften Klängen im Lied „Worte sind Licht auf unserm Weg“ folgte das kraftvolle „Fürchtet euch nicht“, das die Kirchenmauern erzittern ließ.

Die insgesamt 27 Lieder des Werkes wurden bewusst als zusammenhängende Geschichte im Einklang mit der Weihnachtsgeschichte vorgetragen, so dass es dem Publikum zeitweise schwerfiel, nicht zwischen den einzelnen Stücken zu applaudieren. Der Applaus für die Akteure fiel nach der Aufführung dafür umso kräftiger aus und die stehenden Ovationen der Gäste veranlassten die Musiker zu einer spontanen Zugabe, bei der noch einmal voller Einsatz gefragt war. „Applaus ist das Brot des Künstlers, und ich denke, wir sind heute alle satt geworden“, rief Norbert Kaufmann dem Publikum nach dem Konzert entgegen und war dabei sichtlich ergriffen von der Reaktion.

Für die Solisten und Hedwig Dercks als Sprecherin der Weihnachtsgeschichte gab es als Dank Blumensträuße, bevor es noch einen kräftigen Sonderapplaus und rhythmisches Klatschen für Gabriele Scheidweiler-Pleines gab, der Kaufmann „für die viele Arbeit und die Vorbereitung“ dankte. Gabriele Scheidweiler-Pleines, die bereits seit dem Jahr 1998 Leiterin des Kirchenchores Lammersdorfes ist und in diesem Jahr zusätzlich den Simmerather Chor übernommen hat, bezeichnete die Vorbereitung auf das Konzert als „große Herausforderung“.

Es sei „schwierig, die einzelnen Komponenten und Stilelemente, besonders aus dem Bereich Pop zusammenzubauen“, da zwar jeder Chor seinen Part könne, eine Kombination aber anspruchsvoller sei. Für das Konzert, auf das die Chöre sich schon seit Anfang des Jahres vorbereiten, habe es vier gemeinsame Proben der beiden Sängergemeinschaften gegeben, schilderte sie. „Besonders anspruchsvoll sind das Cello-Solo sowie der Part am Klavier, da das junge Mädchen hart arbeiten muss und jedes Stück begleitet“, sagte Scheidweiler-Pleines.

Vor der Kirche waren nach dem Konzert begeisterte Stimmen zu hören. „Das ist einmalig und ich habe das so noch nie erlebt“, war zu vernehmen. Und auch wenn die zu hörende Idee, für das nächste Konzert doch den Kölner Dom anzumieten, wohl eher nicht umgesetzt wird, konnten die Beteiligten bei Kaffee und Kuchen im Pfarrheim zufrieden auf das Weihnachtsoratorium zurückblicken.

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