Weiberfastnacht: Nur zwei Schnapsleichen

Von: ess
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Wer feiern will, muss leiden: Nicht gerade zum Verweilen lud die Kälte vor dem Festzelt in Imgenbroich ein. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Friedlich ist der Altweiberdonnerstag in der Nordeifel verlaufen. In der Stadt Monschau und in der Gemeinde Simmerath sind den zuständigen Ämtern keine Sachbeschädigungen oder andere Ausfälle stark alkoholisierter Narren bekannt geworden.

Auch in den Discobussen, die nach Auskunft von RVE-Fahrdienstleiter Holger David bis 1.30 Uhr in der Nacht planmäßig mit jungen Leuten durch die Eifel gependelt sind, wurde nichts zerstört oder beschädigt.

Allerdings gab es zwei so genannte Schnapsleichen, die ins Simmerather Krankenhaus eingeliefert wurden. Für Dr. Guido Schneiders, Leiter der Zentralambulanz, ist diese Zahl nicht besorgniserregend, aber dennoch ist er besorgt, denn einer der Beiden war ein 15-Jähriger.

Nach einigem Suchen fand Polizeisprecher Paul Kemen schließlich zwei Einsätze seiner Kollegen in der Eifel.

Nachmittags gegen 16 Uhr wurde neben dem Festzelt an der Faulenbruchstraße in Roetgen, wo zur besten Zeit rund 700 Narren feierten, die große Glasscheibe eines Geschäfts zertrümmert.

Mit zwei problematischen Karnevalisten hatte es am frühen Abend gegen 18.30 Uhr der Pächter einer Tankstelle in Imgenbroich zu tun. Den beiden Jecken war offenbar dermaßen kalt geworden, dass sie in die Tankstelle gingen, um sich aufzuwärmen. Dort wollten sie aber nicht wieder weg.

Und weil sie, so Kemen, „nicht mehr empfänglich waren für die klaren Ansagen des Pächters”, mussten die Uniformierten ran. Das Duo durfte sich noch ein wenig aufwärmen und musste dann wieder hinaus in den Gefrierschrank.

Jungvolk hinter Bauzäunen

Das benachbarte Zeit in Imgenbroich war am Altweibertag die erste Anlaufstelle für das närrische Jungvolk. Das mit Bauzäunen abgesperrte Areal wirkte mittelmäßig einladend, was aber keinen Hinderungsgrund für die Frequentierung darstellte. Zum Wohngebiet Hengstbrüchelchen war der Zaun durchgezogen worden, nachdem es im vorigen Jahr Ärger mit den Anwohnern gegeben hatte.

Zwar etwas später als sonst (wegen der ausgefallen Schule), aber in der Masse nicht weniger, füllte sich das Zelt am Bürger-Casino mit rund 700 jungen Leuten. Der Vorplatz war übersät mit Mini-Flaschen, die der anhaltende Schneefall aber rasch zudeckte.

Zwei Rettungswagen und ein mit zwei Beamten besetzter Streifenwagen waren hier ebenfalls zur Sicherheit der Feiernden postiert, und warteten darauf, dass das Zelt sich leerte und sich die Feier-Szene nach Eicherscheid verlagerte, wo die Tenne dann am Abend zeitweise überfüllt war.

Schnee und Frost haben nach Einschätzung einiger Gesprächspartner auch dazu beigetragen, dass es am Fettdonnerstag in der Eifel so ruhig geblieben ist und sich das Geschehen in geschlossenen Räumen abspielte, was aber auch keine absolute Garantie für gemütliches Feiern darstellte, wie die zeitweise ausgefallene Zeltheizung beim Weibertreff in Kesternich zeigte.
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