Weihnachtsmarkt: Sicherheitskonzept ist nicht aus der Welt

Von: Andreas Gabbert
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Der Monschauer Weihnachtsmarkt ist eröffnet: Damit an den Adventswochenenden alles glatt läuft, müssen die Verantwortlichen auf viele Dinge achten.

Monschau. Lichterglanz und Glühweinduft locken seit Freitagabend wieder zum Weihnachtsmarkt in der Monschauer Altstadt. Damit das Spektakel möglichst reibungslos über die Bühne geht, waren im Vorfeld viele Vorbereitungen nötig.

Zwei bis drei Kilometer Stromleitungen wurden verlegt, rund ein Kilometer für die Notbeleuchtung, ein Kilometer Lautsprecherkabel und mehrere Kilometer Flatterband entlang der Straßen, wo das Parken nicht erlaubt ist.

Neu ist, dass der Weihnachtsmarkt nicht mehr als Großveranstaltung gilt. „So konnten die Sicherheitsmaßnahmen heruntergefahren werden“, erklärt Marktleiter Georg Kaulen bei einem Rundgang. Das heißt zum Beispiel, dass kein Sicherheitsdienst mehr auf dem Markt unterwegs sein wird. Das Sicherheitskonzept der vergangenen Jahre ist damit aber nicht aus der Welt. „Das haben wir komplett stehen gelassen. Wenn eine so hohe Besucherdichte erreicht wird, dass von einer Großveranstaltung die Rede ist, greifen die Maßnahmen wieder“, erklärt Kaulen. Dies geschehe dann in Absprache zwischen ihm und der Polizei. „Die Besucherzahlen der letzten Jahre haben gezeigt, dass das wahrscheinlich nicht nötig sein wird“, sagt Kaulen. Um von einer Großveranstaltung sprechen zu können, müssten sich mehr als 7000 bis 8000 Leute auf der Veranstaltungsfläche befinden. „Dann wird es eng. Gleichzeitig ist das aber auch eine Frage des Wetters, bei Regen sind viele Menschen in den Lokalen. Dann kann man noch rund 300 Personen abziehen“, sagt Kaulen.

Die Polizei wird mit einer zweiköpfigen Fußstreife auf dem Markt nach dem Rechten sehen. Unterstützt wird die Streife auch wieder von belgischen Kollegen. Hinzu kommen die normalen Streifenfahrten der Polizei. Im Gerätehaus der Feuerwehr an der Stadtstraße werden acht Wehrleute und vier Sanitäter im Bereitschaftsdienst sein. Auf der Umgehungsstraße werden außerdem wieder Flächen für Rettungsfahrzeuge freigehalten.

Auch die Shuttle-Busse werden an den Adventswochenenden wieder zwischen dem im Imgenbroicher Gewerbegebiet eingerichteten Busparkplatz und der Altstadt verkehren. „An guten Tagen rechnen wir mit 40 bis 50 Bussen, die im Gewerbegebiet parken werden“, sagt Kaulen.

Am „Paterehöffje“ wird es in diesem Jahr in einer Bude ein neues Angebot geben, statt Käse wird dort nun Wurst angeboten. An der Austraße am Aukloster wird es nur noch zwei statt drei Buden geben. Außerdem gibt es in der alten Turnhalle im Rosenthal eine Kunstausstellung zu sehen. Darauf weisen große Banner am Kunst- und Kulturzentrum und am Pfarrhaus hin. Hingewiesen wird auch auf den Rundgang durch die Eschbachstraße, „damit auch Auswärtige dort hingeführt werden“. An Richterseck wird die Fassade des Hauses, das gerade im Auftrag der evangelischen Kirche saniert wird, mit einer großen Folie verhangen, auf der zu sehen sein wird, wie das Haus später einmal aussehen soll.

Während einige der 37 Budenbetreiber am Donnerstagmorgen dabei sind, zu dekorieren und einzuräumen, sind Mitarbeiter des TÜV, der Stadt Monschau und der Mon-Touristik unterwegs, um die Sicherheitsauflagen zu kontrollieren. Jede Bude muss einen Feuerlöscher vorweisen, wenn dort ein Grill betrieben wird auch eine Feuerlöschdecke, offene Heizstrahler dürfen nicht verwendet werden, die Stromverteiler müssen geprüft sein und das VDE-Siegel tragen.

„Wenn wir Mängel vorfinden, dann handelt es sich meist um offene Gehäuse oder die Prüfungen wurden nicht von einer Elektrofachkraft vorgenommen“, sagt der TÜV-Sachverständige Franz Vaßen. Offensichtliche Mängel seien oft, dass die Installation nicht genügend gegen Regen und Feuchtigkeit geschützt sei. Im wesentlichen gehe es um den Brandschutz, erklärt Vaßen.

Auch Martin Breuer ist als verantwortlicher Elektromeister für die Stadt Monschau unterwegs, um ihre Vorgaben zu überprüfen. Dazu gehören die einschlägigen Elektrovorschriften und über die VDE-Vorschriften hinausgehende Sicherheitsauflagen. „Fehler von Einzelnen dürfen die Stromversorgung auf dem Weihnachtsmarkt nicht beeinflussen. Es darf nicht alle paar Minuten irgendwo eine Sicherung rausfliegen“, sagt Breuer.

Deshalb wird er zu den Öffnungszeiten des Marktes auch ständig vor Ort sein, „um schnell reagieren zu können, wenn an einer Glühweinbude der Strom ausfällt“. Das kommt öfter vor. „Fünf- bis sechsmal am Tag“, sagt Breuer. Im Vergleich zu früheren Jahren ist die Situation aber schon deutlich besser geworden. „Vor fünf Jahren war das noch zehnmal so viel, früher sind wir hier von Bude zu Bude gerannt“, sagt Breuer. Ein Grund dafür ist, dass sich früher fünf Buden eine Sicherung teilen mussten, heute hat jede ihre eigene, weil die Stadt in die Infrastruktur investiert hat und fünf neue Stromverteilerkästen angeschafft hat, die auch bei anderen Veranstaltungen genutzt werden können.

In den vergangenen Jahren war Kritik daran aufgekommen, dass die Straßenbeleuchtung während der Öffnungszeiten des Weihnachtsmarktes ständig angeschaltet ist. Das liegt daran, dass die Notbeleuchtung an die Straßenlaternen gekoppelt ist. „Die Laternen sind angeschaltet, damit die Notstrahler sich nicht entladen. Schließlich müssen wir bei einem Ausfall drei Stunden Helligkeit garantieren können. Eine andere Lösung wäre zwar möglich, aber teurer gewesen“, sagt Breuer.

„Ein bisschen übertrieben“ findet Bruno Hammerschmidt die Auflagen, die er als Betreiber einer Bude erfüllen muss. „Hier muss jede Lichterkette überprüft werden. Dabei wird dann wegen Formsachen manchmal ein ziemlicher Aufwand betrieben“, sagt Hammerschmidt. Andererseits hat er aber auch Verständnis für die Maßnahmen. „Grundsätzlich ist das schon in Ordnung.“

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