Eicherscheid - Weggeworfen: Ein Duo aus „1001 Nacht“

Weggeworfen: Ein Duo aus „1001 Nacht“

Letzte Aktualisierung:
6381674.jpg
Auf einem Lammersdorfer Spaziergang fand Gustav Schröder eine weggeworfene Statuette der Gottesmutter. Foto: Manfred Schmitz

Eicherscheid. „Wer tut so etwas und wirft eine solch kunstvoll modellierte Arbeit zum Unrat?“ Ungläubige Frage und Kopfschütteln des Eicherscheider „Dorfhandwerkers“ Gustav Schröder. Auf einem Lammersdorfer Spaziergang traute er seinen Augen nicht: da lag eine achtlos weggeworfene Statuette der Gottesmutter mit Kind auf einem Kehrichthaufen.

Ihre 30 Zentimeter große Holzfigur war vom Zahn der Zeit arg zernagt: Die Farben ihres einst prunkvollen Gewandes und der goldenen Krone von Eifelwind und Wetter blass verwaschen.

Für ein christliches Votivsymbol ein unwürdiger Ort und Zustand! Eicherscheids Eifelvereins-Tüftler Schröder nahm die Madonnen-Skulptur denn auch prompt mit in seine Werkstatt - und machte sie mit bekannt manuellem Geschick und Engagement wieder ansehnlich und für lange Zeit widerstandsfähig gegen raues Eifelklima.

Ein attraktiver Blickfang für die Passanten im und am „Köstisch Jääßje“, nahe der Pfarrkirche Sankt Lucia. Der 85-jährige Restaurator musste den Holzkörper abschleifen, mit frischem Lack überziehen, auf eine Konsole montieren und fest verankern, schließlich mit widerstandsfähigen Metall–Laschen gegen Rost und Langfinger sichern.

Dienstagnachmittag fand Gustav Schröder für sein jüngstes kunstvoll saniertes Werk den gebührenden Standort. Mutter Maria und Jesuskind grüßen nun, verbunden mit einem stattlich 2,50 Meter hohen Kruzifix aus Eiche. Angefügt ist ein Christuskorpus aus Lindenholz.

Dieses Mahnmal des Gekreuzigten hatte Schröder auf Bitten Bruno Wildens, Ordnungsamtsleiter der Gemeinde Simmerath, bereits im Jahre 2006 von Grund auf ausgebessert und den Standort der Gedenkstätte in Paustenbach gegen einen optisch ansehnlicheren im Golddorf getauscht (Kirchweg).

Nun entstand ein interessantes Ensemble. Gern wüssten seine Betrachter, woher das Neu–Eescher Figurettenduo stammt; seine Gesichtszüge sind eindeutig asiatisch, die Gewänder der beiden Schnitzkunstwerke scheinen wie in „1001 Nacht“ geschneidert.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert