Monschau - Weihnachtsmarkt: Zum Abschluss gibt´s den Rekordansturm

Weihnachtsmarkt: Zum Abschluss gibt´s den Rekordansturm

Von: Sonja Essers
Letzte Aktualisierung:
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Besonders großer Andrang herrschte am vergangenen Wochenende auf dem Monschauer Weihnachtsmarkt: Rund 6000 Besucher strömten am Sonntagnachmittag durch die Gassen der Altstadt. Foto: H. Schepp
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Gut gefüllt waren auch die eingesetzten Shuttle-Busse, die die Besucher von den Parkplätzen zum Markt und zurück brachten. Foto: H. Schepp

Monschau. „Das, was am letzten Sonntag los war, war einfach der Wahnsinn“, sagt Busfahrer Ralph Sundermann. Als er an diesem Abend zwischen 18 und 18.30 Uhr mit seinem Shuttle-Bus die Gäste des Monschauer Weihnachtsmarktes einsammeln und wieder zurück nach Höfen bringen will, zeigen sich zwei Besucherinnen des Monschauer Weihnachtsmarktes nicht gerade von ihrer Schokoladenseite – Schläge und Gedrängel inklusive.

Was geschehen war: Als Sundermann an der Monschauer Haltestelle oberhalb des Auklosters ankommt, traut er seinen Augen kaum. Der Grund: Die zahlreichen Besucher stürmen auf die Shuttle-Busse von ihm und seinem Kollegen regelrecht zu. Unter den Gästen befinden sich an diesem frühen Abend jedoch auch zwei Damen, die sich beim Öffnen der Bustüren besonders auffällig verhalten.

Nachdem sie sich zunächst bis nach vorne vorgedrängelt haben, schlagen sie auch noch unkoordiniert um sich. Die Situation droht zu kippen, doch dann greift Sundermann ein. „Ich bin aufgestanden, zu den Frauen gegangen und habe dann gesagt, dass die Damen zu Gast in meinem Bus sind und sich zu benehmen haben.“

Das haben die Besucherinnen, die sich die ganze Zeit auf Englisch unterhielten, verstanden und stellten sich hinten in der Reihe an. „Ich bin etwas lauter geworden, aber die anderen Leute im Bus standen alle hinter mir“, sagt Sundermann. Eine eher unschöne Situation, die am letzten Wochenende des Weihnachtsmarktes auch in den sozialen Netzwerken für Diskussionsstoff sorgte. Sie ist jedoch nicht die einzige, über die sich Besucher und Monschauer in diesen Tagen ärgerten.

Ein vorherrschendes Thema ist die Parksituation. Damit habe man in den vergangenen Wochenenden eigentlich kaum Probleme gehabt, meint der Monschauer Ortsvorsteher Georg Kaulen. Am Sonntag sah dies allerdings ein wenig anders aus.

Diese Erfahrung hat auch Busfahrer Ralph Sundermann gemacht. Er war an allen vier Wochenenden des Monschauer Weihnachtsmarktes im Einsatz. Immer wieder hat er beobachtet, wie die Besucher ihre Wagen einfach hinter Flatterbändern abstellen, obwohl dies verboten ist. Dies hat er auch an die Verantwortlichen weitergeleitet. „Manche parken auch halb auf der Straße und wir müssen daran vorbei. Da würde ich mir wünschen, dass die Polizei mehr Präsenz zeigen würde. Schließlich haben wir als Busfahrer ja auch eine Verantwortung für unsere Gäste“, sagt er und fügt hinzu: „Solange nichts passiert, ist alles in Ordnung, aber wenn es dann mal knallt, dann heißt es, warum ist nichts gesagt worden.“

Besonders extrem sei die Situation an der Schleidener Straße. Besonders im Dunkeln seien die Besucher, die so gut wie nie mit Taschenlampen ausgestattet seien, nur schwer zu erkennen. Oft seien sogar Familien unterwegs. „Die Leute, die dort parken, sind sich gar nicht bewusst, in welche Gefahr sie sich begeben. Nur um ein paar Euro zu sparen“, sagt Sundermann.

Trotz der einen oder anderen ärgerlichen Situation fällt Sundermanns Bilanz positiv aus. „98 Prozent der Gäste waren liebenswerte Menschen. Sie haben sich sogar bei mir bedankt, was eher selten vorkommt.“ Sundermann muss es wissen. Schließlich fuhr er in der Vorweihnachtszeit des vergangenen Jahres einen Bus in Aachen. „Das war schlimm“, erinnert er sich und fügt hinzu: „In Monschau habe ich in diesem Jahr keinen Gast gesehen, der richtig betrunken war.“

Dass es immer wieder Menschen gibt, die zwischen den zahlreichen Besuchern unangenehm auffallen, weiß auch Georg Kaulen. „Bei einer großen Anzahl an Menschen, sind auch leider immer wieder Chaoten dabei“, sagt er. Die Auswirkungen: Einige Blumenkübel, aus denen der Inhalt ausgerissen wurde sowie einige Verkehrsschilder, die entweder umgeworfen wurden oder sogar in der Rur landeten. „Es ist schade, dass es so etwas immer wieder gibt“, sagt Kaulen.

Im Großen und Ganzen fällt jedoch auch das Fazit des Monschauer Ortsvorstehers positiv aus. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt er. Besonders froh sei er darüber, dass an den vergangenen Wochenende keine Unfälle geschehen seien. Lediglich vier vermisste Personen mussten ausgerufen werden. Diese konnten jedoch innerhalb weniger Minuten wieder gefunden werden (wir berichteten). Feuerwehr und Deutsches Rotes Kreuz mussten auf dem Weihnachtsmarktgelände nicht ausrücken. Mit dem Andrang, der am vergangenen Wochenende herrschte, hatte auch Marktleiter und Ortsvorsteher Georg Kaulen nicht gerechnet. „Am Sonntag war es grenzwertig. Dass am vierten Adventswochenende so viele Besucher kommen, hatten wir noch nie“, erinnert er sich an die vergangenen Jahre.

Rund 6000 Leute waren am Sonntag gegen 17 Uhr auf dem Gelände des Weihnachtsmarktes unterwegs. „Das war der besucherstärkste Tag“, so Kaulen, der sich die hohe Gästezahl, die in den vergangenen Wochen ausblieb, so erklärt: „Das Wetter war super und zwischen dem vierten Advent und Heiligabend lagen mehrere Tage. Da konnte man in Ruhe den Weihnachtsmarkt besuchen und in den Tagen danach zu Hause noch in Ruhe alle Vorbereitungen treffen.“

Um dem Andrang gerecht zu werden, setzte der Regionalverkehr Euregio Maas-Rhein (RVE) am Sonntag zwei zusätzliche Shuttle-Busse ein. Von wie vielen Personen diese in den vergangenen Wochen genutzt wurden, ist nicht bekannt. RVE-Betriebsleiter Holger David konnte sich zu diesem Thema am Montag auf Anfrage unserer Zeitung noch nicht äußern.

Und wie sieht es mit der Planung für das kommende Jahr aus? Die startet bereits in wenigen Wochen, genauer gesagt Anfang Januar, wie Ortsvorsteher Georg Kaulen verrät.

Dann setzen sich die Verantwortlichen für eine Nachbesprechung zusammen. Nicht nur Kaulen und die Monschau-Touristik, sondern auch Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt werden mit von der Partie sein. „Wir werden darüber reden, wie alles gelaufen ist und ob im kommenden Jahr etwas geändert werden muss. Mit diesem Treffen fängt die Planung dann eigentlich schon an“, sagt Kaulen und lacht. In die heiße Phase gehen die Planungen dann im Sommer.

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